Das Magazin Giessen-Server.de ist ein unabhängiges Online Magazin für die Stadt und den Landkreis Giessen. Wir berichten aktuell in Text, Bild, Ton und HD Film über Kultur und Stadtraum, die Wissenschafts- und Einkaufs-
stadt Giessen mitten in Hessen, Freizeit, Natur und Tourismus in der Stadt Giessen, Messen, Märkte, Events und viele weitere interessante Themen.
Anzeigen Giessen Kunsthalle
Anzeigen
Mathematikum Giessen Jahresprogramm Mathematikum

Rückblick auf ein turbulentes Neujahrskonzert

WAS WAR DENN DA LOS?







Am Sonntag, 24. Januar 2010 lädt das Stadttheater um 15.00 uhr  zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ins Foyer ein






GIESSEN (mip/r).                         Ein Eklat beim Neujahrskonzert, das war für Gäste und Veranstalter dieses alljährlichen, besonders beliebten Sonderkonzerts gleichermaßen unvorstellbar, bis es nun Realität wurde. KULTURBULENT wollten die Theatermacher das Neue Jahr angehen, Tumulte und Protestbriefe empörter Besucher verstanden sie darunter aber wohl eher nicht. Was war geschehen?




Bei einem Teil des Publikums riefen dadaistisch geprägte Moderationstexte und die Aufführung von Werken von Schulhoff, Satie, Hindemith und Strawinsky heftige Reaktionen hervor. Die Interpretation von „4:33“, dem 58 Jahre alten Werk von John Cage, das die Geräusche im Auditorium zum Konzert erklärt, brachte das Fass zum Überlaufen. Empörte Zuschauer verließen die Veranstaltung vorzeitig. So wurden die Foyers schon während der Aufführung Schauplatz hitziger Debatten darüberd ob das gebotene Programm den Erwartungen, die man an ein Neujahrskonzert hat, entsprach. Besonders verärgert zeigten sich einige Besucher darüber, dass die Grundthematik des Programms nicht vorab kommuniziert wurde. Konzept der Neujahrskonzerte ist jedoch seit acht Jahren, dass die Konzerte jedes Jahr Unikate mit Überraschungsprogrammen sind. Dies erhöhte bislang für viele der Besucher, die jährlich zum Vorverkaufsstart lange vor Öffnung der Theaterkarte anstehen, um an Karten zu kommen, den Reiz dieser Veranstaltung. Umso größer war die Enttäuschung bei denen, die ihre Erwartungen nicht erfüllt sahen. Nach dem Konzert verließen aber auch begeisterte Gäste den Zuschauerraum und es wurde noch sehr lange im und vor dem Theater angeregt diskutiert. Die spontanen Äußerungen reichten dabei von „eine absolute Zumutung“ bis „großartig, bitte mehr davon“. Gleichermaßen breit spannt sich der Bogen der Zuschauerreaktionen, die das Theater im Nachklang zu dem Ereignis erreichten.




Das Erstaunen ob der Vehemenz, mit der ein Teil des Publikums seine Verärgerung äußerte, verwunderte das Stadttheater als Veranstalter und zahlreiche KonzertbesucherInnen nachhaltig.




Mit dem Ziel der Versachlichung dieser Diskussion lädt das Theater daher zu einer öffentlich Informations- und Diskussionsveranstaltung am Sonntag, 24. Januar 2010, 15.00 Uhr ins Foyer ein.




Zur inhaltlichen Vorbereitung dieses Termins hat sich das Stadttheater mit Frau Dr. Georgia Rakelmann, Dozentin am Institut für Soziologie der JLU zusammen getan. Gemeinsam mit Studierenden hat sie es übernommen, die Ereignisse, die Zuschriften und Zeitungsmeldungen zu analysieren.



Ein gemeinsamer Bericht über die Abläufe, in dem auch Ausschnitte aus dem Konzert gezeigt werden, sowie die Präsentation der Ergebnisse der Analyse bilden die Basis für ein Publikumsgespräch, dem im zweiten Teil der Veranstaltung deutlich Raum gelassen werden soll.



Die Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz hat ihr Kommen zugesagt, ebenso der Vorsitzende des Aufsichtsrates des Stadttheaters Harald Scherer und selbstverständlich stellen sich auch GMD Carlos Spierer und Intendantin Cathérine Miville den Fragen der ZuschauerInnen.



Der Eintritt ist kostenfrei.








Kommentar: 




Was ist den da-da bloß los im da-da Stadttheater in Giessen da-da?





von Frank Sygusch






Das Stadttheater Giessen lädt ein, gleich mehrmals zum Publikumsgespräch // Aber wer verteidigt hier eigentlich für wen die (Programm)-Freiheit der Kunst? 




Mittlerweile drei oder vielleicht noch mehr Versionen einer „Einladung zum Rückblick auf ein Neujahrskonzert“ verschickte das Stadttheater Giessen fast zeitgleich – oder in kurzen Abständen hintereinander: als Inhalte eines Newsletters mit PS „BITTE LEITEN SIE DIESE EINLADUNG AUCH GERNE WEITER“; als offizielle Pressemitteilung und als aktuellen Text in Permanenz auf der Stadttheater-Internetseite in die Öffentlichkeit.





Weiß mittlerweile überhaupt noch jemand ganz genau, worum es eigentlich in der Sache geht. Kulturbulent wollte das Stadttheater Giessen ins neue Jahr 2010 starten und jetzt erscheint es so, als wenn ein theaterinterner Kommunikationsturbolader gezündet und als eine öffentliche Präsentationsform und zum Politikum befördert wird.




Von einem „Podium“ ist die Rede, das sich aber noch nicht so richtig zusammengesetzt hat; „ein gemeinsamer Bericht“ soll Basis für ein „Publikumsgespräch“ sein und jetzt hat man auch noch wissenschaftlichen Rat geordert, um „Zuschriften und Zeitungsmeldungen“ und „die Ereignisse“ analysieren zu lassen.



Fernmündlich vom Stadttheater bestätigt wird, dass die Oberbürgermeisterin (OB) bereits ihr Kommen als Teilnehmerin am, auf oder um das Podium als „hervorgehobene Person“ zugesagt hat. So ganz genau weiß man das nicht zu beschreiben in der Sache. Das Büro der Pressestelle des Magistrats der Stadt Giessen beschreibt die Zusage ein bisschen genauer und anders formuliert. "Als Gast" und gar nicht als Diskussionsteilnehmerin auf einem Podium oder einer „hervorgehobenen Runde“ sei die OB angemeldet und habe diesbezüglich auch nichts zugesagt.



Zum Thema – auch in ihrer Rolle als ein Teil des Publikums - hat die OB eigentlich schon alles gesagt: nämlich in ihrer Neujahrsansprache.




Aber wer soll dann noch einmal hier bitteschön für wen das Publikum auf der öffentlichen Bühne spielen und wer soll auf der geplanten Veranstaltung öffentlich für das Stadttheater die (Programm)-Freiheit der Kunst verteidigen? 


Letzteres ist eigentlich allein die verantwortliche Aufgabe der Chefin des Hauses und die garantierte Rolle der künstlerischen Leiterin des Stadttheaters zugedacht: Frau Cathérine Miville.







Giessen, 22. Januar 2010


Event Kalender
Februar 2012
  • Mo
  • Di
  • Mi
  • Do
  • Fr
  • Sa
  • So
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 24
  • 25
  • 26
  • 27
  • 28
  • 29
Anzeigen

Giessen Links

Stadt Giessen
Justus-Liebig-Universität
Fachhochschule Giessen
Tourist Information Giessen
Kunsthalle Giessen
Stadttheater Giessen (Jahresprogramm)
Mathematikum in Giessen (Jahresprogramm)
Botanischer Garten in Giessen
Liebig Museum in Giessen
Kümmerei in Giessen
Messe Giessen

Giessen Mensaspeiseplan

Ihre Meinung ist uns wichtig!


Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit und teilen Sie uns in ein paar Worten mit, was wir für Sie noch verbessern können,
was Ihnen gefällt oder was Sie eben nicht so toll finden.

Giessen-Server.de Newsletter


Sehr geehrte Damen und Herren,
gerne informieren wir Sie gezielt über aktuelle Beiträge, die auf dem Online Magazin Giessen-Server.de erscheinen. Bitte teilen Sie uns einfach mit, welche Themen Sie interessieren. Mehrfachnennungen sind möglich: