Oberbürgermeisterwahlen
WIESBADEN (mip/r). Bei der gestrigen Oberbürgermeisterwahl in Wiesbaden sank die Wahlbeteiligung auf einen Tiefstand. Lediglich knapp 27 Prozent der gut 201 000 Wahlberechtigten nahmen an der Abstimmung teil. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren das 6,8 Prozent weniger als bei der Oberbürgermeisterwahl im Mai 2003. Eine noch geringere Wahlbeteiligung wurde bislang nur in drei hessischen Kommunen registriert, in Eppstein (24,7 Prozent), Biedenkopf (24,7 Prozent) und Sinn (25,3 Prozent). Gleichzeitig stieg in Wiesbaden die Zahl der ungültigen Stimmen von einem Prozent auf einen Höchstwert von 8,9 Prozent. Einen höheren Wert gab es bisher nur 2003 in Hanau (9,8 Prozent).
Seit Einführung der Direktwahlen am 1. April 1993 fanden in den 426 hessischen Städten und Gemeinden jeweils bis zu vier Bürgermeisterwahlen statt. Im Durchschnitt beteiligten sich gut 62 Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung. Meist nahm die Wahlbeteiligung mit zunehmender Gemeindegröße ab. In Gemeinden unter 10 000 Einwohnern beteiligten sich im Durchschnitt gut 66 Prozent der Wahlberechtigten an der Bürgermeisterwahl, in den Kommunen mit 25 000 bis unter 50 000 Einwohnern gut jeder Zweite (50,9 Prozent). In den kreisfreien Städten mit über 100 000 Einwohnern nahmen durchschnittlich 46 Prozent der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger an der Abstimmung teil.
In vier der fünf kreisfreien Städten nahm die Wahlbeteiligung von Wahl zu Wahl kontinuierlich ab, nur in Offenbach am Main nahm sie im Jahr 2005 im Vergleich zur vorangegangenen Wahl leicht zu. Die durchschnittliche Beteiligungsquote lag bei den ersten Direktwahlen bei gut 52 Prozent. Damals wies die Landeshauptstadt Wiesbaden mit über 59 Prozent die höchste Wahlbeteiligung auf und Offenbach am Main (44,2 Prozent) die niedrigste. Bei den sechs Jahre später folgenden zweiten Oberbürgermeisterwahlen beteiligten sich knapp 43 Prozent der Wahlberechtigten, bei den Dritten lediglich 40 Prozent. Dabei registrierte Darmstadt (46 Prozent) die höchste Beteiligungsquote, vor Kassel (41,7 Prozent) und Offenbach (38,9 Prozent). An der Wahl der Oberbürgermeisterin Roth in Frankfurt am 28. Januar 2007 hatte sich lediglich jeder dritte Wahlberechtigte beteiligt.
Giessen, 12. März 2007
Mai 2012
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