WIESBADEN (mip/r). Nach dem starken Rückgang im ersten Quartal stabilisierten sich die Gewerbesteuereinnahmen der hessischen Städte und Gemeinden im zweiten Quartal 2010. Nominell errechnete das Hessische Statistische Landesamt sogar einen Zuwachs von über 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal, durch den starken Rückgang am Anfang des Jahres (minus 24 Prozent) relativiert sich dieser Anstieg allerdings. In absoluten Zahlen ausgedrückt lagen die hessischen Gewerbesteuereinnahmen im zweiten Quartal 2010 mit 883 Millionen Euro zwar deutlich um 179 Millionen Euro über dem Vorquartalswert, verfehlten aber das Ergebnis des vierten Quartals 2009 (920 Millionen Euro).
Die Entwicklung verlief lokal sehr unterschiedlich, was schon durch die Gewerbesteuereinnahmen der fünf kreisfreien Städte demonstriert wird. Während Frankfurt am Main, Offenbach am Main und Wiesbaden deutlich zulegen konnten, mussten Darmstadt und Kassel ebenso deutliche Rückgänge verbuchen. Allerdings wurden damit vor allem die überraschenden Veränderungen im ersten Quartal kom-pensiert. So hatte Frankfurt am Main beispielsweise im ersten Quartal einen Rückgang um 165 Millionen Euro (minus 43 Prozent) zu verkraften, dem nun ein Anstieg um 119 Millionen Euro (plus 55 Prozent) auf 335 Millionen Euro folgte. Dies liegt unter dem Ergebnis des dritten Quartals 2009 (382 Millionen) und weit unter dem Spitzenergebnis des zweiten Quartals 2008, in dem Frankfurt am Main über eine halbe Milliarde Euro an Gewerbesteuern einnehmen konnte.
Umgekehrt konstatierten die Statistiker für Kassel im ersten Quartal einen Sprung von 48 Prozent auf über 50 Millionen Euro, dem nun eine Rückführung auf „Normalniveau“ von ca. 35 Millionen Euro folgte (minus 31 Prozent). Entsprechende Muster ergeben sich auch für Darmstadt, Offenbach und Wiesbaden.
Durch die starken Fluktuationen ist es schwer, aus den Daten einen Trend herauszulesen. Rechnet man die Schwankungen heraus, so zeichnet sich insgesamt eine merklich bessere Ertragslage als im letzten Jahr ab, in dem die Gewerbesteuereinnahmen nach einer 15-monatigen Talfahrt im dritten Quartal auf den Tiefpunkt von nur noch 656 Millionen Euro gesunken waren.
Giessen, 21. Juli 2010
Mai 2012
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