GIESSEN (mip/r). Fahrverbote drohen – allein das macht Feinstaub zu einem Thema von höchster Brisanz. Dabei werden die Autos immer umweltfreundlicher. Die Stadtluft in Deutschland hat im Vergleich zu den Megacitys der Welt fast Luftkurortqualität. Viel (Fein-) Staub um Nichts?
Die Wissenschaft hat eine klare Position: Feinstaub ist das wichtigste lufthygienische Problem. Eine klare Antwort fällt dennoch schwer. Trotz langjähriger Forschung auf diesem Gebiet ist auch heute noch unklar, inwieweit die Partikelgröße oder die Zusammensetzung der Partikel auf die Gesundheit wirken. Es gibt einerseits umfangreiche epidemiologische Hinweise, dass die Partikelgröße für die Ausprägung gesundheitlicher Effekte von Bedeutung ist. Andererseits ist davon auszugehen, dass nicht alle der in Partikeln nachzuweisenden Bestandteile dieselbe gesundheitliche Relevanz haben. Darüber hinaus wird die Gefährlichkeit der inhalierten Partikel offensichtlich nicht durch ihre Masse, sondern vor allem durch die Oberfläche bestimmt. Alle vorliegenden Daten unterstreichen aber: Es muss dringend etwas getan werden.
Das Umweltforum der Justus-Liebig-Universität, der Magistrat der Stadt Giessen sowie der Ausschuss Umwelt und Medizin der Landesärztekammer Hessen organisieren zu diesem Thema am Mittwoch, 14. Februar 2007, ab 15.30 Uhr im Biologischen Hörsaal im JLU-Hauptgebäude die öffentliche Informationsveranstaltung „Viel (Fein-) Staub um Nichts?“.
Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen, eines Umweltverbandes, des in Gießen zuständigen Amtes der Stadt und eine Vertreterin des Landes Hessen beleuchten die Problematik von verschiedenen Seiten:
Prof. Dr. Thomas Eikmann (Institut für Hygiene und Umweltmedizin der JLU Giessen) zeigt die umweltmedizinische Bedeutung von Feinstäuben und Nanostäuben.
Eine juristische Bewertung der Feinstaubproblematik gibt Prof. Dr. Martin Eifert (Professur für Öffentliches Recht, JLU Giessen).
Luftreinhaltepläne und Aktionspläne – Dr. Marita Mang (Hessisches Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Wiesbaden) stellt vor, was die Landesregierung unternimmt.
Welche Positionen die NGO’s (Non-Governmental Organizations, Nichtstaatliche Organisation) einnehmen, berichtet Prof. Dr. Lutz Katzschner (Fachgebiet Umweltmeteorologie, Universität Kassel, BUND Hessen).
Dr. Hans-Joachim Grommelt (Leiter des Amtes für Umwelt und Natur der Stadt Giessen) stellt abschließend die geplanten Maßnahmenkatalog der Universitätsstadt Gießen zum Luftreinhalteplan vor.
Direkt im Anschluss diskutiert die Expertenrunde ihre Positionen im Rahmen einer Podiumsdiskussion. Abschließend bieten die Veranstalter die Gelegenheit zur offenen Diskussion mit den Referenten.
Kontakt: Prof. Dr. med. Thomas Eikmann
Direktor des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin
Friedrichstraße 16, 35392 Giessen
Telefon: 0641 99 41450/1
Giessen, 12. Februar 2007
Mai 2012
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