GIESSEN (mip/r). Vielen aufmerksamen Naturbeobachtern ist in diesem Sommer aufgefallen, dass es auch in Giessen und Umgebung so gut wie keine Schmetterlinge zu sehen gab. Die Mitarbeiter der Naturschutzbehörden haben dafür jedoch eine Erklärung.
„Daran ist nicht - wie man zunächst meinen könnte - der lange kalte Winter schuld, sondern die nassen und kalten Monate April und Mai in diesem Jahr“, schildert Sigrid Brühl von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Giessen und Ernst Brockmann von der Naturschutzbehörde des Landkreises Giessen fügt hinzu: „Langfristig viel schlimmer ist für unsere Schmetterlingsarten allerdings, dass sie im Sommer zunehmend keine geeignete Nektarpflanzen mehr finden. Wenn im Juni und Juli die Wiesen gemäht und die Gräben an den Feldwegen geräumt sind, fehlen unseren Schmetterlingen einfach die Blüten als Nektarquelle. Gärten mit reichhaltiger Blumenpracht können dann vielen Schmetterlingen das Überleben sichern.“
Aber nicht jede Blüte eigne sich dazu, so die Schmetterlings-Experten. So seien Züchtungen mit gefüllten Blüten oft „taub“, also ohne Nektarangebot. Rosen, Tulpen, Dahlien, Gladiolen und andere Zierblumen seien zwar schön anzusehen, aber sie würden nicht von Schmetterlingen besucht. Wer aber im Garten die blaue Buddleja, Blaukissen, Küchenschelle, Skabiosen, Phlox, Bartnelken, Lavendel, Flockenblume, Distel, Dost, Thymian, Sonnenhut, Wasserdost und Astern wachsen lasse, der könne sicher sein, dass hier Schmetterlinge auch Nahrung finden.„Artenschutz kann bereits vor der Haustüre beginnen“, so auch die Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich „und das Gaukeln der Schmetterlinge von Blüte zu Blüte ist ein schöner Dank an alle Gartenbesitzer.“
Der Herbst ist Pflanz- und Staudenzeit - so kann jetzt schon bei der Neugestaltung und Ergänzung des Pflanzenbestandes im eigenen Garten an kommende Schmetterlingsgenerationen gedacht werden. Wem also aufgefallen ist, dass es keine Schmetterlinge mehr im Garten gibt, der kann in den nächsten beiden Monaten mit wenig Kosten und geringem Einsatz daran etwas ändern. Die Liste der vor allem blau und rot blühenden Nektarpflanzen für Schmetterlinge ist durchaus lang und ihre Blüten sind eine echte Zierde für jeden Garten.
Zwar wird man damit keine neuen Lebensräume schaffen und verschwundene Arten wieder ansiedeln, aber den in der Umgebung noch vorkommenden Schmetterlingen das Überleben erleichtern. Und wer dann noch etwas Toleranz und Platz für Wildkräuter in seinem Garten übrig hat, der wird auch den Raupen vieler Schmetterlingsarten einen Lebensraum bieten können. Und vielleicht gibt es dann im nächsten Jahr wieder viele neue bunte Schmetterlinge in unseren Gärten zu beobachten.
Giessen, 08. September 2010
Februar 2012
Giessen Links
Stadt Giessen
Justus-Liebig-Universität
Fachhochschule Giessen
Tourist Information Giessen
Kunsthalle Giessen
Stadttheater Giessen (Jahresprogramm)
Mathematikum in Giessen (Jahresprogramm)
Botanischer Garten in Giessen
Liebig Museum in Giessen
Kümmerei in Giessen
Messe Giessen