Vortrag von Prof. Dr. Harald Krug von der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (EMPA) der ETH Zürich am 15. Januar
GIESSEN (mip/r). Die Risiken neuer Technologien für Mensch und Umwelt müssen frühzeitig abgeschätzt und kommuniziert werden. Wird dies versäumt, dem droht ein beträchtlicher, auch wirtschaftlicher Schaden. Dies hat man im Falle von Asbest, Gen- und Kerntechnik bereits eindrücklich erfahren. Wissenschaftler, die im Bereich der Nanotechnologie arbeiten, haben sich in der Projektgruppe „Nano-Care“ zusammengeschlossen, um bei dieser Zukunftstechnologie derartige Probleme von vornherein auszuräumen. Prof. Dr. Harald Krug wurde von der AG Materialwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Giessen zu einem Vortrag über den aktuellen Stand dieser Initiative eingeladen.
Die Nanotechnologie ist eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Mit ihr verbinden sich in vielerlei Hinsicht viele Hoffnungen – sowohl der Wirtschaft als auch der Nutzer. Aber gleichzeitig werden schon im Vorfeld der meisten Anwendungen auch Befürchtungen oder Vorbehalte geäußert. Solche Vorbehalte sind nicht unwesentlich auch auf die teilweise schlechten Erfahrungen mit anderen Technologien zurückzuführen, da von ihnen neben den erhofften Vorteilen auch Risiken und Gefahren gesundheitlicher, sicherheitstechnischer oder auch gesellschaftlicher Art ausgingen. Die möglichen Gefahren der Nanotechnologie werden von verschiedenen Interessengruppen problematisiert. „Zu Recht?“, lautet hier die Frage. Im Zusammenhang mit nanotechnologischen Produkten, die bereits den Markt erobert haben, werden vor allem gesundheitliche Risiken gesehen, für die es aber häufig noch keine wissenschaftliche Begründung gibt. Es muss daher geklärt werden, ob von diesen Produkten und zukünftigen Entwicklungen in diesem Bereich ein Gefährdungspotenzial ausgeht und ob dies kalkulierbar ist. Für verschiedene dieser "Nano-Produkte" ist die Exposition des Menschen offensichtlich, da sie im Bereich der Kosmetik, der Medizin oder sogar im Lebensmittelbereich Anwendung finden. Aber ist dies gleichzusetzen mit einer Gefährdung des Menschen, und können daraus Risiken entstehen?
Mit diesen Fragestellungen befasste sich Prof. Krug bis Ende 2006 am Institut für Toxikologie und Genetik am Forschungszentrum Karlsruhe, jetzt arbeitet er daran als Abteilungsleiter für Materials-Biology Interactions am EMPA - Materials Science & Technology (Eidgenössische Materialprüfungsanstalt) der ETH Zürich in St. Gallen.
Kontakt: Dr. Eberhard J. Pitt, I. Physikalisches Institut
Heinrich-Buff-Ring 16, 35392 Giessen
Telefon: 0641 99-33118
Giessen, 10. Januar 2007
Mai 2012
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