GIESSEN (mip/r). Die Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich zog eine positive Bilanz bei der heutigen Feierstunde mit geladenen Gästen und eröffnete eine Ausstellung im 2. Stock des neuen Rathauses Berliner Platz 1 in Giessen.
Am Montagabend wurde auf Einladung des Magistrates vor geladenen Gästen an das Bestehen der Initiative „Giessener Gebäudepass“ erinnert. „Es gibt noch viel zu tun“, so die Bürgermeisterin, ihrer Meinung nach schlummern im Gebäudebestand in und um die Stadt Giessen noch enorme Energiesparpotentiale. Diese Tatsache den Hauseigentümer bewusst zu machen ist Aufgabe des Energiemoduls des Giessener Gebäudepasses für Energieeinsparung und gesundes Wohnen. Sie sieht die Initiative als gelungenes Modell einer public private partnership an und dankt den aktuellen Partnern.
Bis Ende 2009 wurde mit Hilfe von 18 verschiedenen Sponsoren 51.500 € gesammelt und schon fast alles in Form von Zuschüssen an die Bürger weitergeleitet. Somit konnten die Leistungen des Giessener Gebäudepasses kostengünstiger angeboten werden.
„Als Sponsor unterstützen Sie den Giessener Gebäudepass als Instrument des lokalen Klimaschutzmanagements“, betont die Bürgermeisterin, “dafür möchten wir Ihnen im Namen der Initiative Giessener Gebäudepass und der Stadt Giessen noch einmal ausdrücklich danken“. Die Bürgermeisterin ruft dazu auf den Giessener Gebäudepass weiterhin mit Sponsormitteln zu unterstützen. Nach Grußworten von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Landrätin Anita Schneider und Stadtwerke-Vorstand Reinhard Paul nahm Carsten Herbert vom Darmstädter Beratungsbüro „Energie & Haus“ die Zuhörerschaft auf eine kurzweilig vorgetragene Zeitreise durch die Geschichte des Energiesparens.
Dr. Hans-Joachim Grommelt, Amtsleiter des Umweltamtes erläuterte in seinem Vortrag „Bilanz des Giessener Gebäudepasses“ die intensive Öffentlichkeitsarbeit in den 10 Jahren und verwies auf die bis zu 2000 dokumentierten Bürgeranfragen, die dann in 80 bis 100 Energieberatungen pro Jahr mündeten. Kritisch merkte er an, dass immer noch die Gesundheitsgefährdung der bauseits vorhandenen Schadstoffe sträflich unterschätzt werde. In früheren Zeiten wurde bei der Sanierung, dem Rück- oder dem Umbau von Gebäuden wenig auf die häufig vorkommenden Schadstoffe geachtet, die sich in verschiedenen Bauteilen befanden. Auch in der heutigen Zeit finden sich immer wieder Baustellen, auf denen das Thema Schadstoffe regelrecht ausgeblendet wird. Hierbei werden die Umwelt und die mit den Bauarbeiten beschäftigten Arbeitnehmer durch unerkannte Schadstoffbelastungen unnötig gefährdet. Die Tücken einer Schadstoffsanierung werden im Rahmen der Ausstellung anhand von 5 Themenplakaten erläutert.
Überproportional fallen die Gespräche zum Schimmel beim Umweltamt an. Dazu werden auf der Ausstellung Tafeln die Ursache, Vorsorge und Bekämpfung näher erklärt. Der kurzweilige Vortrag von Herrn Carsten Herberts aus Darmstadt zur Geschichte des Energieeinsparens wird ebenfalls bei der Ausstellung mit 10 interessanten Plakaten zusehen sein.
Die Erfahrung zeigt, dass Beratungen zur energetischen Sanierung zur Hälfte zu Komplettsanierungen von Gebäuden führen. Es wird in vielen Fällen deutlich mehr als eine ursprünglich angedachte Einzelmaßnahme durchgeführt. Die Sanierungsaufträge kommen heimischen Bau¬firmen und Handwerksbetrieben zugute.
Die Bilanz der zehnjährigen Tätigkeit der Initiative endete mit dem Hinweis auf zwei Aus¬zeichnungen durch das Klimabündnis europäischer Städte und das hessische Umweltmi¬nisterium als zukunftweisendes Projekt.
Zum Abschluss der Veranstaltung eröffnete Umweltdezernentin Weigel-Greilich eine Ausstellung: Zu sehen sind die nächsten drei Wochen bis zum 7. Mai fünf Plakate zum Thema „Heimische Schadstoffe“, 11 Plakate zum Thema „Schimmel, was ist das?“ , sechs ausgewählte, von Bürgern umgesetzte energetische Sanierungen seit 2004; Info-Plakate zu den Modulen des Giessener Gebäudepasses und Plakate des „Energiesparmuseums“ von Herrn Carsten Herbert aus Darmstadt.
Giessen, 20. April 2010
Februar 2012
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