GIESSEN (mip/r). „Die Ausrichtung der Landesgartenschau darf nicht dazu führen, dass wir nach 2014 weniger für unsere Bürgerinnen und Bürger zu bieten haben als zuvor,“ kommentierte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz die derzeitige Diskussion um die künftige Nutzbarkeit der Wieseckaue für Sport und Freizeit.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD)
Foto: Frank Sygusch / Giessen-Server.de
Aktuell rücke zu Recht die Sorge um die Zukunft des Blau-Weiß-Sportplatzes in den Mittelpunkt der Betrachtungen, so die OB, allerdings dürfe man auch andere problematische Nutzungskonflikte nicht vergessen: „Auch für die beliebte Skater-/Halfpipe-Anlage, die gerade wieder stärker genutzte Rollschuh- und Eislaufbahn, den Verkehrsübungsplatz sowie für alle offenen Freizeitanlagen für Fußball/Basketball und Tennis muss es Antworten auf die Frage ‚Wie geht es weiter?’ geben“, sagte die OB. „Die Wieseckaue ist ein wichtiges Naherholungs- und Freizeitgebiet für alle – vereinsgebundene wie vereinsungebundene - Giessenerinnen und Giessener“, so Grabe-Bolz „Die Akzeptanz der Landesgartenschau in der Bevölkerung bekommt man nur dann, wenn dieser Wert anerkannt, befriedigt und letztlich verbessert wird. Es darf nicht geschehen, dass wir beliebte und attraktive Freizeitangebote langfristig verlieren, weil wir ein lupenreines, prämiertes landschaftsplanerisches Konzept vorlegen wollen. Bislang jedenfalls sind die Belange des Sports zu wenig berücksichtigt worden.“ Dafür sei es aber nicht zu spät, sondern genau der richtige Zeitpunkt, so die OB, die auch Sportdezernentin ist.
In Kürze werde sie die von der Planung betroffenen Sportvereine, auch die an der Lahn ansässigen, zum gemeinsamen Gespräch mit den Fachplanern einladen. Dies sei den Vereinen im gesamten Verfahren auch so versprochen worden, erklärte Grabe-Bolz. „Das Ergebnis des Wettbewerbs zur Landesgartenschau ist nicht bindend. Es sind freie Ideensammlungen, die nun mit den städtischen Anforderungen abgeglichen und abgewogen werden müssen. So war das Verfahren gedacht und so wird es auch praktiziert. Für den Sport werde ich ein schweres Gewicht in diese Waage werfen“, so die OB. Zum Vorschlag der FDP, einen Ersatz für den Blau-Weiß-Sportplatz an der Theodor-Litt-Schule zu schaffen, sagte Grabe-Bolz: „Diese Variante ist nicht neu, sondern bereits in der Sportkommission im November letzten Jahres diskutiert worden. Sie steht uns damit als eine von mehreren Denkmodellen, deren Vorteile und Nachteile betrachtet werden müssen, zur Verfügung.“
Abschließend brachte die OB zum Ausdruck, dass sie von einem konstruktiven Dialog und Lösungen ausgeht. „Ich bin sicher, dass diejenigen, die die Planungen bislang begleitet haben, ein Interesse daran haben, dass die Landesgartenschau für die Stadt Giessen gemacht wird und nicht nur in dieser Stadt stattfinden sollte.“
Giessen, 09. Februar 2010 / Bild: Giessen-Server.de / Archiv
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