Ergebnisse der repräsentativen Bundestagswahlstatistik
WIESBADEN (mip/r). Bei der Bundestagswahl am 27. September waren die 60- bis 69-jährigen Wähler und Wählerinnen mit einer Wahlbeteiligung von rund 83 Prozent wieder am aktivsten, während nur gut 62 Prozent der 21- bis 24-jährigen Wahlberechtigten zur Urne gingen. Wie das Hessische Statistische Landesamt aufgrund der jetzt vorliegenden repräsentativen Wahlstatistik mitteilt, war die Wahlbeteiligung der Männer mit gut 75 Prozent geringfügig höher als die der Frauen mit 74 Prozent.
Die SPD erzielte ihr bestes Ergebnis bei Wählerinnen und Wählern ab 60 Jahre mit jeweils knapp 30 Prozent. Die geringste Zustimmung fand sie bei den 25- bis 34-jährigen Männern mit 18 Prozent sowie bei den Frauen im Alter von 18 bis 34 Jahren mit rund 20 Prozent. Gegenüber 2005 verzeichnete die SPD die deutlichsten Stimmenverluste bei den jungen Wählerinnen zwischen 18 und 25 Jahren mit über 21 Prozent. Insgesamt stimmte etwa jeder vierte Mann und jede vierte Frau für die SPD.
Auch die CDU hat nach wie vor vor allem die ältere Generation überzeugt: Gut 39 Prozent der Männer ab 60 Jahre wählten mit der Zweitstimme die CDU (2005: 42,1 Prozent), die da-gegen den geringsten Zuspruch von den 18- bis 24-jährigen männlichen Wählern mit knapp 22 Prozent erhielt. Gegenüber 2005 verzeichneten die Christdemokraten die deutlichsten Stimmenverluste bei den Männern im Alter von 45 bis 59 Jahren mit gut minus fünf Prozentpunkten. Von den Wählerinnen gaben rund 35 Prozent der CDU ihre Zweitstimme, das ist knapp ein Prozentpunkt mehr als 2005. Dabei stieg der Stimmenanteil bei den jungen Frauen zwischen 18 und 25 Jahren sogar um gut zwei Prozentpunkte auf knapp 26 Prozent, während der Zuspruch der 45- bis 59-jährigen Wählerinnen um über zwei Prozentpunkte auf gut 29 Prozent fiel. Am häufigsten (43,8 Prozent) wählten Frauen ab 60 Jahren die CDU.
Die FDP konnte ihren Stimmenanteil gegenüber 2005 deutlich um fast fünf Prozentpunkte auf rund 17 Prozent ausweiten. Die Zunahme erfolgte in allen Altersgruppen, bei den 35- bis 44-jährigen Männern sogar um rund neun Prozentpunkte auf gut 21 Prozent. Ein noch bes-seres Ergebnis hatten die Liberalen in der Altergruppe der 25- bis 34-jährigen Männer mit gut 22 Prozent. Die FDP wählten in allen Altersgruppen mehr Männer als Frauen. Insgesamt überzeugte diese Partei gut 18 Prozent der Wähler und gut 15 Prozent der Wählerinnen.
Die GRÜNEN gewannen gegenüber 2005 ebenfalls Wähler und Wählerinnen in allen Altersgruppen. Die GRÜNEN schnitten insbesondere bei der 18- bis 24-jährigen Wählerschaft sowie den 35- bis 44-jährigen Männern und Frauen mit jeweils knapp 18 Prozent am besten ab. Dabei wurden sie besonders häufig von jungen Frauen unter 25 Jahre gewählt, von ihnen erhielten sie rund 23 Prozent der Stimmen (plus 7,8 Prozentpunkte gegenüber 2005). Sie bekamen in allen Altersgruppen mehr Stimmen von Frauen als von Männern. Insgesamt stimmten knapp elf Prozent der Wähler und 14 Prozent der Wählerinnen für die GRÜNEN.
DIE LINKE bekam mehr Stimmen von Männern (10,1 Prozent) als von Frauen (7,0 Prozent). Sie überzeugte vor allem die männlichen Wähler im Alter von 45 bis 59 Jahren mit einem Stimmenanteil von rund 14 Prozent. Insgesamt erzielte DIE LINKE in dieser Altersgruppe mit rund zwölf Prozent ihr bestes Ergebnis. Auch diese Partei hatte Zuwächse in allen Altersgruppen, am ausgeprägtesten (4,6 Prozentpunkte) bei den 18- bis 24-jährigen Frauen.
Der Statistische Bericht „Wahlbeteiligung und Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl am 27. September 2009“ ist kostenlos im Internet (www.statistik-hessen.de) verfügbar.
Giessen, 08. Dezember 2009
Februar 2012
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