GIESSEN (mip/r). Wenn die GIESSEN 46ers am Sonntagnachmittag (15.00 Uhr) zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde die Paderborn Baskets empfangen, wird die Zuschauerkapazität in der runderneuerten Sporthalle Ost erstmals bei 4.003 Besuchern liegen. Die Bauarbeiten in den im bisherigen Saisonverlauf nicht zugänglichen Galeriebereichen auf der Ost- und der West-Seite der Halle sind vor kurzem abgeschlossen worden. Ab sofort kann man die Spiele in der traditionsreichen Heimspielstätte des 46ers-Teams also auch oberhalb der Stehtribünen hinter den beiden Körben sitzend oder stehend verfolgen.
Weniger erfreulich sind zwei Nachrichten, die das 46ers-Team betreffen: Zum einen hat sich Jean Francois eine Zerrung im Leistenbereich zugezogen, was dazu führte, dass der US-Amerikaner mit den frankophonen Wurzeln am Donnerstag nicht am Training teilnehmen konnte. „Jean wird auch bei der heutigen Trainingseinheit nochmals aussetzen. Ich gehe aber davon aus, dass er am Sonntag wieder soweit hergestellt sein wird, dass er mitspielen kann“, meinte 46ers-Cheftrainer Ken Scalabroni am Freitagnachmittag.
Danilo Pinnock klagte am Dienstag über starke Schmerzen im Rückenbereich und konnte seitdem nicht am Training teilnehmen. Die medizinische Abteilung hat die Rückenbeschwerden bei dem US-Guard, der bei seinen sechs Einsätzen für das Giessener Team durchschnittlich 16,4 Punkte pro Spiel erzielte, inzwischen aber gut in den Griff bekommen. „Das Ganze lässt sich gut therapieren. Die Schmerzen sind von Tag zu Tag mehr abgeklungen. Heute war Danilo schon wieder völlig beschwerdefrei“, erklärte Teamarzt Dr. Wolfgang Leutheuser am Freitagnachmittag. Pinnocks Einsatz im Spiel am Sonntag sei damit jedoch noch nicht gesichert. Am Freitagabend soll sich der 23-Jährige im Training einer leichten Belastung unterziehen, am Samstag soll er dann das gesamte Abschlusstraining absolvieren. „Danach können wir mehr sagen“, sagt Scalabroni.
Aber auch gesetzt den Fall, dass Pinnock nicht mitwirken könnte, sieht Scalabroni keinen Grund, in Resignation zu verfallen. „Sicher, Danilo ist ein wichtiger Spieler für uns. Aber wir haben noch andere Spieler, die richtig hungrig sind und für ihn in die Bresche springen können.“
Unter der Woche wurde im Training weiter hart daran gearbeitet, die am letzten Sonntag beim Spiel in Köln einmal mehr offen zutage getretenen Probleme gegen eine Zonenverteidigung zu beheben. Mitte Dezember des letzten Jahres haben die 46ers bei den Siegen in Ulm und zu Hause gegen Oldenburg bereits gezeigt, dass sie es besser können. Aus dem Spiel bei RheinEnergie Köln hat das Giessener Team jedoch auch Positives mitnehmen können. Wenn die Obie Trotter und Co. am Sonntag gegen Paderborn ähnlich intensiv und gut verteidigen wie im Energy Dome, wo man die Spitzenmannschaft aus Köln in deren eigener Halle auf 60 Punkten hielt, würde dies schon einmal eine gute Basis bilden, um den vierten Punktspielsieg in der Saison 2006/2007 einfahren zu können.
Was auch in tabellentechnischer Hinsicht nicht unwichtig wäre. Denn der Abstand auf die vor ihr platzierten Teams aus Leverkusen und Paderborn beträgt für die mit 6:26 Punkten auf Rang 16 notierten 46ers nach dem 82:71-Erfolg von Paderborn gegen Karlsruhe am vergangenen Mittwoch mittlerweile schon sechs Pluspunkte. Neben der Verkürzung dieses Rückstandes wäre es natürlich auch nicht schlecht, wenn man den Vorsprung auf die beiden Teams, die sich momentan auf den Abstiegsrängen 17 und 18 befinden (Nürnberg und Karlsruhe, je 4:26), peu a peu vergrößern könnte.
Mit den Paderborn Baskets stellt sich eine Mannschaft in der Sporthalle Ost vor, die im bisherigen Saisonverlauf schon für die ein oder andere Überraschung sorgen konnte (zuletzt Mitte Dezember beim 90:87-Auswärtssieg in Leverkusen), der allerdings ähnlich wie dem Giessener Team in vielen engen Partien am Ende zumeist das nötige Fortune fehlte. Fünf BBL-Spiele (gegen Bonn, Bremerhaven, Oldenburg, Ludwigsburg und Köln) verlor der Aufsteiger mit einer Differenz von zwei bis fünf Punkten. Die Mannschaft von Cheftrainer und Ex-Bundesligaspieler Douglas Spradley zehrt immer noch von ihrem starken Saisonstart, der drei Siege aus den ersten vier Spielen bescherte.
Die Stärke dieser Truppe ist ihre Ausgeglichenheit. Sieben Spieler aus dem Aufstiegsteam, das mit blütenweißer Weste (60:0 Punkte) in die BBL marschiert war, gehören auch in dieser Saison dem Paderborner Aufgebot an. Neben Aufbauspieler Tim Black (12,8 Punkte, 3,1 Assists pro Spiel) brachte der 26-jährige Neuzugang Sergerio Gipson (der Flügel kam von den Demon Astronauts Amsterdam und erzielte bislang 14,5 Punkte, 4,3 Assists und 3,7 Rebounds pro Spiel) die erhofften Führungsqualitäten mit. Der 25-jährige Dreier/Vierer Reggie Golson, ein mit einem für seine Größe sehr gutem Ballhandling ausgestatteter Spieler, der in der vergangenen Saison für den TV Lich spielte und während dieser Zeit gelegentlich bei den GIESSEN 46ers mittrainierte, nimmt eine weitere wichtige Rolle bei dem Liga-Neuling ein. Nach dem Karlsruhe-Spiel standen für Golson 12,1 Punkte und 4,8 Rebounds pro Partie zu Buche.
Die recht jungen Center Jordan Collins (24 Jahre, Starter, 10,9 Punkte und 5,7 Rebounds pS) und Mark Patton (23 Jahre, Back-up, 6,3 Punkte, 4,2 Rebounds pS) leisten ebenfalls wertvolle Beiträge. Dazu hat auch der 2,06m große deutsche Center Marius Nolte (26:33 Minuten und 7,4 PpS) seine Erstligatauglichkeit schon mehrfach unter Beweis gestellt. In dem amerikanischen Flügel Steven Esterkamp (10,1 PpS) besitzt Spradley eine weitere gefährliche Offensivwaffe.
Scalabroni: „Wir haben Respekt vor den Baskets. Die Paderborner Mannschaft macht einen sehr gefestigten Eindruck, versteht sich auf dem Spielfeld fast blind und hat sich im bisherigen Saisonverlauf sehr gut präsentiert. Die Rollen sind klar verteilt, die Spieler wissen, was zu tun ist. Sie treten auf dem Feld als ein Team auf. Das ist meiner Meinung das größte Kompliment, was man einer Mannschaft machen kann.“
Tageskasse öffnet am Sonntag um 13.30 Uhr
An der Tageskasse, die am Sonntag ab cirka 13.30 Uhr geöffnet sein wird, werden aller Voraussicht nach sowohl noch Stehplatztickets für die Galerie und den Innenraum als auch reservierte Sitzplatzkarten erhältlich sein.
Giessen, 12. Januar 2007
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