"Herz - Motor des Lebens"
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Giessen zeigten anlässlich des dritten bundesweiten "Tages der Gesundheitsforschung" neue Erkenntnisse aus der Herz-Kreislauf-Forschung

GIESSEN (fsy). Koronare Herzerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Herzleistungsschwächen als Symptom für Erkrankungen am Herzen und an Gefäßen und die verschiedenen Formen von Infarkten sind in Deutschland weit verbreitet und Haupttodesursachen. Die forschende und praktische Medizin sucht deshalb immer weiter nach veränderten und angepassten diagnostischen Verfahren und gezielten Behandlungsmöglichkeiten.


Am vergangenen Sonntag hatte die Medizinische Klinik der Universität Giessen die interessierte Öffentlichkeit zu Kurzvorträgen und einem allgemeinen Informationstag eingeladen. Zahlreiche Besucher ließen sich vom Fachpersonal beraten und über Behandlungsformen im Rahmen von Erkrankungen am Herz und den Gefäßen vor Ort in der Klinik informieren.

Die Erforschung von Herzerkrankungen bildet einen geförderten Schwerpunkt an der Justus-Liebig-Universität. Koronare Herzerkrankungen werden im chronischen und akuten Stadium erforscht, um z.B. die Mechanismen der innerkoronaren Thrombusbildung zu erklären und besser behandeln zu können.

Herz-Lungen-Maschine, die während der Herztransplantation eingesetzt wurde (Bild: Giessen-Server.de)
Weitere Forschungsschwerpunkte bilden Projekte über die Regeneration des ischämischen Myokards, die akute und chronische Abstoßung nach Herztransplantation sowie Untersuchungen zu genetischen Risikokonstellationen (Gen-Polymorphismen), die mit einer frühzeitigen Manifestation der koronaren Herzerkrankung assoziiert sind. Die Erkenntnisse aus den Untersuchungen sollen zu neuen pathogenetischen, sowie präventiven bzw. therapeutischen Therapiekonzepten führen.


In einem der verschiedenen Teilprojekte forschen die Wissenschaftler an der Giessener Universität über die Entwicklung der Transplantatvaskulopathie. In einem ersten Abschnitt konnte bereits am transplantierten Herzen der Ratte nachgewiesen werden, dass dendritische Zellen am Prozess der Transplantatvaskulopathie pathogenetisch beteiligt sind. Nun geht es darum diesen Prozess in der Entstehung zu verstehen und durch die Entwicklung von pharmakologischen Stoffen aufzuhalten und u.a. eine Identifizierung der unbekannten immunologischen Mediatormoleküle zu leisten, damit pharmakologische und zelltherapeutische Strategien für den Patienten nach Herztransplantation entwickelt werden können.
Giessen, 26. Februar 2007 / alle Bilder: Frank Sygusch (Giessen-Server.de)
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