GIESSEN (mip/r). Die Arbeitsstelle Holocaustliteratur veranstaltet eine Sonntagsmatinee im Kino Traumstern in Lich. Gezeigt wird der mit dem Prädikat „Besonders Wertvoll“ ausgezeichnete Film "Der letzte Zug" am 04. März 2007 um 11.30 Uhr. Im Anschluss an den Film steht der Schauspieler Hans-Jürgen Silbermann für Fragen und Diskussionen rund um den Film zu Verfügung.
Der letzte Zug spielt im Kriegsjahr 1943. Die Nationalsozialisten wollen Berlin endgültig „judenrein“ machen. Über 70.000 Juden wurden bereits deportiert. Im April geht von Gleis 17 im Bahnhof Grunewald ein Transport mit 688 Juden Richtung Auschwitz. Sechs Tage verbringen junge und alte Menschen, Akademiker, Künstler und Kinder zusammengepfercht in Viehwaggons. Unerträgliche Hitze, Durst und Hunger herrschen im Waggon. Je weiter die Zeit voranschreitet, desto sichtbarer schwinden die Verhaltensweisen aus der Zeit der Normalität: Höflichkeit und Rücksichtnahme, auch Körperpflege ist nicht mehr möglich. Einige verzweifelte Fluchtversuche werden unternommen, am Ende entkommen zwei, der Rest stirbt in den Gaskammern von Auschwitz.
Unter der Regie von Joseph Vilsmaier und Dana Vávrová und in den Hauptrollen mit Gedeon Burkhard, Lale Yavas, Sibel Kekilli, Brigitte Grothum und Hans-Jürgen Silbermann setzt sich der Film damit auseinander, wie man im Angesicht des Todes lebt, wie man die Würde bewahrt unter den Bedingungen der Entwürdigung.
Der letzte Zug wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden mit dem Prädikat „Besonders Wertvoll“ ausgezeichnet: „Der Film zeigt den Albtraum eines Daseins unter traumatischen Bedingungen ungeheuer plastisch. Grauen und Leid werden förmlich physisch spürbar. Der Film rührt an ein Tabu, das unvorstellbare Grauen anschaulich zu machen, geht damit höchst verantwortungsvoll und eindrücklich um“, urteilt die Filmbewertungsstelle.
Hans-Jürgen Silbermann, der in dem Film in der Rolle des Kabarettisten Jakob Noschik zu sehen ist, wurde 1947 geboren und hat in seiner langjährigen Karriere als Schauspieler und Kabarettist unter anderem am Leipziger Schauspielhaus, dem Kabarett Leipziger Pfeffermühle sowie dem Kabarett Münchner Lach+Schieß gearbeitet.
Der Eintritt beträgt 6 Euro. Die Einnahmen kommen der Arbeitsstelle Holocaustliteratur zugute.
Charlotte Kitzinger,
Arbeitsstelle Holocaustliteratur
Otto-Behagel-Strasse 10B
35394 Giessen
Tel.: 0641 99-29093
Giessen, 12. Februar 2007
Mai 2012
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