GIESSEN / MARBURG (mip/r). Endlich Sommer, Ferien und Urlaub! Doch die damit verbundene Sommerhitze birgt auch Gesundheitsrisiken, die man kennen sollte. Das UKGM gibt Hinweise, wie man gut und wohlbehalten durch die nächsten Wochen kommt – ohne Opfer eines Hitzschlags oder eines Sonnenstiches zu werden.
Mensch und Klima: Grundsätzlich kann sich der Körper an hohe Temperaturen gewöhnen, man spricht dann von einer Hitzeakklimatisation. Dabei steigt die Körperkerntemperatur stetig langsam an und die Herzfrequenz reguliert sich automatisch herunter. Gerade Sportler und alle Berufsgruppen, die sich im Freien aufhalten, müssen dennoch in den ersten fünf heißen Tagen sehr vorsichtig sein. Wer hingegen in klimatisierten Räumen arbeitet, der sollte die Klimaanlage nicht zu kalt einstellen – sonst droht eine Erkältung.
Gefahren und Warnzeichen: Große Hitze belastet den Körper. Flüssigkeitsmangel, eine Verschlimmerung bestehender Krankheiten, Hitzekrämpfe und ein Hitzschlag können die Folgen sein. Diese Warnzeichen des Körpers müssen ernst genommen werden: Kreislaufbeschwerden, Muskelkrämpfe, Bauchkrämpfe, Erschöpfungs- oder Schwächegefühl, ein ungewohntes Unruhegefühl. Ein erhöhtes Risiko besteht für Säuglinge und kleine Kinder, Personen mit einer psychischen Krankheit, behinderte Menschen oder chronisch kranke Personen, besonders bei Herzkrankheiten oder Bluthochdruck, und vor allem für ältere und für pflegebedürftige Menschen.
Essen und Trinken: Das oberste Gebot bei Sommerhitze heißt: Ausreichend trinken. Nach Möglichkeit sollte die tägliche Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern noch etwas gesteigert werden. Die Menge an Flüssigkeit, die der Körper durch das Schwitzen verliert, muss unbedingt wieder aufgefüllt werden. Es kommt ohne genügend Flüssigkeitszufuhr nicht nur zu Mangelvolumen im Blut, sondern auch zu beachtlichen Mineral- und Elektrolytverlusten im Körper. Zu empfehlen sind hier Wasser, Tee und Früchteschorlen. Heiße und zu kalte Getränke sollten genauso vermieden werden wie Kaffee, sehr süße Getränke und Alkohol. Obst und Gemüse liefern Vitamine und Flüssigkeit und können im Gegensatz zu sehr fettreichen Speisen bedenkenlos verspeist werden.
Wohnen und Kleidung: Die beste Zeit zum Lüften der Wohnung sind die Nacht und der frühe Morgen. Vor eiskalten Duschen ist abzuraten – besser moderate Temperaturen wählen. Besonders von der großen Hitze gefährdete Personen sind kleine Kinder und ältere Menschen – sie sollten sich vorwiegend im Haus aufhalten, wenig körperliche Aktivitäten entwickeln und sich tagsüber schattige Plätze suchen. Alle Sonnenhungrigen hingegen sollten zumindest auf eine geeignete Kleidung achten. Die Luft muss unbedingt durch die Kleidung zirkulieren können, damit es nicht zu einem Hitzestau kommt. Hierfür eignen sich leichte und helle Stoffe wie zum Beispiel Baumwolle oder andere Naturfasern. Für die ganz Kleinen muss unbedingt an die Kopfbedeckung - am besten mit Nackenschutz - gedacht werden. Menschen, die ihre Arbeit im Freien verrichten müssen, sollten sich zusätzlich mit Sonnencreme einreiben und ihre Augen vor den aggressiven UV-Strahlen schützen.
Diese Aufzählung von Maßnahmen gegen die Sommerhitze ist nicht abschließend und soll als Orientierung dienen. Das UKGM hilft bei speziellen Fragestellungen gerne mit Auskünften weiter.
Giessen, 30. Juni 2010
Mai 2012
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