Thematische Ausstellungen in Kunsthalle und im Atrium zeigen die Ideen für die Stadtentwicklung und Fotografien von Pflanzen
GIESSEN (fsy.) In der Aula der Giessener Universität fand gestern am Samstagnachmittag die feierliche Preisverleihung zum Landschaftsarchitektonischen Wettbewerb für die Landesgartenschau Giessen 2014 statt. Im festlichen Rahmen wurden die Siegerentwürfe der Architekten prämiert und der Öffentlichkeit von den beteiligten Landschaftsarchitekten persönlich vorgestellt.

Pflanzenbilder an der Kassettendecke der Universitätsaula
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Pflanzenbilder an der Kassettendecke der Universitätsaula
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich betonte in ihrer Ansprache die hohe Bedeutung des großen Momentes für die Stadtentwicklung von Giessen und zeigte sich zuversichtlich mit Blick auf die weiteren Planungen und Umsetzungen der prämierten Ideen für die Landesgartenschau 2014.

Bürgermeisterin der Stadt Giessen Gerda Weigel-Greilich und
Präsident der Universität Giessen Prof. Dr. Joybrato Mukherjee
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Bereits am Donnertagabend wurde eine Ausstellung mit allen 27 Entwürfen von Stadtrat Thomas Rausch in der Kunsthalle von Giessen mit rund 200 Gästen eröffnet. Die Bürgerbeteiligung an den Vorhaben zu den Planungen zur zukünftigen Stadtentwicklung sind allen Beteiligten Gremien und dem Förderverein e.V. sehr wichtig. In einem Grußwort hatte der Präsident der Universität Giessen Prof. Dr. Joybrato Mukherjee von der Wichtigkeit der städtebaulichen Planungen in der Stadtentwicklung gesprochen. Denn auch an der Universität werden in den nächsten Jahren umfangreiche bauliche Fortentwicklungen anstehen, die für die Forschung und Lehre der Universität von hoher Wichtigkeit sind.

Dr. Anna Runzheimer vom hessischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
(Foto: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Fast 4 Millionen Euro wird das hessische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für die Landesgartenschau bereithalten, um „nachhaltige Maßnahmen für die Stadtentwicklung zu unterstützen“, erklärte Dr. Anna Runzheimer.
In Würdigung der prämierten Arbeiten begründete Frau Prof. Dr. Gerlinde Krause von der Fachhochschule Erfurt und Fachpreisrichterin im 15-köpfigen Preisgericht die Entscheidung für die einzelnen Siegerentwürfe. Das Preisgericht hatte Ende Februar in einem zweitägigen Beratungsprozess die Siegerentwürfe ausgewählt und seine Entscheidungen in detaillierten Protokollen festgehalten.

Die Preisträger (v.li.) Joachim Swillus, Steffan Robel, Christof Geskes, Henry Ripke und Kristina Hack eingerahmt von der Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (re.) und Stadtrat Thomas Rausch (li.)
(Foto: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Die jeweiligen 1. Preise für die beiden ausgeschriebenen Planungen gingen an Büros, die in Berlin ihren Sitz haben. Der 1. Preis für ein Konzept der Lahnaue ging an das Büro „a24_landschaft“ Robel Swillus und Partner - freie landschaftsarchitekten und architekten - mit Steffan Robel und Joachim Swillus. Das Konzept überzeugte mit seiner Sensibilität für die integrative Verbindung von Stadt und Landschaft und mit einer durchdachten Idee zur denkmalgeschützten Klinkerschen Mühle an der Lahn. Abgestimmt auf die Geschossigkeit des Gebäudes, einer Einordnung zur Mischnutzung und einer bewussten Bebauung, die vom Ufer zurückgesetzt werden, entstehen interessante Möglichkeiten für die öffentliche Nutzung und Bespielbarkeit für die Zeit der Landesgartenschau.

Preisträger Kristina Hack und Christof Geskes
(Foto: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Kristina Hack, Christof Geskes und Henry Ripke vom Büro Geskes-Hack erhielten den 1. Preis für die Wieseckaue. Die Preisträger hatten sich sehr viel Zeit genommen, um die Stadt Giessen vor Ort zu Fuß und auf dem Fahrrad intensiv kennen zu lernen. Ausschlaggebend für die Preisrichter war die Idee, den Schwerpunkt von Giessen als Stadt der Wissenschaft, in ein landschaftsarchitektonisches Konzept umzusetzen. Städtebaulich interessant erschien die klare Achsenbildung von der Wieseckaue zur Stadt hin, die mit Science-Gärten und den Möglichkeiten ausreichend Freiraumaktivitäten anzubieten, deutlich überzeugte.

Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung von
Manuela Weichenrieder und Peter Herrmann
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Beide Büros stellten die Entwürfe ausführlich vor und beantworteten die zahlreichen Fragen im Zusammenhang der Ideen, den Planungen und den Umsetzungen.
Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung von Manuela Weichenrieder und Peter Herrmann, die in der Aula und im Foyer die Gäste wunderbar unterhielten. Zur visuellen Unterhaltung der Gäste wurden darüberhinaus große Pflanzenbilder an der Kassettendecke der Universitätsaula projiziert und historische Fotografien aus der Stadtentwicklungsgeschichte auf eine Leinwand geworfen.

Pausenbrote und Getränke, Kuchen und Kaffee bei musikalischer Begleitung von Manuela Weichenrieder und Peter Herrmann im Foyer des Hauptgebäudes der Universität
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Noch bis zum kommenden Freitag können alle Entwürfe zur Landesgartenschau in der Kunsthalle im Rathaus von Giessen am Berliner Platz 1 besichtigt werden. Auch heute am Sonntag ist das in der Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr möglich.

„Ornamentalistik der Pflanzen“
Fotoausstellung von Martin Lehmann-Ebenig im Atrium des Rathauses in Giessen
Im Atrium des Rathauses kann zeitgleich eine Fotoausstellung von Martin Lehmann-Ebenig besichtigt werden, die am Freitag unter dem Titel „Ornamentalistik der Pflanzen“ von der Kuratorin Frau Dr. Ute Riese und der Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz eröffnet wurde.
Giessen. 07. Februar 2010 / Filmbeitrag, alle Fotos und Text: Frank Sygusch (Giessen-Server.de)
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