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Märchenoper Pollicino - Premiere in der Studiobühne Giessen

Gelungene Umsetzung der anspruchsvollen Märchenoper - Verschiedene Märchenmotive und –ideen durchdringen den Bühnenraum – Ausdrucksstarke Umsetzung der Erzählstrukturen von Sängerinnen und Sängern, Instrumentalistinnen und Instrumentalisten






GIESSEN (fsy).                              Teilweise dicht gedrängt ging es auf der Studiobühne im Löbershof in Giessen beim Märchen für Musik von Giuseppe Di Leva zu, das in der deutschen Fassung und Musikbearbeitung von Hans Werner Henze am vergangenen Freitag seine Premiere feierte. Über 30 Kinder und Jugendliche aus dem Kinder- und Jugendchor des Stadttheaters Giessen sangen und spielten in originellen Kostümen und wechselenden Rollen; und wurden auf dem Bühnenraum musikalisch begleitet von jungen Instrumentalisten der Musikschule Giessen. Die musikalische Leitung lag beim Leiter des Kinder- und Jugendchores Martin Gärtner und für die Inszenierung zeichneten Stephanie Kuhlmann und Regieassistentin Annika Henrich verantwortlich.






Märchenoper Pollicino - Premiere in der Studiobühne Giessen

(Bild: Stadttheater Giessen)






Die Gestaltung von Bühne und Kostümen (Mila von Daag) ließen der Phantasie viel Platz und die Orte der verschiedenen Handlungsebenen fügten sich nahtlos einander an. Einfache Requisiten wurden sehr gelungen in der Ausstattung eingesetzt und die Geschichte des Märchens erhielt durch die Aufführungsqualität mit der Musik der Instrumentalisten eine ausdrucksstarke Erzählstruktur.





In der erzählten Märchengeschichte sind verschiedene Motive aus mehreren Märchen verwoben: Aus der Hungersnot heraus entschließt sich ein armes Holzfällerpaar seine Kinder im tiefen Wald auszusetzen. Beim ersten Versuch gelingt das nicht, denn der älteste Sohn Pollicino hat im Vorfeld des Ereignisses das nächtliche Gespräch der Eltern mit angehört und vorgesorgt: Verantwortungsvoll und stolz führt er alle Geschwister wieder zurück ins Elternhaus, dort wo Mutter und Vater es sich mittlerweile bei Wein und Schinken gut gehen lassen. Dann endlich, beim zweiten Versuch klappt es und die Kinder verirren sich im dunklen Wald; erleben die rauschenden Bäume des Waldes und treffen auf die Tiere, einschließlich des Wolfes. Die Tiere schicken die verirrten Kinder zum Haus des Menschenfressers „Fürchterlich“, dessen Frau ihnen Übernachtung gewährt. Menschenfresser „Fürchterlich“ freut sich über die zusätzliche Ausbeute und nur Dank einiger Flaschen Wein lässt er sich davon abhalten alle Kinder sofort zu schlachten, um Frischfleisch zu haben. Doch das gute Ende naht muss und die Kinder des Menschenfressers freunden sich mit den Holzfällerkindern an. Pollicino verliebt sich gar in die älteste Tochter Clothilde und allen Kindern gelingt gemeinsam die Flucht aus der schrecklichen Umgebung. Über die Flucht und das Ende freut sich auch klammheimlich die Frau des Menschenfressers und am Schluss siegt das Gute und besonders die Liebe erglüht aus dem Dunkel des Waldes im Finale leuchtend als Botschaft hervor.





Die dynamisch angemessene Musikumsetzung des Stückes aus dem Jahr 1980 erforderte bei allen Beteiligten eine hohe Aufmerksamkeit, denn das Stück ist anspruchsvoll gesetzt und es gibt zahlreiche Wechsel und Brechungen im Takt und verschiedene Tempi zu erarbeiten. Die tonale Form des Stückes arbeitet mit genauesten Einsätzen, um die spannungsgeladene Bühnenpräsenz der Sängerinnen und Sänger hervorzuheben. Das alles musste im Team mit allen Beteiligten tüchtig geübt werden und im Vorfeld musste auf die Einhaltung des genauen Probenplans - unter (fast) professionellem Anspruch - besonders geachtet werden, damit die schwierige Aufgabe als Gruppe gemeinsam gemeistert werden konnte.


Den Lohn für die gelungene Aufführung erhielten die jungen Beteiligten am Freitagabend: einen starken, lauten und lang anhaltenden Beifall auf der Theaterbühne. Es war spürbar, dass den Kindern und Jugendlichen die Premiere besonders viel Spaß bereitet hatte; und dem Publikum natürlich auch.








Märchenoper Pollicino - Premiere in der Studiobühne Giessen

(Bild: Stadttheater Giessen)







In den zahlreichen Spielszenen und Zwischenspielen wurden die Stimmen und Instrumente mutig und genauestens eingesetzt und die Umsetzung des Stückes auf der Theaterbühne durchdrang immer wieder den Klangraum aufs Neue. Auch in den schwierigen Teilen, wenn einzelne Instrumente – wie Gitarre oder immer wieder die Geige - Solos spielten, gelang des den jungen Musikerinnen und Musikern das Bühnengeschehen aufs Beste zu unterstützen und mit zu formen. Ob Anklänge an Carl Orff, Walzermelodien, märchenhafte Volksweisen, laute und leise Passagen mit dynamischen Akzenten von Glockenspiel, Trommel oder Becken: Die Kinder und Jugendlichen haben sich in die Welt der Oper und des Märchens auf einer Theaterbühne hineinversetzt. Auch die Gesangsstimmen im Duett, im Ensemble, als Chor und Einzelstimmen überzeugten. Eine tolle Leistung, bedenkt man, dass die geleistete Arbeit von den Kindern und Jugendlichen ehrenamtlich und in der Freizeit – ganz nebenher - stattgefunden hat.









Die Besetzungsliste bei "Pollicino"





Rollen und  Premierenbesetzung (zweiter Name)




Pollicino Robert Schmidt Sebastian Beck




Mutter Katharina Baum Giulia Gietzen




Vater Ariane Landig Franziska Schwarzer Geraedts




Holzfällerkind 1 Naomi Wellnitz Emily Weingarten




Holzfällerkind 2 Benjamin Can Christoph Reber





Holzfällerkind 3 Elisabeth Trense Cleopatra Herring,





Holzfällerkind 4 Lena Siguda Laila Friege





Holzfällerkind 5 Amelie Benner Julia Mertsching





Holzfällerkind 6 Filip Schuffert Amelie Benner




Holzfällerkind 7 Sarah Mölleken Mona Turski





Holzfällerkind 8 Josi Kurz Sarah Trense





Holzfällerkind 9 Lukas Hertel Selma Gießmann





Holzfällerkind 10 Jasmin Breitzke-Döring Rahel Faber





Holzfällerkind 11 Theresa Mera Euler Anna Schuppe






Holzfällerkind 12 Marki Tritopoulos Juliana Kraus





Baum 1 / Uhu / Menschenfresserkind 1 Rahel Faber Jasmin Breitzke-Döring





Baum 2 / Fr. Hirschkuh / Menschenfresserkind 2 Laila Friege Lena Siguda





Baum 3 / Hr. Hirschkuh / Menschenfresserkind 3 Emily Weingarten Filip Schuffert





Baum 4 / Füchslein / Menschenfresserkind 4 Julia Mertsching Amelie Benner





Baum 5 / Hase / Menschenfresserkind 5 Selma Gießmann Josi Kurz





Baum 6 / Igel / Menschenfresserkind 6 Sarah Trense Elisabeth Trense






Baum 7 / Wildsau / Menschenfresserkind 7 Juliana Kraus Benjamin Can





Baum 8 / Wolf / Menschenfresserkind 8 Mona Turski Sarah Mölleken






Baum 9 /Menschenfresserkind 9 Cleopatra Herring Lukas Hertel






Baum10/Menschenfresserkind10 Christoph Reber Naomi Wellnitz






Baum 12/Menschenfresserkind 11 Marki Tritopoulos






Baum 11 / Clothilde Anna Schuppe Theresa Mera-Euler







Baum 13 Sebastian Beck Robert Schmidt






Menschenfresser Georgia Benner Hanna Römer






Frau des Menschenfressers Franziska Bähr Helena Hick









Die Besetzung der Musikschule Giessen bei der Premiere:





Victoria Lang, Vanessa Scherf, Julia Schimmel, Lisa Wellnitz, Susanne Wudy

– Violine





Franziska Schwarzer-Geraedts, Simon Marauhn

– Violoncello





Andrea Herrmann, Claudius Garten

– Gitarre





Lukas Breitstadt, Corvin Coch, Tristan Niedecken, Jannik Sygusch, Tobias Völzel

– Schlagzeug









Weitere Vorstellungen der Märchenoper im TiL in Giessen: am 12. Juni (18.00 Uhr), 13 Juni (11.00 Uhr), 20 und 27. Juni jeweils 15.00 Uhr. Also auch zu Spielzeiten für die Kleinsten ab 6 – 10 Jahren.







Giessen, 07. Juni 2010 / Fotos: Stadttheater Giessen


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