GIESSEN (mip/r). Unter dem Motto „Wissen teilen|Verteiltes Wissen“ findet am 10. Mai der Hessische Bibliothekstag in Giessen statt. Die jährlich stattfindende Veranstaltung will sowohl auf das breite Angebot der öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken in Hessen aufmerksam machen, als auch ein Fortbildungsangebot für die Mitarbeiter im hessischen Bibliothekswesen bieten. Mit über 200 Fach-Besucherinnen und –Besuchern rechnet der Veranstalter, der Landesverband Hessen im Deutschen Bibliotheksverband (dbv), für den diesjährigen Bibliothekstag in Giessen.
Die Öffentlichkeit ist ebenso eingeladen, an den vielfältigen Veranstaltungen und Vorträgen teilzunehmen. Im Rahmen des Bibliothekstages findet auch die Verleihung des Hessischen Bibliothekspreises statt, der von der Sparkassen-Kulturstiftung und dem Landesverband bereits zum 13. Mal verliehen wird. Er geht in diesem Jahr an das „Informations- und Mediennetzwerk der Medienzentren und Schulen“ im Lahn-Dill-Kreis (IMeNS).
Im Pressegespräch gaben heute Giessens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz als Gastgeberin, Alois Lenz, MdL, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen im Deutschen Bibliotheksverband, Dr. Sabine Homilius, Geschäftsführende Vorsitzende des Landesverbandes Hessen im Deutschen Bibliotheksverband, Dr. Peter Reuter, Direktor der Universiätsbibliothek Giessen, Ingrid Sand, Leiterin der Hochschulbibliothek Giessen-Friedberg sowie Guido Krell, Leiter der Stadtbibliothek Giessen einen Ausblick auf den Tag.
Als „Ort der Bildung und Kultur“ stehen die Bibliotheken heute vor neuen Herausforderungen. Welche Rolle die Bibliotheken künftig angesichts der sich rasant entwickelnden Informationsgesellschaft übernehmen müssen, dieser Frage wird sich der Bibliothekstag mit einem hochkarätigen Programm deshalb in diesem Jahr zuwenden. Prof. Dr. Henning Lobin von der Justus-Liebig-Universität Giessen eröffnet mit seinem Impuls-Vortrag „Lesen und Schreiben nach Ende der Schriftkultur“ den fachlichen Teil der Veranstaltung. Im Forum für Öffentliche Bibliotheken werden Vorträge zu dem Thema „Onleihe“ (E-Books und andere digitale Medien in der öffentlichen Ausleihe) zu hören sein. Im Bereich Wissenschaftliche Bibliotheken geht es um „Barrierefreies Wissen: Anforderungen und Lösungen“, das Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten, FH Giessen-Friedberg, beleuchten wird.
Wie stark das Thema elektronische Medien heute bereits den Bibliotheksalltag bestimmt, darauf machte Herr Dr. Reuter, aufmerksam: Der Download von digitalen Medien der Universitätsbibliothek erfolge mittlerweile im gleichen Umfang wie die Ausleihe des Buchbestandes. Und: Das habe nicht zu einer Verringerung der Nutzung der Bibliothek als Ort des Wissens geführt. Die Lesesäle seien voll, es werde insgesamt mehr auf das Wissen der Bibliotheken zurückgegriffen. Für den Bereich der öffentlichen Bibliotheken bestätigte Frau Dr. Homilius diese Einschätzung.
E-Books werden nicht als Gefahr für Bibliotheken gesehen, darin waren sich die Teilnehmer einig. Vielmehr gehe es um Vernetzung der Angebote und Öffnung gegenüber den neuen technischen Möglichkeiten. „Das Buch wird nicht sterben“, so Landesverbands-Vorsitzender Lenz. Er appellierte abschließend daran, die Bibliotheken in die Lage zu versetzen, weiterhin der Ort des Wissens und der Kultur in den Städten und Gemeinden zu bleiben. Dass das wirtschaftsstarke Bundesland Hessen sich im Ländervergleich gemessen an der Zahl des Medienbestandes, der Ausleihen und des Personalbestandes im hinteren Mittelfeld bewege, bedauerte Lenz in diesem Zusammenhang. Der Bibliothekstag könne daher helfen, auf die wichtige Funktion der Bibliotheken öffentlich aufmerksam zu machen.
Giessen, 07. Mai 2010
Februar 2012
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