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10 Jahre BeKo in Giessen … selbstbestimmt im Alter!

Beratungs- und Koordinierungsszelle (BeKo) für Ältere und pflegebedürftige Menschen in der Stadt und im Landkreis Giessen






GIESSEN (fsy).                                   „Immer mehr ältere Menschen selbst, oder deren Angehörige suchen Rat, weil die Pflegebedürftigkeit plötzlich und oft ganz unmittelbar in den Lebensalltag und den Focus der Betroffenen kommt“, erklärt Andrea Kramer. Die Leiterin der Beratungs- und Koordinierungsstelle (BeKo), die in der Kleinen Mühlgasse 8 in der Stadt Giessen die Geschäftsräume hat, erläuterte in der vergangenen Woche gemeinsam mit ihren Kolleginnen Christa Christ und Stefanie Röhrsheim und dem Geschäftsführer Holger Claes in einem Pressegespräch die inhaltlichen Themenschwerpunkte, praktischen Tätigkeiten und Veränderungen mit Blick auf das zurückliegende Jahr 2009.








(v.li.) Andrea Kramer, Christa Christ und Stefanie Röhrsheim

(Foto: Giessen-Server.de)







Die Einrichtung inmitten von Giessen wurde im Jahr 2000 gegründet und in Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der Stadt im Trägerverbund mit dem Diakonischen Werk Giessen, dem Caritasverband Giessen, dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband und der Arbeiterwohlfahrt Stadtkreis Giessen aufgebaut.





Die Arbeitsumfänge der BeKo mit offenen Sprechstunden sind die Informations- und Beratungstätigkeit, die Vermittlung, die Koordination und Begleitung von Ratsuchenden zu allen Fragen, die im Zusammenhang der Lebens- und Wohnsituation der Betroffenen stehen. „Und über die Jahre hinweg hat sich hier ein erfahrungsorientiertes Netzwerk zu allen Kostenträgern, den Einrichtungen der Pflege als Leistungsanbieter, den Kommunalverwaltungen, Fachbehörden und Fachdiensten der verschiedensten Träger entwickelt und wir können sehr stolz darauf sein, was wir hier gemeinsam erschaffen haben“, erklärt Holger Claes, der zu Zeit die Geschäftsführung der BeKo inne hat. Die wechselt im Rhythmus alle zwei Jahre und wird dann von einem, der im Trägerverbund tätigen Verbände wahrgenommen.




„Wenn es die BeKo nicht gäbe, müsste sie erfunden werden“, ergänzt Claes, denn die vielfältigen Aufgaben und Fragestellungen, die heute im Zusammenhang der Pflegebedürftigkeit entstehen und bewältigt werden, sind komplex und umfangreich.




„Besonders die Fragen und Informationskontakte zur Altersdemenz und die Beratungen zur gerontopsychiatrischen Problematiken“ haben sich im Verlaufe der Zeit mehr als verdreifacht und es ist absehbar, dass sich „in diesem Arbeitsfeld für die nächsten Jahre in Stadt und Landkreis die Rahmenbedingungen verändern und etwas passieren muss“, erläutert die Leiterin der BeKo Andrea Kramer: „Nicht nur wegen der demographischen Entwicklung sondern weil die Betreuung und Pflege der betroffenen Menschen besondere Formen der psychosozialen Fürsorge, Wohnsituation und Unterstützung bedürfen.“




„Das sind Fragen zur Entlastung von pflegenden Angehörigen im Alltag und in Krisensituationen, die Vermittlung zu Fachdiensten oder die sinnvolle Vernetzung innerhalb der Region, die mit Sorgfalt und Umsicht organisiert und ständig koordiniert werden müssen“, berichtet Christa Christ. Die Vernetzungsarbeit in der Region zwischen allen Beteiligten ist der BeKo als Koordinierungsstelle besonders wichtig und „hier hat sich die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt“, ergänzt Christ.




Das betrifft auch den Austausch über die Angebote und die Nachfragestruktur in den verschiedenen Versorgungsbereichen der Leistungsanbieter, wenn Pflegebedürftige zum Beispiel schnell einen stationären Platz benötigen.




„Wir selbst als Beratungseinrichtung sind selbstverständlich zur Trägerneutralität verpflichtet und können nur Informationen über die ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen weitergeben. Die Entscheidung, bei welchem Pflegeheim mit welcher Wohnform vor Ort angefragt werden kann, müssen natürlich die Betroffenen, Angehörigen und Bezugspersonen selbst treffen.“






Zu den, immer wieder in den Medien dargestellten Negativbeispielen über Mängelzustände und nicht erfüllte Qualitätsstandards bei vereinzelten Leistungsanbietern im Pflegebereich und den möglichen Auswirkungen, erwähnt Claes, dass „der Medizinische Dienst der Kassen unangemeldete Besuche in den Einrichtungen durchführt, um die geforderten Standards zu überprüfen.“


„Entsprechende Ergebnisse werden u.a. auf einer Internetpräsenz unter: www.pflegenoten.de veröffentlicht“, fügt Kramer hinzu.



Auch die Problematik einer möglichen Verwahrlosung nimmt aus Sicht der BeKo-Mitarbeiter zu. Nach geschätzten Hochrechnungen gibt es vielleicht um die 160 ältere Menschen, die in dieser schwierigen Situation im Landkreis und der Stadt Giessen leben könnten. Aber die Organisation einer zeitnahen Hilfe ist nicht einfach.







Für das laufende Jahr 2010 steht eine zusätzliche Veränderung der Rahmenbedingungen der Beratungsmöglichkeiten für ältere und pflegebedürftige Menschen in der Region Giessen an: Durch die Verabschiedung des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes wurde ein Rechtsanspruch auf eine individuelle Rechtsberatung sichergestellt und im Dezember 2008 hatte die hessische Landesregierung verfügt, dass in jedem Landkreis ein entsprechendes Angebot vorzuhalten ist.

Somit wird – nach entsprechenden Umbauarbeiten – auch in Giessen ein eigener und räumlich abgetrennter Pflegestützpunkt als Beratungsschwerpunkt eingerichtet werden. Die Verhandlungen mit den Kassen sind abgeschlossen und in der Sache können die Details jetzt geregelt werden.






Für die Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Rat suchen, bedeutet das eine Erweiterung des Angebotes für die Stadt und den Landkreis Giessen. Auch deshalb, weil es gelungen ist, die Umsetzung der gesetzlichen Regelung des individuellen Beratungsanspruches mit einer gewachsenen Institution, die in gleichen Arbeitsfeldern erfolgreich tätig ist, zu koordinieren.








Die Öffnungszeiten der Beko in der Kleinen Mühlgasse 8 in Giessen sind weiterhin jeweils am Montag von 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr und von Dienstag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr; oder nach Vereinbarung.




Die Telefonnummer lautet 0641/9790090; die E-Mail-Adresse: Seniorenberatung@beko-giessen.de






Giessen, 20. März 2010 / Foto: Frank Sygusch (Giessen-Server.de)







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