WissenSchafftStadt – Giessen feiert die Wissenschaft anlässlich des 400. Geburtstags der Universität im Jahr 2007
Das Gesamtprogramm (Stand: 05. April 2007)
GIESSEN (mip/dl). Das Jahr 2007 ist für Giessen ein Jahr der großen Feierlichkeiten: die Universität begeht ihr 400. Jubiläum, das Stadttheater wird 100 Jahre alt und das Mathematikum bereichert nun seit immerhin 5 Jahren die Giessener Bildungslandschaft.
Diese Ereignisse sind für Giessen sowohl im historischen Rückblick als auch mit Blick in die Zukunft profilgebende Bestandteile und identitätsstiftende Anlässe zugleich. Im Jahr 2007 setzt sich Giessen das Ziel, die außergewöhnliche Bedeutung und Strahlkraft insbesondere des Universitätsjubiläums zu nutzen, um die gesamten Potenziale der Stadt zu bündeln und in einem Dialog zwischen Wissenschaft, Bildung, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenzuführen. Die Gleichzeitigkeit der Jubiläen legt eine Akzentuierung von Aktivitäten an den Schnittstellen von Wissenschaft, Kunst und innovativen Vermittlungskonzepten nahe. Und so wird die sinnliche und publikumsnahe Präsentation von Wissenschaft und Forschung im Giessener Stadtraum ein verbindendes Moment der unterschiedlichen Jubiläumsveranstaltungen sein.
„WissenSchafftStadt“ – unter diesem Leitmotiv sind die Programmpunkte und Projekte für das Wissenschaftsjahr 2007 in enger Kooperation zwischen Justus-Liebig-Universität Giessen entwickelt worden.
Mai und Oktober als dramaturgische Höhepunkte des Wissenschaftsjahres
Zwei historische Daten bilden die dramaturgischen Eck- und Höhepunkte des Jubiläumsjahres – der Tag der Unterzeichnung des Privilegs für die Universität Giessen als Landesuniversität von Hessen-Darmstadt am 19. Mai 1607 und die Aufnahme des Lehrbetriebs zum Herbst 1607.
1) Ein Fest der Wissenschaft und Forschung mitten im städtischen Leben am 19. und 20. Mai 2007
Am 19. Mai 2007 findet der Festakt aus Anlass der Gründung der Universität statt und mündet in einem großen Wissenschaftsfestival - veranstaltet von der Stadt Gießen in Kooperation mit der Universität und weiteren Partnern. In Zusammenarbeit mit den Instituten und Fachbereichen der Bildungs- und Technologieeinrichtungen, dem Handel, lokalen Unternehmen, Kulturschaffenden und der Gastronomie wird das Festival am Wochenende des 19./20. Mai die Wissenschaft auf die Straßen und Plätze der Stadt Gießen tragen und facettenreich erfahrbar machen.
Ob wissenschaftliche Präsentationen auf dem „Wochenmarkt der Wissenschaften“, Veranstaltungen im „Auditorium Urbanum“ auf dem Kirchenplatz, ein „wissenschaftlicher Sonntagsausflug“ auf den Spuren Liebigs oder künstlerische Aktionen mit Wissenschaftsbezug - die Wissenschaft kommt in die Stadt: ganz Gießen wird an diesem Wochenende zu Universität, Campus und Labor.
Programmpunkte des Wissenschaftsfestivals:
• „Giessen - Eine Stadt wird Doktor”, Endveranstaltung 19. Mai 2007
Die Bürgerdoktor-Aktion der Berliner Künstlergruppe Kulturmaßnahmen ist eine künstlerische Maßnahme zur Schaffung von Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Kunst und Bevölkerung. Die Kulturmaßnahmen zu ihrem Projekt:
"Giessen hat rund 73.000 Einwohner, bunt gemischt mit allen Alters- und Berufsgruppen. Die Gruppe Kulturmaßnahmen hat Großes vor mit ihnen: wir bieten allen Bürgerinnen und Bürgern an, Bürgerdoktor der Stadt Gießen zu werden. Wie das geht?
Die Giessener können ihre ‚Doktorarbeiten’ persönlich, postalisch oder via Internet im eigens eingerichteten "Bürgerdoktorbüro" einreichen. Dabei sind sämtliche Disziplinen und Themengebiete erlaubt. Positive Triebkraft ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Leistung bzw. der Stolz darauf. Die Forschungsfrage lautet: "Für welche Leistung hätte ich einen Doktortitel verdient?" Für die Bewässerungsanlage in meinem Garten? Für die Erziehung meiner Kinder? Für die Erstellung des Familienstammbaums? Zum Wissenschaftsfestival am 19. Mai soll allen Doktoranden in einer feierlichen Zeremonie nach der öffentlichen Disputation die Bürgerdoktorwürde verliehen werden."
Im Vorfeld des Wissenschaftsfestivals werden die Kulturmaßnahmen mit einem mobilen Stand sowie ihrem Bürgerdoktorbüro für mehrere Wochen in der Stadt präsent sein, um in der Gießener Bevölkerung für die Einreichung von Doktorarbeiten aus möglichst vielfältigen Bereichen zu werben.
• „Wochenmarkt der Wissenschaften”, 19. Mai 2007
Mit dem Ende des samstäglichen Wochenmarktes beziehen am 19. Mai 2007 Wissenschaftler die Stände und Lauben der Marktbetreiber. Statt Tomaten, Handkäse, Kartoffeln oder Blumen bieten sie dort ihr Wissen feil. Mit Experimenten, Präsentationen, Kurzvorträgen und kleinen Vorführungen bereichern sie einen Wochenmarkt, der statt Gemüse erleb- und nachvollziehbare Wissenschaft im Angebot hat.
Veranstaltungsort: Lindenplatz und Marktlaubenstraße, Veranstaltungszeit:15.30 - 19.00 Uhr
• „Auditorium Urbanum“, 19. – 26. Mai 2007
Während des Wissenschaftsfestivals und der darauf folgenden Woche soll der Kirchenplatz zu einem zentralen Ort der Jubiläumsfeierlichkeiten werden. Als „Auditorium Urbanum“ wird dort ein Zirkuszelt zu einem öffentlichen Hörsaal und lädt zu Veranstaltungen ein, die sonst hinter den Türen der Wissenschaftseinrichtungen stattfinden. Vorlesungen und Seminare vollziehen einen Ortswechsel und finden mitten im städtischen Leben statt. Praktisch im Vorübergehen wird so den Bürgern Einblick in universitäres Leben und wissenschaftliche Lehre gegeben.
Darüber hinaus wird das „Auditorium Urbanum“ Veranstaltungsort für einen ökumenischen Gottesdienst der JLU zum Universitätsjubiläum (So. 20.5.07), wissenschaftliche Vorträge, eine abendliche Konzertreihe mit Singstunde und weitere künstlerische Aktionen sein.
• Konzertreihe im „Auditorium Urbanum“, 19. und 21. - 26.5.2007
So vielfältig wie das Wissen, das tagsüber im Auditorium Urbanum vermittelt wird, sind auch die Konzerte, die abends ab 20.30 Uhr stattfinden werden. Vom Polka Mandolinenorchester Kapajkos aus Berlin, über die funkige Dancefloorjazzcombo Chinchilla Star, von La Brass Banda aus Traunstein, die Balkanmusik mit Dj-Groovs mischen, über den Tangogitarristen Humberto Cosentino oder das 17-köpfige Transorient Orchestra aus Dortmund, die sich dem Orientaljazz verschrieben haben, bis zu Applied Sounds mit René Giessen, dem Improvisationsorchester der FH Gießen-Friedberg, spannt sich der musikalische Bogen im Auditorium.
Eingeleitet wird jedes Konzert von der „Singstunde für alle“. Singfreudige können sich unter fachlicher Leitung zu einem Ad-hoc-Chor zusammenschließen und mit bekannten wie unbekannten Liedern die Band begrüßen.
• „Hänschen klein...“, Ein Kulturwissenschaftliches Crossover
im „Auditorium Urbanum“, 20. Mai, 19.00 Uhr
Unter der Leitung von Tarek Assam vollziehen die Tanzcompagnie Giessen und Wissenschaftler des Labors für menschliche Bewegungsanalyse im Institut für Sportwissenschaft der JLU (Dr. Mathias Reiser, Heiko Maurer, Prof. Dr. Jörn Munzert) ein Crossover von zeitgenössischer Tanzkunst und technologisch gestützter Sportwissenschaft. Tänzer und Wissenschaftler führen die Zuschauer auf eine sinnliche Reise in die Welt menschlicher Bewegung und gleichzeitig an die Grenzen ihrer Wahrnehmungsfähigkeit. Eine zweigeteilte Bühne gibt den Tänzern, die an ihren Gelenkpunkten markiert sind, sowie einer daneben verorteten Projektionsfläche Raum. Setzen sich die Körper der Tänzer in Bewegung werden sie per Computersimulation gescannt, dubliert, vermessen und ihre Bewegungsabläufe in Vektoren zerlegt. Die Zuschauer haben beides im Blick: die im realen Raum tanzenden Körper und einzelne sich bewegende Punkte auf der Projektionsfläche, die dem Betrachter jedoch reichen, um sie zum Bild „Mensch“ zu ergänzen.
Im Anschluss an den performativen Teil der Veranstaltung wird es ein Publikumsgespräch mit Künstlern und Sportwissenschaftlern geben.
• Temporäre Mensa, 19. & 20.5.2007
Neben den Hörsälen und Seminarräumen ist die Mensa der zentrale Punkt studentischen Lebens. So, wie das Audimax in ein Zelt auf den Kirchenplatz transferiert wird, bewirtet in der Plockstraße eine temporäre Mensa die von Information und Wissen hungrig gewordenen Besucher. In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Architektur der FH Giessen-Friedberg, dem Studentenwerk und der lokalen Gastronomie entsteht eine Rauminstallation (Entwurf: Leona Schäfer, die Gewinnerin des Studierendenwettbewerbs), die funktionsfähig, charmant und mit viel Humor das Thema „Mensa“ aufgreift. Essentielles Element der Installation sind eigens dafür gestaltete Tabletts – die der temporäre Mensagänger auch als Andenken mit nach Hause nehmen kann.
• Langes Band des Wissens, 20.5.2007
Am Sonntag greift der Seltersweg das Festivalmotto „Die Wissenschaft kommt in die Stadt“ auf und lädt den Besucher, der sich am verkaufsoffenen Sonntag zum Einkaufsbummel in die Stadt begibt, ein, dem langen Band des Wissens zu folgen- gezielt oder ganz nebenbei. Lässt sich der Flaneur von diesem Band, das über seinem Kopf in lockerer Hängung einen Weg weist, durch die Fußgängerzone leiten, so trifft er auf zahlreiche markierte Abzweigungen. Diese führen direkt in beteiligte Geschäfte, die neben ihrem üblichen Warenangebot an diesem Sonntag besonderes zu bieten haben, denn sie sind Gastgeber für Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Disziplinen. So kann der Passant, der sich auf diesen Pfad locken lässt, neben dem Hosenkauf so manches entdecken: Wissenschaftler, die in der Umkleide eine Lesung halten, Studenten, die im Reisebüro Auskunft über ihre Heimatländer geben, Mediziner, die mitten im Kundenstrom ein "Future hospital" errichten oder einen Mathematiker, der gemeinsam mit dem Publikum herausbekommen möchte, ob "Hellsehen lernbar ist".
Um sich auf diese "wissenschaftliche Shoppingtour" vorzubereiten, lädt der Seltersweg am Morgen von 11.00 -13.00 Uhr zum Frühstück ein. An kleinen und großen Tischen vor den Geschäften ist man eingeladen, sich zu Hörnchen, Marmelade, Kaffee und appetitlichen wie wissenschaftlichen Lesehäppchen gemütlich niederzulassen. Beim Plaudern, Schauen und Denken werden die Frühstückenden von den Geschäftstreibenden, die Kaffee nachschenken und bei Bedarf mit Aphorismen glänzen, umsorgt.
• 100 Stunden – cum tempore, Beginn: 20.5.2007
400 Akademische Viertelstunden zu 400 Jahren der Universität
400 Jahre Universität Giessen liegen hinter uns. Was ist in diesen 400 Jahren geschehen? Welche Ereignisse haben die Welt und damit auch die Universität verändert? Und welche Ereignisse an der Universität Gießen haben die Welt verändert?
Die Akademische Viertelstunde (die ersten 15 Minuten einer Vorlesungsstunde) hat ihren Ursprung in frühen Zeiten der Universitäten und diente dazu, den Stoff der letzten Vorlesung zusammenfassend zu wiederholen (zu rekapitulieren). Wem aus der letzten Vorlesungs-stunde alle Inhalte klar und gegenwärtig waren, konnte eigenständig 15 Minuten später erscheinen.
400 Akademische Viertelstunden in 100 Stunden aneinander gereiht sollen jedes der Jahre zwischen 1607 und 2007 in Kurzvorträgen beleuchten. In einem „Staffellauf“ werden 400 Vortragende die Tage und Nächte zwischen dem 20. und 24. Mai 2007 ausfüllen und die Geschichte der JLU, der Stadt Giessen und der Welt aus verschiedensten Blickwinkeln nachzeichnen, unterstützt von „wachenden“ Zuhörern, die gemeinsam mit den Vortragenden Patenschaften für einzelne Jahre oder Zeiträume übernommen haben. Eine umfassende Videodokumentation wird die Vorträge dauerhaft festhalten.
• Kinder wollen’s wissen, 20.5. 2007
Das Katharinenviertel lädt am Sonntag, dem 20. Mai, vor allem die jungen „Nachwuchs-wissenschaftler“ und ihre Familien ein. In den Geschäften gewähren die Händler Einblick in ihr Metier – vom Weg der Ware ins Regal, über die Geheimnisse der Schmiedkunst, zur Gestaltung einer Zeitungsseite und vielen anderen Aktionen können Kinder erforschen, was hinter den alltäglichen Gütern steckt. Neugierige Fragen, natürlich auch von den Erwachsenen, sind herzlich willkommen und werden gerne beantwortet!
• Liebig Science Camps, 19. & 20. Mai
Justus von Liebig hat in Giessen nicht nur die chemische Elementaranalyse oder die „Agrikulturchemie“ entscheidend vorangetrieben, sondern auch die erste Babynahrung, das Backpulver und den Silberspiegel erfunden. Im Science Camp lernen Grundschulkinder das Leben und Werk des Wissenschaftlers anhand einfacher chemischer Experimente kennen. Außerdem erfahren sie, wie die Studenten der Chemie zu Liebigs Zeiten gelebt und in den Räumen des jetzigen Liebig-Museums gearbeitet haben.
Veranstalter: two4science
• Frank Bölter - Auf großer Fahrt in Giessen, 20.5.2007
Gemeinsam mit einer Giessener Schulklasse baut der Kölner Künstler Frank Bölter ein riesiges Papierschiff. Was aussieht wie ein einfaches Papierfaltboot, das man aus Kinder-tagen kennt, kann in seiner vergrößerten Version tatsächlich bemannt zu Wasser gelassen werden. Von den „Marching Bandits“ auf seinem Weg zur Lahn begleitet, wird das Papierboot dort mit einem feierlichen Stapellauf „auf große Fahrt“ geschickt.
• Mathematikum/Liebig-Museum, 20.5.2007
Mathematikum und Liebig-Museum bieten am Festivalsonntag ein spezielles Programm, das Wissenschaft zum Anfassen und Miterleben zum Inhalt hat. Ob mit Kinder- undExperimentalvorlesungen oder Wissenschaftsshows– abstrakte wissenschaftliche Zusam-menhänge werden hier für die ganze Familie auf spielerische Art nachvollziehbar gemacht.
• Fluss mit Flair 2007 – Lokale Agenda 21, 20.5.2007, 11.00 - 19.00 Uhr
Mit der diesjährigen Einbeziehung des Kunstspectaculums „Fluss mit Flair“ in das Wissenschaftsfestival leistet die Agendagruppe „Stadt mit Flair“ einen von bürgerschaftlichem Engagement getragenen Beitrag zum 400-jährigen Universitätsjubiläum.
Programmschwerpunkt von „Fluss mit Flair 2007“ ist die Anordnung zahlreicher Künstler-Aktionsstände im Uferbereich der Wieseck, an denen professionelle und hobbymäßig tätige KünstlerInnen, Künstlergruppen und Kunstunterrichtsgruppen aus dem mittelhessischen Bereich unter freiem Himmel produzieren und ausstellen können. An der Wieseck zwischen Berliner Platz und Bleichstraße – dem Flussabschnitt mit baugeschichtlich interessantem Bestand inmitten des historischen Universitätsviertels – soll in Anlehnung an Pariser Straßenkunst eine Atmosphäre entstehen, die zum Flanieren, Zuschauen und Verweilen anregt.
Initiator und Mitveranstalter: Lokale Agenda 21 – Gruppe „Stadt mit Flair“
Schirmherrin: Frau Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich
• „Akademie des Alltags“, 21.- 26.5.2007
Die Vermittlung von Wissenschaft findet nicht nur an Hochschulen statt – auch im Alltag wird Wissen(schaft) in vielfältigen Formen weitergegeben. Eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Wissen spielt der Fachhandel, der sowohl die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung als auch das tradierte Wissen aus Erfahrung produktbezogen an seine Kunden weitervermittelt. Die Akademie im Marktquartier will die allgegenwärtige „Wissenschaft im Alltag“ sichtbar machen. Strukturiert und umgesetzt werden die Veranstaltungen ähnlich wie an einer Hochschule: ein „Vorlesungsverzeichnis“ (Veranstaltungs-Katalog oder Programm) wird erstellt, in dem möglichst viele „Vorlesungen“ (=Vorträge), „Seminare“ (=Aktionen) und „Praktika“ (=Mitmach-Aktionen) der einzelnen Firmen aufgeführt werden
• Kinocamping
Filme und Kurzfilme zwischen Science, Fiction und Campus, 26. Mai 2007
Am 26. Mai treffen sich Cineasten und Campingfreunde auf dem Gelände des Jokus Openairkinos zur langen Nacht des „Wissenschaftsfilms“ – im Programm: Filme von Raumpatrouille Orion, über Die Fliege bisPlan 9 from Outer Space. Bringen Sie Ihre Zelte mit und freuen Sie sich auf Filme bis zum Morgengrauen und ein abschließendes Frühstück! Der Platzanweiser hat den Überblick und weist alle Camper auf ihre Parzellen. Gute Sicht vom Schlafsack auf die Leinwand sowie ein Dach über dem Kopf für alle Zeltlosen können garantiert werden.
• AKKUmobil
Das AKKUmobil ist das bewegliche Element im Jubiläumsjahr. Als fahrender Kiosk, mobile Litfaßsäule und Musikbox zugleich bewegt es sich durch den Giessener Wissenskosmos 2007. Hier erfährt der Wissbegierige nicht nur, was wo im Jubiläumsjahr vor sich geht, sondern wird ebenso mit hilfreichen Reflexionshäppchen und stimmiger Musik versorgt.
2. Ein Tag der Lehre und des Studierens am 20. Oktober 2007
20. Oktober 2007: vor genau 400 Jahren wurde der Lehrbetrieb an der Universität Giessen aufgenommen. Zu Beginn des Wintersemesters 2007/2008 sollen die Studierenden und die Lehre mit einer Reihe von Ereignissen im Mittelpunkt stehen, die sich auch an deren Familien und Freunde richten. Am 20. Oktober 2007 öffnet die gesamte Universität ihre Türen und lädt die Familien der Studierenden und die Bevölkerung aus Stadt und Region in ihre Wissenschaftsräume ein, um Arbeiten aus Forschung und Lehre zu präsentieren. Am Nachmittag werden dann die Erstsemester, deren Angehörige und Freunde mit einer gemeinsamen Feier von Universität und Stadt auf dem Brandtplatz begrüßt. Hier kommt eine ganze Stadt - Hochschulen, Handel, Kultur, Gastronomie, Vereine - zusammen, um sich den jungen „Neubürgern“ vorzustellen und gemeinsam mit ihnen ein Fest zu feiern.
Nach dem Motto „Eine Stadt begrüßt ihre Studenten“ werden Willkommensangebote – wie neu entwickelte Stadtführungen für Studenten oder ein speziell auf das studentische Publikum ausgerichteter verkaufsoffener Abend mit verschiedensten Aktionen des ansässigen Handels – Teile der Begrüßungsaktion sein. Die gesamte Universität und Stadt präsentiert sich den neuen Studierenden.
Die genaue Programmgestaltung ist noch in Arbeit.
Bereits fest stehen die Aktionen der Innenstadt-BIDS:
• „In neuem Licht“, Seltersweg, 20. Oktober
Zentraler Event des Wochenendes wird das „Begrüßungsfest“ für die Erstsemester und deren Angehörige am 20. Oktober sein; nach der zentralen Veranstaltung auf dem Brandtplatz verlagert sich das Geschehen in die Innenstadt. Dort wird u.a. die französische Künstlergruppe Cie. des Quidamsmit ihrem nächtlichen Openair-Stelzentheater Reve d’Herbert ein poetisches Lichtspektakel im Seltersweg umsetzen und somit nicht nur für die Erstsemester Gießen im neuen oder besten Licht erscheinen lassen.
• Wissenschaftshows, Katharinenviertel, 20. Oktober
Im Katharinenviertel verbinden Science-Shows wissenschaftliche Erkenntnisse mit Comedy und sind so ein Familienprogramm, das auf unterhaltsame und spielerische Weise Wissenschaft vermittelt.
• „Akademie des Alltags“, Marktquartier, 20. Oktober
Rund um den 20. Oktober setzt das Marktquartier sein im Mai begonnenes Projekt der „Akademie des Alltag“ mit zahlreichen Einzelaktionen fort.
• „Das Küchenmonument“ von raumlabor_berlin, Theaterpark, 20. Oktober
Das Küchenmonument ist eine mobile Skulptur, die in zwei Zuständen existiert:
1. als Monument mit Zinkblech verkleidet, mit einer Dimension von 3m x 2m x 2,5m, und
2. aufgeblasen, als pneumatische Raumhülle, die sich in Form einer transluzenten Blase aus der Skulptur heraus entfaltet. Das Objekt passt sich dann seiner Umgebung an, verschmilzt mit ihr, füllt leere Räume und schmiegt sich an die Fassaden anliegender Gebäude, an Laternen und Bäume. Um den 20. Oktober wird das Küchenmonument zu Gast im BID Theaterpark sein. Je nach Kontext entwickelt raumlabor_berlin mit den Anrainern der temporären Skulptur „Küchenmonument“ - Händlern wie Anwohnern - passende Inhalte für die im Stadtraum irritierende Blasenskulptur.
raumlabor_berlin ist eine Gruppe für Architektur und Städtebau. Projektbezogen arbeiten ihre Mitglieder mit Spezialisten anderer Professionen zusammen; das raumlabor_berlin ist ein Wissens- und Ressourcenpool. Neben Architekturaufgaben beschäftigen sie sich mit Städtebau, Aktion, Landschaftsarchitektur, Gestaltung des öffentlichen Raumes und künstlerischen Installationen.
Außerdem:
• „Giessener Wissenssalons – Bildung vor Ort“
in Kooperation mit der VHS-Giessen, 19. Oktober
Dem 20. Oktober vorgelagert ist ein Tag, der sich dem eher verborgenen Wissen einer Stadt widmet - dem Wissen, das in privaten und halböffentlichen Räumen zum Tragen kommt.
Um dieses Wissen sichtbar zu machen, wird Gießen für einen Tag die bürgerliche Idee der Salonbildung aufgreifen: in privaten wie halböffentlichen Räumen werden in Kooperation mit der VHS „Salons“ für Wissensaustausch und Wissenserwerb stattfinden. Die „Gießener Wissenssalons“ verwandeln facettenreiche Orte der Stadt – Privaträume oder Büros, Geschäfte oder Vereine, Gärten oder Institutionen – in kleine und große Zirkel der Wissbegierde.
So sind möglicherweise Rhetorikinteressierte zu Gast bei einem Politiker, Porträtzeichner arbeiten in der Stadtbibliothek, Blumenliebhaber lassen sich im Schrebergarten schulen, Handarbeitskundige treffen sich bei der versierten Klöpplerin von nebenan und eine Lesung wird diesmal in einer Tankstelle gehalten...
Wissen findet sich also an alltäglichen Orten und Bildung überall statt. Und die Gastgeber und Wissensvermittler sind die Bürgerinnen und Bürger Giessens.
3. Filmreihe und Sonntagsausflüge als verbindende Formate zwischen den Höhepunkten
Die beiden konzeptionellen Säulen im Frühjahr und Herbst bilden den Rahmen des Gesamtspielplans für 2007. Als verbindende Veranstaltungen verknüpfen die jeweils wöchentlich stattfindende Kinoreihe „Montagsexperten“ und die „Wissenschaftlichen Sonntagsausflüge“ die festivalartigen Höhepunkte im Mai und Oktober.
• „Montagsexperten“ - Eine Filmreihe mit Filmpaten im Kinocenter
Jeweils montags in der Zeit zwischen den großen Veranstaltungsblöcken im Mai und Oktober findet in Zusammenarbeit mit den Gießener Kinos die Reihe „Montagsexperten“ statt. Hier wird jeweils ein Experte für eine Wissenschaft oder Kunst Pate eines für seine Bildungslaufbahn bedeutsamen Films. Im Anschluss an die Filmvorführung kann es zu Gesprächen zwischen Publikum und Experten kommen.
Die Filmreihe beginnt am Montag, dem 28.5., um 20 Uhr im Heli.
• „Wissenschaftliche Sonntagsausflüge”
Mit dem „Wissenschaftsfestival“ beginnen die wöchentlich stattfindenden „wissenschaftlichen Sonntagsausflüge“. Per pedes, mit dem Fahrrad, Bus oder Zug machen sich interessierte Bürger – angeführt von einem Wissenschaftler, Künstler oder anderen Wissensexperten – zu einem jeweils neuen Thema auf den Weg durch den Gießener Kosmos der Wissenschaften. An die „Tour de Liebig“ des IFZ schließen sich z.B. ganztägige Ausflüge zu verschiedenen Landwirtschaftlichen Lehr- und Versuchsbetrieben der Universität, mathematische Stadtführungen oder Entdeckungsreisen angeführt von Kulturexperten an.
Künstlerische und kulinarische Interventionen sind fester Bestandteil der Sonntagsausflüge und sorgen für überraschende Entdeckungen und leibliches Wohl. Das genaue Programm mit allen Terminen und Themen erscheint zum Wissenschaftsfestival.
Giessen, 05. April 2007
Mai 2012
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