Musik von Andy Pape
GIESSEN (mip/r). „Zieh aus in die Welt. Find Kraft und Selbstvertrau'n, lebe das Leben, so wie's dir gefällt“, singt der Rabe in SIGURD, DER DRACHENTÖTER. Doch dieser Wunsch steht am Ende eines langen Weges, den der junge Held zuvor gehen muss: Der Weg des Erwachsenwerdens mit all seinen Tücken und Hindernissen.
Der junge Sigurd wächst in der Werkstatt des Schmieds Regin auf. Angeregt durch die Bekanntschaft mit einem Raben, beginnt Sigurd, die Welt, in der er lebt, und das Geheimnis seiner Herkunft zu hinterfragen. Er erfährt, dass Regin nur sein Ziehvater ist und dass seine leiblichen Eltern dem Heldengeschlecht der Wälsungen angehörten. Diese Nachricht verleiht ihm Mut und Selbstvertrauen. Mit dem Schwert seines Vaters, das Regin für ihn neu schmiedet, gelingt es Sigurd, den Drachen Fafner zu töten, der einen gewaltigen Goldschatz hortet. Doch als Sigurd erfährt, dass Regin – entgegen seines ursprünglichen Versprechens – den Schatz für sich allein behalten will und ihm sogar nach dem Leben trachtet, überwältigt er auch den Schmied und macht sich auf, die Welt und die Liebe zu entdecken.
2005 vertonte der dänische Komponist Andy Pape die Geschichte des jungen Helden Sigurd aus der altisländischen Sagen- und Mythensammlung EDDA 2005 im Auftrag des Königlichen Opernhauses Kopenhagen und schuf damit ein packendes Stück Musiktheater für vier SängerInnen und vier Musiker. Papes leicht zugängliche Komposition, die unterschiedliche zeitgenössische Einflüsse aufweist, erweckt die Figuren und ihre Geschichte auf faszinierend-unmittelbare Art und Weise zum Leben.
Das Regieteam Carsten Fuhrmann (Inszenierung) und Bernhard Niechotz (Bühne und Kostüme) siedeln den Mythos im Hier und Jetzt an und verzichten auf eine historisierende Lesart der Helden-Saga, um die Aktualität des Stoffes herauszustellen. Die Figur des Sigurd bietet insbesondere den jungen Zuschauern ungeahnte Identifikationsmöglichkeiten, denn die Fragen und Probleme, die ihn beschäftigen, sind zeitlos: Die Suche nach der eigenen Identität; das Erkennen von Gut und Böse; die Suche nach einem frei gewählten Lebensentwurf; und letztendlich die Erkenntnis, dass der Glaube an die eigene Kraft hin und wieder von Nöten ist, um über sich selbst hinaus zu wachsen.
SIGURD, DER DRACHENTÖTER
Oper für Jugendliche und Erwachsene | Text von Bent Nørgaard
Musik von Andy Pape
Premiere: Freitag, 11. Dezember 2009 | 20.00 Uhr | TiL-studiobühne
weitere Vorstellungen: 19. Dezember, 20.00 Uhr; 27. Dezember, 18.00 Uhr; 15. Januar, 20.00 Uhr | TiL-studiobühne |
Bitte die wechselnden Anfangszeiten beachten!
Musikalische Leitung: Herbert Gietzen | Inszenierung: Carsten Fuhrmann | Bühne und Kostüme: Bernhard Niechotz | Mit: Carla Maffioletti (Der Rabe); Stephan Bootz (Fafner), August Schram (Sigurd), Tomi Wendt (Regin)
Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Giessen
Giessen, 07. Dezember 2009
Februar 2012
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