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Hoffnung für Patienten mit "morbus Sudeck"

Wissenschaftlern der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Giessen und Marburg gelang Entschlüsselung eines chronischen Schmerzsyndroms – Betroffene Patienten für Studie gesucht – Behandlung mit Immunglobulinen







GIESSEN (mip/r).                Wissenschaftlern der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikum Giessen und Marburg (UKGM) gelang unlängst die Entschlüsselung eines bisher unverstandenen chronischen Schmerzsyndroms, das unter dem Namen „morbus Sudeck“ bekannt ist. Die Erkrankung entsteht häufig nach Frakturen oder anderen Traumen und führt zu heftigen chronischen Schmerzen und oft auch zu schweren Funktionsstörungen der betroffenen Extremität, an denen die betroffenen Patienten lebenslang leiden. Bisher wurden Nervenschäden für dieses Syndrom verantwortlich gemacht. Eine wirksame kausale Therapie ist nicht bekannt.





Neurologen der Giessener Uniklinik unter der Leitung von Prof. Dr. Franz Blaes wiesen nun erstmals sogenannte Autoantikörper im Blut der betroffenen Patienten nach. Damit gehört der Morbus Sudeck zu den Autoimmunerkrankungen, was in völligem Kontrast zur bisherigen Lehrmeinung über die Entstehung dieser Krankheit steht. Diese Erkenntnis ist aber nicht nur von wissenschaftlichem Interesse, sondern eröffnet möglicherweise auch erstmals wirksame Behandlungsmöglichkeiten.





Unter der Leitung von Dr. Marlene Tschernatsch wird in der kommenden Woche eine klinische Studie beginnen, bei denen Sudeck-Patienten mit intravenösen Immunglobulinen behandelt werden. Dabei handelt es sich um körpereigene Eiweiße, die sich bereits bei der Behandlung zahlreicher anderer Autoimmunerkrankungen bewährt haben. Sollte die neue Behandlung die Erkrankung tatsächlich lindern oder gar heilen, wäre das ein wissenschaftlicher Durchbruch und eine große Chance für zahlreiche Patienten.





Betroffene Patienten, die Interesse haben an dieser Studie teilzunehmen, können sich unter Telefon: 0641 99-45365 melden. Vor überzogenen Hoffnungen auf Heilung müsse jedoch zunächst gewarnt werden, da die Ergebnisse der klinischen Prüfung noch abzuwarten seien, erklärt Dr. Tschernatsch. Erste Daten würden voraussichtlich im Sommer 2011 vorliegen.




Giessen, 18. August 2010









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