GIESSEN (mip/r). Am kommenden samstag, 3.2.2007 eröffnen wir um 18 uhr die ausstellung
VOM HIER UND DA SEIN
im neuen kunstverein gießen,
kunstkiosk licher straße / nahrungsberg
dies ist eine herzliche einladung!
andreas walther (* 1971 in giessen) studierte an der kunsthochschule für
medien in köln und lebte mehrere jahre in taiwan, wo er künstlerische
und kuratorische projekte realisierte.
ich freue mich sehr, ihn nach längerer zeit im ausland mit den beiden
videoarbeiten
...ZU SEHEN, DASS ICH HIER BIN, 2002
FAMILIENPORTRÄTS, seit 2004
im kiosk begrüssen zu können.
Markus Lepper

Andreas Walther, geb. 1971, arbeitet ausgehend von der Fragestellung
"Medienkunst?" über Funktion, Struktur und Bedeutung des Medialen in
Kunst und soziokulturellen Kontexten in kulturübergreifendem Kontext.
Seit 2001 bereist er das Ausland, vornehmlich China und Taiwan, daneben
Indien und Japan und arbeitet in diesem Zusammenhang über Grad und
Struktur der "Medialisierung" der verschiedenen Länder.
Seit 2004 portraitiert Andreas Walther Familien in verschiedenen Ländern
auf immer gleiche Weise: In einen fotostudioähnlichen Raum, den der
Künstler an jedem Aufnahmeort identisch einrichtet, nimmt jede Familie
für 10 Minuten vor einem breiten Spiegel platz. Ohne währenddessen
miteinander zu sprechen, kommunizieren die Familienmitglieder
schließlich doch gestisch und mimisch miteinander. Durch ein Loch, das
in den Spiegel geschnitten ist, nimmt eine Videokamera die Familie für
den gesetzten Zeitraum auf. Der Künstler ist während der Aufnahme nicht
im Raum anwesend.
Auf Basis einer zugespitzten Konfrontation medialer und intimer
Qualitäten (neben Spiegel und Kamera wird hier auch Kunst als Medium
verstanden), zeigen die Portraits, in welcher Weise sich die
aufgenommenen Familien voneinander unterscheiden (Einmaligkeit jeder
familiären Konstellation, Einfluß der unterschiedlichen soziokulturellen
Kontexte), dann aber auch, wie sie andererseits einander ähneln und
gleichen (Körpersprache, Konstellation des Familiären im Allgemeinen).
Neben Familienportraits aus Deutschland, China, Indien und Taiwan zeigt
Andreas Walther im Neuen Gießener Kunstverein auch die Arbeit "...zu
sehen, daß ich hier bin...". Die 74-minütige Arbeit stellt die Orte Binz
auf Rügen und Danshui auf Taiwan zur Zeit der Abenddämmerung vor.
Bildlich und akustisch in einer Doppelprojektion neben einander
gestellt, verbindet die Arbeit spielerisch zwei Orte mit völlig
unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten, Atmosphären und Gepflogenheiten.
Giessen, 30. Januar 2007 / Bild: Andreas Walther
Mai 2012
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