Giessen-Server (GS): Schon lange sind Sie am Firmenstandort in Linden mit der „Handwerker Plus“ im Bereich der Gebäudeerhaltung tätig. Jetzt ist ein neues und sehr junges Unternehmen, die „SanierungsManufaktur“ entstanden. Wie ist zu der Idee gekommen, eine Firma zu gründen, die sich ausschließlich dieser Thematik annimmt?
Willershäuser: Durch unsere Tätigkeit in der „Handwerker Plus“ hatten wir immer wieder mit speziellen Sanierungsfällen, wie Schimmelbefall, Dämmungen von Innenräumen und Dächern oder Feuchtigkeitsschäden, hier besonders im Kellerbereich, zu tun gehabt. In den letzten Jahren haben sich diese Schäden vermehrt, was in der Regel auf die luftundurchlässige Dämmung der Häuser und Wohnungen, aber natürlich auch auf bauliche Mängel zurückzuführen ist.
Die Nachfrage in diesem Bereich der spezifischen Sanierungsfälle wurde also immer größer, wir haben gezielt darauf reagiert, in dem wir uns zum einen fachlich weiter gebildet, zum anderen aber auch mit einem erfahrenen Team aus Baubiologen zusammengetan und so auf genau diese Fälle spezialisiert haben. Dies findet seinen Ausdruck in der Gründung der „SanierungsManufaktur“, durch die wir auch für unsere Kunden eine klare Unterscheidung zwischen den Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten der „Handwerker Plus“ und dem Ziel der Gebäudeerhaltung durch die „SanierungsManufaktur“ möglich machen.
GS: Der Schimmel in Gebäuden ist demnach in den letzten Jahren zu einem großen Thema geworden, Sie hatten gerade den sehr guten Standard in der Wärmedämmung angesprochen. Wie kann es überhaupt bei einem Haus, das optimal gedämmt ist, trotzdem zu Schimmelbildung kommen?
Willershäuser: Eine gute Wärmedämmung verhindert, dass die Energie im Inneren des Hauses nach außen entweicht. Inzwischen sind einige Häuser aber so gut gedämmt, dass dadurch kaum noch ein Austausch der Feuchtigkeit stattfinden kann. Die Problematik liegt darin, dass in der Regel das Lüftungsverhalten der Bewohner nicht angepasst wird. Eine gute Isolierung verhindert ja nicht nur, dass Wärme entweicht, sie verhindert gleichermaßen, dass die überschüssige Feuchtigkeit nach außen gelangt. Wird nun also nicht regelmäßig gelüftet, so schlägt sich die Feuchtigkeit stattdessen an den Innenwänden in Form von Kondenswasser nieder, wodurch ein idealer Nährboden für eine Schimmelbildung entsteht. Viele Hausbesitzer dämmen mittlerweile die Außenwand, tauschen aber die Fenster nicht aus. Auf diese Weise entstehen Wärmebrücken, die wiederum eine maßgebliche Rolle bei der Entstehung von Schimmelpilzen spielen, da sich dort die Feuchtigkeit sammelt.

Schimmelpilze werden im Labor analysiert
(Bild: Die Sanierungsmanufaktur)
Schimmel ist immer ein Zeichen von Feuchtigkeit, sei es in der Raumluft, durch einen Wasserschaden oder durch aufsteigende Feuchtigkeit. Das Fatale daran ist, dass, ausgehend von einem ursprünglich kleinen Befall, sich der Schimmel im schlimmsten Fall im ganzen Haus verteilen kann. Die Folgen für die Immobilie und den Geldbeutel sind natürlich enorm.
Wir empfehlen daher eine besondere Methode der Raumklimaregelung durch Baustoffe, die eine feuchteregulierende Wirkung haben. Kapillare Materialien sind in der Lage, die Feuchtigkeit aus der Raumluft aufzunehmen, zu speichern und nach und nach wieder an die Außenluft abzugeben. Dies wird durch regelmäßiges Lüften natürlich beschleunigt. Indem dem Schimmelpilz seine Grundlage, nämlich die Feuchtigkeit, entzogen wird, vermindert sich auch die Gefahr eines Befalls. Diese Methode bietet sich übrigens auch nach einer erfolgreichen Sanierung als vorbeugende Maßnahme an.
GS: Wie kann man sich das vorstellen? Irgendwann entsteht also eine kleine Schimmelecke und die kann sich später zu einem großen Problem ausweiten? Demnach sollte man solche Schimmelflecken an den Wänden also nicht einfach so hinnehmen. Was ist, wenn es den Schimmelbefall nur im Keller gibt; dort sieht ihn ja niemand, ist dann auch eine kostenaufwendige Sanierung wirklich notwendig?
Willershäuser: Die Schäden durch Schimmel sind weitreichend, so kann ein unbehandelter Schimmelbefall die Bausubstanz des Hauses schädigen, was dann natürlich vermehrte Sanierungskosten mit sich bringt, aber auch den Wert der Immobilie deutlich senkt. Bietet man dem Schimmel die Möglichkeit zu wachsen, besteht die Gefahr, dass er sich über die Sporen im ganzen Haus verbreitet. Nehmen wir zum Beispiel den von Ihnen angesprochenen Schimmelbefall im Keller, den dort – außer dem Bewohnern des Hauses - fast niemand sieht: Was könnte dort aufbewahrt sein? Vielleicht Möbel, Wäsche, Nahrungsmittel? Vielleicht wurde der ursprüngliche Kellerbereich sogar zu einem Wohn-, Wellness- oder Sportbereich umgebaut.

Bei Schimmelbefall ist eine Untersuchung des Wohnraumes auf eine Schimmelpilzbelastung empfehlenswert
(Bild: Die Sanierungsmanufaktur)
Betrachten wir hier mal eine Waschküche in der die Wäsche getrocknet wird. Aufgrund ihrer hohen Luftfeuchtigkeit ist sie für die Entstehung von Schimmel geradezu ideal: Der Schimmelpilz gibt seine Sporen an die Raumluft ab, die sich auf diese Weise im ganzen Raum verteilen können. Durch Öffnen und Schließen der Tür können sie natürlich auch in andere Räume gelangen. Auf jeden Fall gelangen die Sporen auf die im Raum befindlichen frisch gewaschenen Kleidungsstücke, die wiederum irgendwann wieder in die Kleiderschränke kommen. Auf dieser Reise in den Schrank haben die Sporen die Möglichkeit, sich weiter zu verbreiten. Im Keller besteht zudem noch die Gefahr, dass auch das Bausubstanz beschädigt wird. Dann kann schnell aus einer einfachen Sanierung eine kostenintensive und aufwendige Baumaßnahme werden.
Das wird leider häufig unterschätzt und die möglichen gesundheitlichen Belastungen, die ein solcher Befall mit sich bringen kann, können sehr ernste Folgen zeigen. Die Symptome sind vielfältig, denn sie können von Atembeschwerden, Allergien über Kopfschmerzen, Konzentrationsschwächen bis hin zu Herzproblemen führen. Hier ist eine direkte Ursachenfindung immer schwierig. Sollten aber gesundheitliche Beschwerden über einen längeren Zeitraum anhalten, dann ist immer auch an eine Untersuchung des Wohnraumes auf eine Schimmelpilzbelastung empfehlenswert. Frühzeitig reagiert, kann man häufig einen langen Leidensweg vermeiden.
GS: Welche Vorgehensweise raten Sie den Menschen, die einen möglichen Schimmelpilzbefall entdeckt haben?
Willershäuser: Diese Frage wird uns häufiger gestellt, weshalb wir auf unserer Homepage www.diesanierungsmanufaktur.de im Themenbereich „Schimmel aktuell“ einen Leitfaden für betroffene Menschen erstellt haben. Diese Rubrik wird ständig aktualisieren, so dass wir unsere Kunden immer auf dem Laufenden halten. Dort werden auch die eben kurz angesprochenen Gesundheitsrisiken näher erläutert. Ist der Wohnraum gemietet, dann sollte immer der Vermieter miteinbezogen werden, der sich zunächst selbst ein Bild von dem möglichen Befall machen sollte.
Wovon wir unbedingt und mit Nachdruck abraten, ist eine Sanierung in Eigenleistung. Häufig werden die betroffenen Personen, deren Wohnraum von Schimmel befallen ist, nur unzureichend beraten, so dass schon die Grundlagen völlig falsch sind. Dann passiert es leider sehr oft, dass durch eine nicht fachgerecht durchgeführte Sanierung der Schimmelpilz die Möglichkeit bekommt, sich weiter auszubreiten. So ist zum Beispiel das einfache Überstreichen des Schimmels keine geeignete Maßnahme, um den Pilz und seine Sporen zu beseitigen! Einige dieser interessanten, aber nicht fachmännisch durchgeführten Sanierungsfälle haben wir ebenfalls in unserer Rubrik „Schimmel aktuell“ exemplarisch aufgelistet und beschrieben.
Es ist auffallend, wie viele betroffene Leute sich darin wieder erkennen und sich daraufhin an uns wenden! Das zeigt, dass viele Unternehmen, die diese Schimmelbeseitigungen anbieten, sich häufig nicht richtig mit dem Vorschriften der Berufsgenossenschaft auskennen und ihnen auch der so genannten „Schimmelpilz-Leitfaden“ des Umweltbundesamtes und die Leitfäden des LGA Baden-Württemberg nicht bekannt sind. Dieser Schimmelpilz-Leitfaden des Umweltbundesamtes ist übrigens als kostenlose Infobroschüre u. a. im Internet erhältlich und bietet auch den Betroffenen ein gutes Hintergrundwissen rund um Sanierungsmethoden und vorbeugende Maßnahmen. Dort wird außerdem beschrieben, wie eine fachgerechte Analyse und Sanierung ausgeführt werden sollte, so dass die betroffenen Personen wissen, worauf sie bei der Auswahl der geeigneten Sanierungsfirma achten müssen.
GS: Das bedeutet doch auch, dass es im Bereich der fachgerechten Gebäudesanierung viele „schwarze Schafe“ in der Branche gibt?
Willershäuser: Die gibt es wohl in allen Bereichen und wird es auch weiterhin geben. Was die Schimmelbeseitigung betrifft, so ist leider viel Unwissenheit im Spiel. Da fehlt es an Kenntnissen, Qualifikationen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Oftmals vermittelt uns die Werbung, dass man einen Schimmelschaden ganz leicht beseitigen kann: einfach Farbe drüber oder eine Holzverkleidung davor genagelt – und fertig ist die Sanierung! Dann ist der Schimmelbefall zwar nicht mehr mit dem Auge zu sehen, aber der Schimmel ist ja ein lebendiger Organismus, der sich selbständig weiterentwickelt, wenn man ihm die Möglichkeit der Ausbreitung bietet.
Die Umstände des Schimmelbefalls müssen aber als komplexes Problem betrachtet werden. Das bedeutet, dass auf die Ursachenforschung, also auf die Erkenntnis, was den Schimmel eigentlich ausgelöst hat, unbedingt eine Laboranalyse des Schimmelpilzes folgen muss, damit man diesen mit den geeigneten Mitteln beseitigen kann. Schimmel ist eben nicht gleich Schimmel! Das ist leider vielen Sanierern überhaupt noch nicht bekannt. Denn erst wenn die spezielle Pilzart analysiert wurde, kann mit der eigentlichen Sanierung begonnen werden.
GS: Wie unterscheidet sich Ihr Unternehmen von anderen Sanierungsfirmen?
Willershäuser: Unser großer Vorteil gegenüber anderen Sanierungsfirmen ist unsere Möglichkeit, schnell und mit einem hohen Maß an Flexibilität auf diese Form der Schäden reagieren zu können. Wir haben ausgebildete Baubiologen und Sanierungsfachleute in unserem Unternehmen, sind im Bereich Schimmelpilzsanierung und Feuchteanalyse zertifiziert. Das Wichtigste ist aber, dass wir den Kunden eine Rundum-Betreuung vor, während und nach der Sanierung anbieten können. Das bedeutet, dass wir unsere Kunden umfassend über die durchgeführte Sanierungsmethode informieren, ihnen die Ursache des Befalls genau erläutern und ihnen Möglichkeiten aufzeigen, nach der erfolgreichen Sanierung einen weiteren Befall oder Schaden zu vermeiden.
Man muss nochmals daran erinnern, dass jeder Fall, ob Schimmel, Feuchtigkeit oder eine nachträglich durchgeführte Innendämmung, anders liegt. Hier können wir ganz individuell auf die Wünsche und Sorgen unserer Kunden und die Gegebenheiten vor Ort eingehen.
Wenn ein Kunde einen Befall in seinem Haus vermutet, bieten wir zudem eine Erstbegehung an, um abzuklären, ob tatsächlich eine Schimmelpilzbelastung vorliegt. Erst dann beginnen wir mit der Sanierung.
Weitere Informationen dazu finden die interessierten Leserinnen und Leser auf unserer Homepage oder gerne auch in einem persönlichen Gespräch, das mit uns vereinbart werden kann (Tel. 06403 - 940009 oder Fax. 06403 - 77 59 807).
GS: Vielen Dank für das Gespräch.
Giessen, 28. Dezember 2009 / 02. März 2010 / Bilder: Die Sanierungsmanufaktur
März 2010
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