GIESSEN (mip/r). Am Mittwoch, den 05. Mai 2010 stellten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Iku“ im Stadtverordnetensitzungssaal Vertreterinnen und Vertretern aus der Giessener Stadtgesellschaft mit Migrationshintergrund und weiteren Interessierten ihr Mitmach-Projekt „Interkulturellen Garten Giessen (Iku)“ vor.
Hierbei handelt es sich um einen Ort für Kommunikation sowie Kompetenzbildung. Bürgermeisterin Weigel-Greilich begrüßt die Idee. Hier können verschiedene Kulturen im Austausch lebendig werden, Menschen lernen Verantwortung zu übernehmen und verwurzeln sich in ihrer neuen Heimat Giessen. Die Gründungsmitglieder Abderrahim En-Nosse und Dr. Virpi Nurmi entwickelten die Projektidee anlässlich der Landesgartenschau 2014. Sie fügt sich auch in das internationale Biodiversitätsjahr 2010 ein.
Bislang fand die „Gruppe“ der Menschen mit Migrationshintergrund in Giessen - aber auch allgemein in Deutschland - im Hinblick auf Themen und Prozesse zu Natur und Umwelt kaum Beachtung. Angesichts der Tatsache, dass der Anteil dieser „Gruppe“ derzeit in Gießen bei ca. 18% und bei Jugendlichen sogar bei 24% liegt, ist es laut Abderrahim En-Nosse längst überfällig, dieses Bürgerpotenzial anzusprechen und für die Landesgartenschau zu mobilisieren.
Das Garten-Projekt will Migranten ansprechen, umweltbildende Aktivitäten mit zu initiieren und zu verbreiten. Ziel ist ein kulturübergreifender nachhaltiger Umgang mit Natur und Umwelt. „Wir möchten Raum schaffen für den Dialog zwischen Kulturen und ihren Menschen, die hier leben, um ein global verträgliches und weltoffenes Denken und Handeln ganz bodenständig einzuüben“, so die Biologin Dr. Virpi Nurmi.
„Iku“ will Wurzeln inmitten der Stadt Giessen schlagen und bei der Landesgartenschau 2014 als blühender „Iku-Garten“ für Kommunikations- und Kompetenzbildung sichtbar werden, erläutert die Landschaftsarchitektin Susanne Jakobs, ebenfalls Iku-Gründungsmitglied. Es sollen dabei nicht nur die lokalen und globalen Aspekte des Natur- und Umwelthandelns einbezogen werden, sondern diese auch mit sozialen Gesichtspunkten verknüpft werden. Kulturelle, soziale sowie Natur- und Gestaltungskompetenzen werden im Garten sinnlich erfahrbar.
Der „Iku-Garten“ wirft den Blick in die Zukunft und will ein generationen- und kulturübergreifender Bildungsort der Umweltbefähigung sein. Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur begegnen sich darin und bauen Berührungsängste ab. Durch ihn bekommt Integration in der Stadt Giessen ein Gesicht, das dank der Landesgartenschau 2014 sichtbar wird. Der „Iku-Garten“ ist ein Mosaikstein in der Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeits- und Biodiversitätsstrategie. Die Arbeitsgemeinschaft „Iku“ will mit dem interkulturellen Garten die „Grüne Sprache“ der Völker in Giessen deutlich machen und dabei die Natur anlässlich der Landesgartenschau 2014 als Medium und Begegnungsort für den Umgang mit kulturellen Unterscheiden nutzen.
Giessen, 06. Mai 2010
Februar 2012
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