GIESSEN (mip/r). Was kommt dabei heraus, wenn ein Psychologieseminar der Uni und ein Masterkurs Medieninformatik der FH zusammen E-Learning-Programme entwickeln? Die Professoren Dr. Ulrich Glowalla von der Giessener Justus-Liebig-Universität und Dr. Joachim Zinke von der Fachhochschule Giessen-Friedberg wollten es herausfinden.
Das in beiden Studiengängen vorgesehene Seminar „Lehren und Lernen mit Medien“ boten die Hochschullehrer deshalb im vergangenen Semester gemeinsam an. Etwa 30 Studentinnen und Studenten, je zur Hälfte Medieninformatiker und Psychologen, waren an dem interdisziplinären Projekt interessiert. Ihre Ergebnisse präsentierten die gemischten Gruppen zum Semesterende an der FH in Friedberg. Dabei ging es etwa um den gekonnten Umgang mit Internet-Suchmaschinen, um Gewalt im Medium Computer, das menschliche Leistungsvermögen in der Fliegerei oder ein Blended-Learning-Angebot zum Thema Weinverkostung.
Eine Gruppe von sechs Psychologen und vier Medieninformatikern hat zum Beispiel einen Kurs für Schüler entwickelt, die überlegen, ein Musikinstrument zu lernen. Jeweils 45-minütige Sequenzen führen theoretisch und praktisch in das Spiel von Gitarre, Klavier und Schlagzeug ein. Mit Texten, Videos, Tonbeispielen und 3D-Animationen gestalteten die Autoren ihre Programme. Am Ende des praktischen Teils sollen die Lernenden in der Lage sein, einfache Melodien oder Rhythmen zu spielen.
„Verdammt spannend“, so Ulrich Glowalla, „ist es gewesen herauszufinden, wie gut eine solche Zusammenarbeit von Studierenden mit ganz unterschiedlichem Studienhintergrund und Fachstilen funktioniert. Die Intensität der Zusammenarbeit, viele wechselseitige Befruchtungen und die Resultate der Arbeit erfüllen uns mit großer Freude.“ Joachim Zinke hebt die Interdisziplinarität des Projekts hervor. Für beide Gruppen sei das Seminar eine gute Vorbereitung auf den Beruf gewesen, denn auch dort werde in gemischten Projektteams gearbeitet. „Die Medieninformatiker haben von den Psychologen etwas über die Grundlagen des Medieneinsatzes gelernt, die Psychologen die Erstellung interaktiver Medien mit einem Autorenwerkzeug für E-Learning und die Aufbereitung von Medien. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen“, so Zinke. Die beiden Hochschullehrer, die schon seit längerer Zeit zusammenarbeiten, wollen das Seminar auf jeden Fall erneut anbieten.
GIESSEN, 21. Juli 2010
Februar 2012
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