GIESSEN (mip/r). Gedanken von Menschen, die unter Waschzwängen leiden, drehen sich häufig um eine gefürchtete mögliche Infektion oder Verunreinigungen. Diese Gedanken werden als aufdringlich empfunden und lösen in der Regel starkes Unbehagen, Furcht und Ekel aus. Durch exzessive Wasch- und Reinigungsrituale werden diese negativen Emotionen kurzfristig reduziert und es wird ein vermeintliches Sicherheitsgefühl erzeugt. Langfristig wird der Waschzwang so jedoch aufrechterhalten, wodurch zahlreiche negative Konsequenzen entstehen, wie die Vermeidung vermeintlich kontaminierter Objekte und Orte, dermatologische Probleme, soziale und berufliche Einschränkungen.
Das Bender Institute of Neuroimaging (B.I.O.N.) der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) führt aktuell eine Studie durch, in der die neurobiologischen Prozesse bei Waschzwängen und deren Veränderung durch Psychotherapie untersucht werden. Durch die Studie besteht für Betroffene die Möglichkeit, eine besonders schnell vermittelte und spezialisierte kognitive Verhaltenstherapie zu erhalten. Die Behandlung setzt sich aus sechs diagnostischen Gesprächen und 25 Therapiesitzungen zusammen, die über einen Zeitraum von vier Monaten (zweimal wöchentlich) in der verhaltenstherapeutischen Ambulanz am Fachbereich Psychologie der JLU stattfinden.
Vor und nach der psychotherapeutischen Behandlung erfolgen magnetresonanztomographische Untersuchungen. Das Projekt leiten Prof. Dr. Rudolf Stark , Dipl.-Psych. Juliane Lange und Dipl.-Psych. Ali Baioui (Verhaltenstherapeutische Ambulanz JLU & B.I.O.N., Giessen).
Allgemeine Informationen zu Zwängen: www.zwang.vt-giessen.de
Informationen zur Studie: www.bion.de/zwangsstudie/Flyer_Teilnehmer.pdf
Giessen, 02. Juli 2010
Februar 2012
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