GIESSEN (fsy). Zu einer Konferenz der Landesarbeitsgemeinschaft hessischer Frauenbüros trafen sich gestern in Giessen die Vertreterinnen aus den 21 Landkreisen und Städten. Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen im Stadtverordnetensaal des Rathauses durch die Frauenbeauftragte der Stadt Giessen und Begründerin der LAG der hessischen Frauenbüros Ursula Passarge.

Ursula Passarge, die vor über 20 Jahren die Institution der Landesarbeitsgemeinschaft der Hessischen Frauenbüros anregte, inmitten ihrer hessischen Kolleginnen mit der Landrätin Anita Schneider (li.) und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz
(Foto: Giessen-Server.de)
Die lokalen Frauenbüros vor Ort auf der hessischen kommunalen Ebene sind wichtigste Instrumente bei der Umsetzung des verfassungsmäßig gebotenen Auftrags zur Gleichstellung von Mann und Frau und mehr als bloße Servicestellen. An den politischen Nahtstellen zwischen Parteien und Verbänden; zwischen Gesetzgebung und Verwaltung und besonders an den Orten, wo sich Gesellschaft ständig wandelt und gestaltet: im Sozial- , Bildungs- Arbeits- und Gleichstellungsbereichen, bilden die kommunale Frauenpolitik einen Anker und Kompass, um gesellschaftliche Chancengleichheit durchzusetzen.

LAG hessischer Frauenbüros tagte in Giessen - Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz spricht ein Grußwort
(Foto: Giessen-Server.de)
Die Landesarbeitsgemeinschaft hessischer Frauenbüros (LAG) ist die Selbstorganisation der kommunalen Frauenbeauftragten und wurde 1987 gegründet und hat seither unzählige Impulse und Zeichen bei der Interessenvertretung und Durchsetzung von Rechten von Frauen und Mädchen auf der politischen Ebene gesetzt. Die Themenvielfalt und Aufgabenschwerpunkte der LAG betreffen und beschreiben das gesamte Spektrum von Politikgestaltung: u.a. Lokale Bündnisse für Familie vor Ort, Sexueller Mißbrauch, Wohnungsnot, Gewaltschutz und Gewaltprävention, Verbesserung der Situation von Migrantinnen, Geschlechterdemokratie, Bildungschancen von Mädchen, Teilhabe an Gesellschaft und Politik, Arbeitsmarkt- und Berufschancen, Gender Mainstreaming, Bauleit- und Raumordnungsplanung, Gesundheitliche Vor- und Fürsorge, berufliche Gleichstellung, Lebenswirklichkeit und soziale Lagen. Die zentralen Aufgaben und Ziele sind es die strukturell bedingten Nachteile von Mädchen und Frauen öffentlich zu machen, auszugleichen und darauf hinzuwirken, dass Gleichberechtigung eine gesellschaftliche Wirklichkeit wird.

Ursula Passarge, die langjährige Frauenbeauftrage von Giessen
(Foto: Giessen-Server.de)
Am Vormittag der Konferenz tauschten sich die Teilnehmerinnen über die Zukunft des Hessischen Netzwerkes Frauen in Wohnungsnot und über verschiedene Themenberichte aus; und stellten die Brötchentütenaktion „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“ vor, die im November 2010 hessenweit durchgeführt werden soll. Am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Kindern, am 25. November 2010 rufen Frauenbeauftragte, lokale Netzwerke und örtlichen Bäckerinnungen gegen häusliche Gewalt auf und bereiten diese erste hessenweite Brötchentüten-Aktion vor, um das Thema häusliche Gewalt aus der Dunkelzifferzone zu holen und auf bestehende und mögliche Hilfsangebote aufmerksam zu machen. Informationen zu regionalen Hilfseinrichtungen wie Frauenhäuser und Beratungsstellen sollen neben dem Slogan auf der Rückseite der Brötchentüten aufgedruckt sein.

Anita Schneider, Landrätin im Landkreis Giessen hielt ein Impulsreferat bei der Konferenz der LAG Frauenbüros
(Foto: Giessen-Server.de)
Nach einem Grußwort durch die Oberbürgermeisterin der Stadt Giessen Dietlind Grabe-Bolz hielt die Landrätin des Landkreises Giessen Anita Schneider ein Impulsreferat zum Thema „Kommunen mit leeren Kassen – Auswirkungen auf die Infrastruktur von Frauen und Familien“. Schneider betonte, dass in Zeiten prekärer Wirtschafts- und Finanzlagen besonders in den Kommunen eine politische Positionierung gefragt ist. Bestehende Strukturen in den Bereichen der Frauenpolitik dürfen in den Kommunen nicht in Frage gestellt und die Forderungen der Gleichstellungspolitik mit der konkreten Durchsetzung von Chancengleichheit müssen in der Politik und Öffentlichkeit stärker denn je beachtet und gefordert werden.
Giessen, 17. Juni 2010 / Fotos: Giessen-Server.de
Februar 2012
Giessen Links
Stadt Giessen
Justus-Liebig-Universität
Fachhochschule Giessen
Tourist Information Giessen
Kunsthalle Giessen
Stadttheater Giessen (Jahresprogramm)
Mathematikum in Giessen (Jahresprogramm)
Botanischer Garten in Giessen
Liebig Museum in Giessen
Kümmerei in Giessen
Messe Giessen