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Doppelzimmer // Kunstraum : Andreas Lorenschat




 

Vor zahlreichen Gästen im Doppelzimmer // Kunstraum präsentierte der Künstler Andreas Lorenschat seine aktuellen Videografien:

  • Der Schnee
  • Das Auto
  • Die Kühe
In Frankreich an zwei Orten und einem weiteren Ort, den der Künstler aber noch nicht preisgeben wollte, entstanden die Werke. Bewundernswerte Medienkunst konzipiert als digitale Videosloops um das Thema Wahrnehmung.

Über das statische Lichtbildverfahren in schwarzweiß ist Andreas Lorenschat zu den bewegten Bildern übergegangen, um fotographisch mit der Videocamera zu arbeiten, und um "den Moment hinaus" zu verstehen.

Die Kamerastellung wird dabei bewegungslos installiert.

Erste imaginäre Bilder entstanden auf der Glasscheibe mit Rückprojektion und auf kleinen Plasmabildschirmen im Jahre 1999, berichtete Lorenschat am Sonntagmorgen beim Künstlergespräch, bei dem auch Marion Scharmann, Galeristin aus Köln, anwesend war.

Lorenschat entwirft für seine Arbeiten zunächst Skizzen, die ungeschnitten das gefundene Objekt als Beobachtung repräsentieren.
Ereignisse werden dabei immer als Bewegung definiert und über eine total reduzierte Bildlichkeit enstehen Relationen und Spannungsräume.
Alles bewegt sich an der Grenze zwischen Illusionen und einer minimalistischen Perspektive. Getragen vom Wunsch den Ort zu erfassen, enstehen komplexe Rauminzenierungen: Und so weiter weit weit fort.

 

Der Schnee: schneit vor einer weißen Landschaft. Die Schneeflocken wirbeln wild in der Luft herum. Irgendwo, weit hinten am Horizont bewegen sich Konturen und es wird eine Gruppe von Personen erkennbar, die . Es dauert eine Weile, bis man bemerkt, daß sich die Personen der Gruppe bewegen Oder bewegt sich etwa die Gruppe als Ganzes?. Alles ist farbig , doch weiß / weißer / weißgrauer Schnee spiegelt und überwiegt im lautlosen, eingeforenem Bildklang.
Um das Standbild zu erkennen muss man es anschauen. Um es anzuschauen, muss man sich ein bewegtes Abbild schaffen. Alles passiert auf einem großen Plasmabildschirm vor dem Auge des Betrachters.


Andreas Lorenschat (Foto: Frank Sygusch)

Die Kühe: gepixelt werden mit dem beamer auf eine große weiße Wand gespiegelt. Alles bleibt schattenhaft, bis sich das Auge an die Bewegung gewöhnt.
Das umgebende Raumlicht ist halbdunkel / grau gehalten und das Bild bewegt sich an der Grenze zur Bild-Auflösung.
Endlich erscheint eine weitere Kuh von rechts in das Bild und verschwindet über den linken Bildrand. Die ruhige Handlung am Ort des Geschehens ist mit dem Erscheinen der Kuh endgültig aufgelöst. Die anderen Kühe verbleiben und lösen sich nicht auf. Sie wirken jetzt noch langsamer. Die Wahrnehmung verändert die Beobachtung. Der Raum bewegt sich in Langsamkeit, als Abbild der Wirklichkeit.

Das Auto: Ist zunächst zwei Lichter, die aus einer tiefschwarzen Fläche herauskommen. Die Bewegungsachse produziert enorme Spannung, die sich bis zum Schluß hin dramatisch aufbaut und in abstrakter Form erscheint. Soll man die Augen verschließen?
Das bewegte Licht wird schneller und schneller und nähert sich dem Betrachter mit langsamer Lichtgeschwindigkeit. Heller, greller und über ein feueriges Licht verwandelt sich die Oberfläche in eine weiße / reine Fläche. Auch hier wird aufgelöst und etwas verschwindet um anschliessend wiederzukommen. Auch der Moment danach ist aufgelöst, und es bleibt der abstrakte Anfang.

Andreas Lorenschat (* 1973) hat u.a. bei Candida Höfer in Karlsruhe an der Hochschule für Gestaltung und in Frankfurt/Main bei Ayse Erkmen an der Hochschule für bildende Künste, Städelschule studiert.

Der Künstler lebt und arbeitet in Karlsruhe.


Alle drei präsentierten Videografien können mit Zertifikat erworben werden. Dazu gibt es eine Buchedition, in der die Skizzen und Gedanken zu dem Enstehungsprozeß der gezeigten Videographien enthalten sind.

 
Andreas Lorenschat und Christian Fleißner bewegen sich langsam vor dem Doppelzimmer // Kunstraum


Die Ausstellung geht bis zum 02. April 2006 und kann jeweils Mittwoch von 17-20 Uhr und Samstag von 14-18 Uhr und nach Vereinbarung besichtigt werden:

Doppelzimmer // Kunstraum // Ludwigstrasse 33 // Tel.:0641-971 61 99
 

 

Fotos u. Text: Frank Sygusch

Foto unten vom Veranstalter: Einladungskarte zur Vernissage am 04. März 2006 mit Druckbild von der Videografie "Das Meer"
von
Andreas Lorenschat

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