WIESBADEN / BIEBERTAL (mip/r). Innenminister Volker Bouffier hat Erhard Will aus Biebertal mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. „Durch Ihren unermüdlichen Einsatz als Vorsitzender des Dünsberg-Vereins Biebertal haben Sie die archäologische, kulturelle und touristische Arbeit der Gemeinde über Jahrzehnte maßgebend geprägt“, würdigte der Innenminister den Geehrten im Rahmen einer Feierstunde.
Erhard Will war ab 1969 stellvertretender Vorsitzender des Dünsberg-Vereins, bevor er von 1977 bis 2008 die Funktion des Vorsitzenden übernahm. „Unter ihrer Leitung hat der Verein seine Mitgliederzahl auf heute annähernd 1500 verdreifacht. Das ist ein großer Verdienst“, betonte der Innenminister. Der 1933 geborene Will hat viel zur Erforschung und Präsentation der ehemaligen keltischen Stadt, des Oppidums Dünsberg, beigetragen. Durch seine Anregung und unter der Federführung des Landesamts für Denkmalpflege Hessen wurde 1986 ein umfassender Rundwanderweg mit Schautafeln eingerichtet.
In den Jahren 1999 bis 2004 wurden am „Keltischen Oppidum Dünsberg“ umfangreiche Ausgrabungen vorgenommen. Von 2000 bis 2006 gelang die Rekonstruktion keltischer Gebäude, wobei sich Erhard Will sowohl um die Öffentlichkeitsarbeit, als auch um Unterkünfte und Verpflegung für die Grabungsmannschaft sowie um Grabungswerkzeuge und -zelte kümmerte. Außerdem trieb er mit unermüdlichem Einsatz Spendengelder ein.
Einen großen Teil seiner Freizeit widmete Erhard Will dem Bau des keltischen Tores und des Keltengehöfts als Informationszentrum über die keltische Geschichte des Dünsbergs, der aufgrund seiner natürlichen Gegebenheiten während der Vor- und Frühgeschichte als naturbestimmter, zentraler Ort besiedelt und befestigt wurde. „Die Zeit und Mühe, die Sie investieren, um keltische Kultur zu entdecken und zu erhalten, macht Sie zu einem Vorbild für die Gesellschaft“, hob Bouffier hervor. Auch die Keltenfeste mit teilweise über 10.000 Besuchern seien auf die Initiative von Will zurückzuführen, so Bouffier. Seit 1977 bietet Erhard Will organisierte Wanderungen an, um „seine“ Schätze zu zeigen. Mehr als 600 dieser Fahrten und Ausflüge haben seither stattgefunden.
Neben seiner Tätigkeiten im kulturellen Bereich war der pensionierte Amtsinspektor von 1989 bis 2008 als Schiedsmann des Schiedsamtsbezirkes Biebertal I tätig. Darüber hinaus hat Erhard Will sich während der 60er und 70er Jahre im Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Bieber sowie der Gewerkschaft ÖTV engagiert.
Erhard Will absolvierte von 1947 bis 1950 eine Ausbildung zum Anwaltsgehilfen und war ab 1952 als Justizangestellter bei den Amtsgerichten Butzbach und Wetzlar tätig. 1961 wurde Will zum Justizsekretär ernannt und 1962 in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit berufen. 1995 ging Erhard Will als Amtsinspektor in Pension.
Bereits 1989 wurde Erhard Will der Ehrenbrief des Landes Hessen verliehen. „Durch sein langjähriges, höchst überdurchschnittliches Engagement für die Gemeinde Biebertal gebührt Erhard Will große Anerkennung. Das Verdienstkreuz am Bande ist ein sichtbares Zeichen des Dankes für sein unermüdliches und beispielgebendes Wirken“, gratulierte Innenminister Volker Bouffier. „Auf das hohe Ansehen, das Sie genießen, können Sie wahrlich stolz sein“, erklärte der Minister abschließend.
Giessen, 04. März 2010
Mai 2012
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