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Frauenveranstaltungsverzeichnis der Universität Giessen liegt vor

HEDWIG präsentiert Termine, Informationen, (Lehr-)Veranstaltungen





GIESSEN (mip/r).                Für das Sommersemester 2010 liegt nun wieder ein aktuelles Frauenveranstaltungsverzeichnis vor, das von der Frauenbeauftragten der Justus-Liebig-Universität (JLU) herausgegeben wird.




Fristgerecht zum Vorlesungsbeginn berichtet HEDWIG über die Veranstaltungen der Frauenbeauftragten in diesem Semester, über Erfolge und Maßnahmen in der Gleichstellungspraxis der Universität sowie über Seminare und Forschungsprojekte zum Thema Frauen- und Geschlechterforschung. Großzügig gestaltet und ausführlich kommentiert, präsentiert HEDWIG ihre Themen nicht nur übersichtlich und ansprechend, sondern lädt auch zu einer informativen und spannenden Lektüre ein.




Insgesamt fünf Veranstaltungen der Frauenbeauftragten werden in diesem Frühjahr/Sommer angeboten, von denen sich drei vor allem an den wissenschaftlichen Nachwuchs und an Studentinnen der JLU richten. Die Auftaktveranstaltung von ProProfessur wie auch das Seminar über die Ziele des Men-toring-Programms des MentorinnenNetzwerks für Frauen in Naturwissenschaft und Technik informieren über Zielsetzungen und Teilnahmebedingungen die-ser Förderprogramme. Dagegen bietet das Seminar von Kirsten Prinz Studen-tinnen der JLU die Möglichkeit zu reflektieren, wo sie auf ihrem beruflichen Le-bensweg stehen und welche Ziele sie erreichen wollen. An alle Frauen richtet sich das Seminar der Diplom-Pädagogin Ulrike Döring-Epe, in dem mit Hilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Kraft und Intelligenz des Herzens Übungen zum Stressabbau erlernt werden können. Der Vortrag der Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Dern „Das Gesetz hat (k)ein Geschlecht“ wiederum geht den Fragen nach, inwieweit bestehende Gesetze und aktuelle Reformen geschlechtsneutral sind und ob der Gesetzgeber seiner Pflicht auf Überprüfung eventueller Nachteile für Frauen tatsächlich nachkommt.




In der Rubrik Informationen zieht die Frauenbeauftragte eine positive Zwi-schenbilanz zur Umsetzung des Gleichstellungskonzepts der JLU. In mehreren Beiträgen werden einzelne Programme und Projekte auf dem Gebiet der Frauenförderung und Gleichstellung der JLU vorgestellt, wie die GewinnerIn-nen der ersten universitätsinternen Ausschreibung des Ideenwettbewerbs zur Frauenförderung, die Erfolge beim Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder, die neue Kindertagesstätte des Studentenwerks Gießen KITA KIWIS oder die Ferienbetreuung JustusKids, die auch für die Sommerferien 2010 wieder geplant ist. Interessant auch die Informationen über die Organisationen der Frauenbeauftragten an Hochschulen auf Bundes- und Landesebene sowie die Beiträge von zwei Teilnehmerinnen des Kurses für kreatives Schreiben im letzten Semester zum Thema „Vom gleichberechtigten Leben“.





Das Interview stellt in diesem Heft die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Mathilde Hennig vor, deren Professur, wie die der in der letzten Ausgabe interviewten Anglistikprofessorin Dr. Greta Olson, im Rahmen des Professorinnenprogramms des Bundes gefördert wird.




Nach der Rubrik Forschung in der Lehre folgt das Thema Gender in der Lehre, wo insgesamt 33 Lehrveranstaltungen an der JLU, die sich mit Fragen der Frauen- und Geschlechterforschung beschäftigen, dargestellt sind.




Es sind vor allem die geisteswissenschaftlichen Fachbereiche, die Seminare zu diesem Forschungsgebiet anbieten. Die meisten findet man in den Sozial- und Kulturwissenschaften. Hier beschäftigten sich insgesamt 15 Lehrveranstaltungen mit einer großen Bandbreite einschlägiger Themen, wie „Politische Theoretikerinnen“ im Seminar von Prof. Dr. Barbara Holland-Cunz, „Rasse, Ethnizität und Geschlecht im postkolonialen Deutschland“ oder die Frage, wie Begabung, Herkunft, Leistung und Geschlecht mit Erfolg oder Misserfolg in Schule und Gesellschaft zusammenhängen. Ein Seminar diskutiert den Einfluss geschlechtsspezifischer Kommunikationsmuster auf die Gesprächsführung, ein weiteres wendet sich den Suchtgefahren bei Mädchen und Jungen zu und untersucht Möglichkeiten der Intervention und Prävention in der Schule.





In den Geschichts- und Kulturwissenschaften arbeiten gleich zwei Seminare zu dem spannenden Thema „Göttinnen“. Im Fachgebiet Evangelische Theologie will Prof. Dr. Ute Eisen in ihrem Seminar den Einfluss der Göttinnen des alten Orients auf die biblische und islamische Theologie untersuchen, bei den Historikern beschäftigt sich das Seminar von Dr. Michaela Stark mit der Stadtgöttin Athena und analysiert, wie statuarische Weihgaben und architektonischer Bilderschmuck über Geschlechterrollen in Religion und im sakralen Raum Auskunft geben.





Nicht wegzudenken ist im Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur die analytische Kategorie Gender und der wissenschaftliche Blick auf die unter-schiedlichen Rollen von Frauen und Männern. Entsprechend zahl- und facettenreich sind die hier angebotenen Seminare mit frauen- und geschlechter-spezifischen Ansätzen. Die Rigaer Gastdozentin Ineta Balode z. B. bearbeitet in ihrer Lehrveranstaltung zu „Frauensprache/Männersprache“ historische deutschbaltische Quellen aus genderlinguistischer Sicht. Bei den Romanisten werden im Seminar „Madame Bovary und ihre Schwestern“ von Prof. Dr. Hartmut Stenzel Frauenschicksale im 19. Jahrhundert betrachtet, die von männlichen Autoren gezeichnet wurden. Dabei sollen Möglichkeiten einer feministischen Lektüre der Texte erprobt werden. Mit dem Seminar “Cultural Meanings of the Obama Presidency“ wendet sich die Anglistin Prof. Dr. Greta Olson einem topaktuellen Thema zu. Die SeminarteilnehmerInnen analysieren schriftliche und multimediale Texte über Barack Obama und seine Familie um die verschiedenen symbolischen Bedeutungen seiner Präsidentschaft zu bestimmen.





Auch das Fachgebiet Wirtschaftslehre und Verbrauchsforschung bietet in diesem Semester wieder interessante Seminare mit Berücksichtigung der Kategorie „Geschlecht“ an. So werden z. B. in der Lehrveranstaltung „Ungleichheits- und Armutsforschung“ von Prof. Dr. Ute Meier-Gräwe mit Hilfe theoretischer Ansätze und empirischen Materials die Gründe für die Armut von Männern und Frauen, Eltern und Kindern erforscht.





Viele der Seminare sind - wenn die Kapazitäten es erlauben - auch für GasthörerInnen offen.




Ab sofort liegt die 40-Seiten-starke Broschüre zum Abholen bereit: In den Gebäuden der Universität, den Buchhandlungen und verschiedenen Einrichtungen der Stadt Gießen und im Büro der Frauenbeauftragten. Oder unter www.uni-giessen.de/frauen.





Giessen, 26. März 2010









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