BAD NEUSTADT a.d. Saale / FRANKFURT am Main(mip/r). Auf einer
Bilanzpressekonferenz, die gestern in Frankfurt am Main stattfand, bestätigte der Vorstand des börsennotierten Klinikkonzerns aus der Rhön die bereits im Februar veröffentlichten Trendzahlen und damit die eigenen Prognosen. „Damit hat die RHÖN-KLINIKUM AG die seit 1988 anhaltende Erfolgsstory – trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen zwischen Ärztestreiks und Reformdebatten – fortgeschrieben“, so Wolfgang Pföhler, Vorstandsvorsitzender des Klinikkonzerns. Die Integration des Universitätsklinikums Giessen und Marburg wurde erfolgreich umgesetzt.
Die Erstkonsolidierung der größten Akquisition in der Unternehmensgeschichte, dem Universitätsklinikum Giessen und Marburg (Konsolidierung per 01.02.2006), sowie die der Frankenwaldklinik in Kronach und des Heinz Kalk-Krankenhauses in Bad Kissingen (beide ab 01.01.2006) führten zu einem Umsatzsprung um 36,5 % und damit zu einem Konzernumsatz in Höhe von 1,933 Mrd € (Vj. 1,416 Mrd €). Mit dem Anstieg des Konzerngewinns um 20,8 Mio € (+23,5 %) auf 109,1 (Vj. 88,3) Mio € haben sich die Erwartungen der Konzernspitze erfüllt. Das Ergebnis war geprägt von zwei Sondereffekten unterschiedlichen Vorzeichens: eines entlastenden steuerlichen Einmaleffekts (Änderung § 37 Abs. 5 Körperschaftsteuergesetz) sowie der Belastung durch den Jahresfehlbetrag des Universitätsklinikums Giessen und Marburg.
Nach Aussagen der Konzernspitze haben Aufsichtsrat und Vorstand der RHÖN-KLINIKUM AG beschlossen, auf denjenigen Anteil ihrer Tantieme, der auf den steuerlichen Sondereffekt zurückgeht, zu verzichten. Dieser Verzicht werde erst im Konzernabschluss 2007 wirksam. „Wir halten es für angemessen, für eigene Leistung bezahlt zu werden und nicht von steuerlichen Einmaleffekten zu profitieren,“ so Wolfgang Pföhler. „Für 2007 erhöhen wir daher unsere Prognose für den Konzerngewinn auf 102 Mio €.“
In den am Jahresende 2006 zur RHÖN-KLINIKUM Konzern zählenden 45 Kliniken wurden insgesamt 1.394.035 (+46,8 %; Vj. 949.376) Patienten behandelt, davon 526.226 (+28,2 %) im akut-stationären, 858.708 (+62,1 %) im ambulanten und 9.101 (+1,9 %) im Reha- und sonstigen Bereich. Der überproportionale Anstieg im ambulanten Bereich resultiert aus den übernommenen poliklinischen Hochschulambulanzen. Ohne die in 2006 akquirierten Kliniken wurde ein Anstieg der Fallzahlen aus internem Wachstum um 3,6 % verzeichnet.
Zum 31. Dezember 2006 waren im Konzern 30.409(Vj. 21.226) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (nach Köpfen) beschäftigt.
Insbesondere durch die Übernahme der Universitätskliniken Giessen und Marburg haben sich die Konzern-Kennzahlen in ihrer Struktur gegenüber dem Vorjahr signifikant verändert. „Die Zunahme der Personalquote auf 58,3 % (Vj. 56,1 %) sowie der Sachkostenquote auf 25,4 % (Vj. 24,3 %) resultiert im Wesentlichen aus übernommenen Strukturen für Forschung und Lehre, denen unter den sonstigen Erträgen ausgewiesenen Kostenerstattungen in Höhe von 15,1 Mio € gegenüberstehen. Durch erfolgreiche Integrations- und Restrukturierungsmaßnahmen haben sich unsere Quoten bei den Personal- und Sachkosten in den schon 2005 konsolidierten Kliniken auf zusammen 87,9 % (Vj. 88,8 %) reduziert“, so Dietmar Pawlik.
Prognose für weitere Entwicklung in 2007
„Wir streben weiterhin qualitatives Wachstum“ an, erklärte der Vorstands-vorsitzende. Die Ergebnisse des ersten Quartals 2007 werden am Donnerstag, den 3. Mai 2007, mittels gesonderter Presseinformation und der Veröffentlichung des Quartalsberichts zu Q1-2007 mitgeteilt.
Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am 11. April 2007 die Rechtsbeschwerde gegen die Untersagung des Kaufs der Kreiskrankenhäuser Rhön-Grabfeld abschlägig beschieden. Das Urteil hat keinen Einfluss auf die Wachstumsstrategie der RHÖN-KLINIKUM AG. In den vergangenen zweieinviertel Jahren hat der Konzern 16 Kliniken neu konsolidiert – darunter die Schwergewichte Giessen und Marburg. Damit hat das Unternehmen seinen Umsatz seit Beginn des Kartellverfahrens nahezu verdoppelt. „Der Sachverhalt ist ärgerlich, wiegt aber wirtschaftlich nicht schwer“, so Wolfgang Pföhler. Der Vorstand wird nun ein Beschwerdeverfahren vor dem Bundesgerichtshof prüfen.
„Mit unserer bewährten Strategie, bestehend aus ’Kompetenz bei Akquisition und Integration’ sowie ’Qualität vor Quantität’, werden wir weiterhin zukunftsträchtiges Wachstum generieren“, ist Wolfgang Pföhler überzeugt. „Wir streben nachhaltig eine flächendeckende Krankenversorgung in Deutschland mit hohem Qualitätsanspruch für alle Bevölkerungskreise zu sozial vertretbaren Preisen an. Unsere Umsatzerlöse 2007 werden – ohne zusätzliche Akquisitionen – auf rund 2,0 Mrd € wachsen.“
Giessen, 20. April 2007 /
Mai 2012
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