WIESBADEN (mip/r). Die Bruttoverdienste je Arbeitnehmer stiegen 2006 in Hessen um 0,7 Prozent. Dies zeigen erste, noch vorläufige Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“. Dabei werden alle Arbeitnehmer mit Arbeitsplatz in Hessen einbezogen, unabhängig vom Umfang ihrer Beschäftigung, von der Höhe ihres Verdienstes und von ihrem tariflichen Status.
Wie das Hessische Statistische Landesamt weiter mitteilt, entspricht diese Entwicklung dem Bundestrend. Das Niveau der hessischen Bruttoverdienste lag allerdings mit 29 600 Euro je Arbeitnehmer um elf Prozent über dem Wert für Deutschland (26 700 Euro) und sieben Prozent über dem der alten Länder ohne Berlin (27 600 Euro). Für diese Positionierung im Regionalvergleich zeichneten vor allem die Dienstleistungsbereiche Handel, Gastgewerbe und Verkehr sowie Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen verantwortlich. Unter dem Strich jedoch sind die Bruttoverdienste in Hessen über das ganze Spektrum der Wirtschaftsbereiche überdurchschnittlich.
Die innerhalb Hessens niedrigsten Bruttoverdienste je Arbeitnehmer entstanden im Bereich der Privaten Haushalte (10 400 Euro). Spitzenverdienste wurden mit 48 400 Euro im Kreditgewerbe erreicht; gefolgt von 44 500 Euro in der Energie- und Wasserversorgung. Bei der Interpretation dieser Ergebnisse sind die unterschiedlichen Arbeitszeitquoten der jeweiligen Branche zu berücksichtigen.
Addiert man zu den Bruttoverdiensten die Sozialbeiträge der Arbeitgeber, erhält man die Arbeitnehmerentgelte. Diese sind Bestandteil der Wertschöpfung und aus Unternehmensperspektive Kosten für die Beschäftigung der Arbeitnehmer. Insgesamt wurden 2006 in Hessen 98,5 Milliarden Euro Arbeitnehmerentgelte erwirtschaftet. Das sind 1,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg setzt sich zusammen aus dem Plus bei den Bruttoverdiensten und einer Zunahme der Arbeitnehmerzahl um 0,5 Prozent.
Die Entwicklung der Arbeitnehmerentgelte je Arbeitnehmer blieb hinter dem Produktivitätszuwachs zurück, wodurch die hessischen Lohnstückkosten — Anteil der Kosten für den Faktor Arbeit (einschl. der kalkulatorischen Unternehmerlöhne) am Bruttoinlandsprodukt — von 55,0 Prozent auf 54,6 Prozent sanken.
Giessen, 29. März 2007
Mai 2012
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