GIESSEN (fsy-A). Die Titel der Promotionen / Dissertationen in Giessen von 1894 bis 1945 mit den entsprechenden Signaturen und die Vorlesungs- und Personalverzeichnisse sind seit geraumer Zeit im Universitätsarchiv Giessen als Datenbanken und in –formaten zugänglich. Die dazugehörigen Promotionsakten mit den Gutachten der Referenten / Berichterstatter sind im Universitätsarchiv vollständig erhalten.
Somit ist die Online-Recherche im Giessener Universitätsarchiv endlich möglich. Die Datenbanken der Promotionen und Dissertationen können mit einer Suchmaske gezielt abgefragt werden und erleichtern somit die Arbeit von Sozialwissenschaftlern, Soziologen, Politikwissenschaftlern und Historikern, die über die Geschichte der Universität und die Region Giessens forschen und arbeiten.

(Bild: Giessen-Server.de)
Will der Anfragende z.B. wissen, welche Dissertationen die Hochschullehrer der ehemaligen Juristischen Fakultät Hans Gmelin, Erich Bley, Otto Eger; oder die Historiker der Philosophischen Fakultät Fritz Taeger, Theodor Mayer, Kurt Borries oder Rudolf Stadelmann wann und mit welchen Themen betreut hatten, müssen die entsprechenden Suchbegriffe und die Jahreszahlen eingegeben werden und die Datenbank wirft alle Signaturnummern mit den entsprechenden Angaben aus.
Beim Historiker Mayer sind es 19 Arbeiten; beim Althistoriker Taeger 2 und beim ehemaligen Rektor der Universität, dem Juristen Eger in der Zeit zwischen 1919 bis 1948 über 250 Datensätze.


Auch nach Jahrgängen und in den entsprechenden Fakultäten kann gesucht werden, um zu erfahren, welche Hochschullehrer welche Themen vergaben und welche Fakultät wieviele Studentinnen und Studenten promovierte.


Die Universitätsleitung der Giessener Justus Liebig Universität stellt sich mit der Bereitstellung der Daten per Online-Recherche der Verantwortung gegenüber der eigenen Geschichte; besonders im Kontext der Jahre 1933 bis 1945. Damit sind bessere Bedingungen geschaffen, um weitere Fragestellungen für wissenschaftliche Arbeiten zur Universitätsgeschichte und zur eigenen Identität als Institution und zu den öffentlichen Präsentationsformen von Geschichte in Giessen anzuregen.

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(B) „Die Datenbank schließt an die in der Reihe "Berichte und Arbeiten aus der Universitätsbibliothek Giessen" als Band 17, Gießen 1970, und Band 22, Giessen 1971, erschienenen Bände von Franz Kössler "Verzeichnis der Doktorpromotionen an der Universität Giessen von 1801-1884" und "Katalog der Dissertationen und Habilitationsschriften der Universität Giessen von 1801-1884" an.
In der Datenbank sind alle im Zeitraum von 1884/85 bis 1945/46 an der Universität Giessen durchgeführten Promotionen erfasst; unberücksichtigt blieben unvollendete bzw. nicht bestandene Promotionen sowie Ehrenpromotionen und Doktorjubiläen.

Die Promotionsakten der Jahrgänge 1894 bis 1945 sind im Universitätsarchiv vollständig erhalten, die jeweiligen Aktensignaturen sind in der Datenbank angegeben. Die Unterlagen zu den im Zeitraum von 1884/85 bis 1893/94 durchgeführten Promotionen gehören zu den Kriegsverlusten des Universitätsarchivs, Informationen zu den Promotionen dieser Jahre mussten daher mit Hilfe anderer Quellen (vorrangig gehören hierzu die Dekanatsbücher der einzelnen Fakultäten sowie eine im Universitätssekretariat geführte Promotionskartei) recherchiert werden. In diesen Fällen fehlen dementsprechend Hinweise auf Signaturen von Promotionsakten.
Das mit den Jahren 1945/46 für die Datenbank gesetzte Ende erklärt sich aus der Geschichte der Universität Giessen. Mit dem Untergang der alten Ludwigs-Universität 1945 und der im Mai 1946 erfolgten Eröffnung der "Justus-Liebig-Hochschule für Bodenkultur und Veterinärmedizin", die nur noch über ein reduziertes Fächerspektrum verfügte, markiert die Zäsur von 1945/46 einen grundlegenden Neuanfang in Giessen. Überlieferungsbedingt enden jedoch die Promotionsakten der einzelnen Fakultäten nicht alle exakt mit dem Jahr 1945. Während in der Theologischen Fakultät die Promotionsakten bereits mit dem Jahr 1943 ihren Abschluss finden, reichen die Promotionsaktenbestände der Medizinischen und der Philosophischen Fakultät bis 1946 und die der Juristischen Fakultät sogar bis 1948. Lediglich im Fall der Veterinärmedizinischen Fakultät spiegelt sich die Zäsur von 1945 auch in der Aktenführung wider.
Die Schreibweise der Personennamen mit den Umlauten ä, ae, ö, oe und ü, ue wurde in der Datenbank aus technischen Gründen vereinheitlicht.
Die Verzeichnung der Promotionsakten und die Eingabe in die Datenbank erfolgten durch Thorsten Dette und Lutz Schneider.
Weiterreichende Informationen zu einzelnen Promotionsverfahren sind im Universitätsarchiv Giessen zu erhalten, ebenso kann hier die Einsicht in einzelne Promotionsakten erfolgen, sofern die betreffenden Personen nicht mehr aufgrund des Hessischen Archivgesetzes vom 18. Oktober 1989 unter den Datenschutz fallen und die entsprechenden Promotionsakten somit noch für die Benutzung gesperrt sind.“
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„Das Universitätsarchiv Giessen gehört zu den wenigen deutschen Hochschularchiven, deren früheste Bestände älter sind als die Universität selbst. Die vom Archiv verwahrte wertvolle Urkundensammlung, die insgesamt 359 Stücke umfasst, reicht bis in das Jahr 1341 zurück (die Universität Gießen wurde im Jahr 1607 gegründet). Die Mehrzahl dieser Urkunden gelangte nach der zwischen den Universitäten Marburg und Gießen vorgenommenen Vermögensteilung im Jahr 1650 gemeinsam mit den Einkünften und dem Grundbesitz säkularisierter hessischer Klöster in den Besitz der Giessener Universität. Die Sammlung enthält vor allem Urkunden des "Kugelhauses" in Marburg und des Augustinerklosters in Alsfeld, vereinzelt auch Urkunden der Vogtei des Grünberger Antoniterhauses, deren Erträge zu den wichtigsten Einnahmequellen der Universität zählten.
Das Universitätsarchiv verwahrt nach dem Stand vom Dezember 1998 ca. 1.100 lfm. Akten. Die Bestände umfassen den Zeitraum von der Universitätsgründung (1607) bis in die Gegenwart und gliedern sich in die Abteilung der zentralen Universitätsverwaltung und in die Unterlagen der einzelnen Fakultäten (Theologische, Juristische, Medizinische einschließlich der Veterinärmedizinischen und Philosophische Fakultät) bzw. der ab 1970 bestehenden Fachbereiche und zentralen Einrichtungen. Die Aktenbestände enthalten u.a. die Matrikel- und Inskriptionsbücher, umfangreiche Personal- und Berufungsakten, Materialien zu Instituten und Seminaren, Vogteirechnungen, Unterlagen zu Stiftungen und Stipendien sowie Promotions- und Prüfungsakten aller Fakultäten bzw. Fachbereiche.“ (Textteil B: zitiert aus der offiziellen Seite des Universitätsarchiv Giessen)
Giessen, 19. März 2007 / Bilder: Giessen-Server.de (Frank Sygusch)
Mai 2012
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