GIESSEN / FRIEDBERG (mip/r). Fünf Kommunen im Landkreis Giessen, fünf im Wetteraukreis und drei im Vogelsbergkreis haben den Gewerbesteuerhebe-satz für das Jahr 2011 angehoben. Dies ergab eine Umfrage der IHK Giessen-Friedberg unter allen 62 Kommunen des IHK-Bezirks.
Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer und die wichtigste originäre Einnahmequelle der Kommunen zur Bestreitung ihrer öffentlichen Aufgaben. Seit der Unternehmensteuerreform im Jahr 2008 kann die Gewerbesteuer bis zu einem Hebesatz von 380 Prozent vollständig mit der Einkommensteuer verrechnet werden. Voraussetzung ist, dass im entsprechenden Wirtschaftsjahr ausreichend Einkommensteuer aus gewerblicher Tätigkeit zur Verrechnung vorhanden ist. Diese Verrechnungsmöglichkeit besteht auf Grund von Steuergesetzen nur für Personengesellschaften, für Kapitalgesellschaften hingegen nicht.
„Durch die Reform ist jedoch die Möglichkeit weggefallen, die Gewerbesteuer als Betriebsausgabe abzuziehen“, stellt Dr. Matthias Leder, IHK-Hauptgeschäftsführer und Federführer Steuern der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs, fest. „Für Kapitalgesellschaften bedeutet somit eine Hebesatzerhöhung automatisch eine Steuererhöhung. Folglich werden Kapitalgesellschaften die Hebesätze der Kommunen bei ihrer Standortwahl zunehmend vergleichen. Denn es geht um bares Geld. Im Standortwettbewerb wird eine Kommune umso besser aufgestellt sein, je niedriger ihr Gewerbesteuerhebesatz ist.“
Die 19 Kommunen des Vogelsbergkreises weisen mit einem durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatz von 351 Prozent den höchsten Wert im IHK-Bezirk auf. Der Landkreis Giessen mit 18 Kommunen folgt mit durchschnittlich 344 Prozent. Für die 25 Kommunen des Wetteraukreises wurde, wie auch im Vorjahr, mit 318 Prozent der geringste Durchschnittswert ermittelt.
Den mit Abstand höchsten Gewerbesteuerhebesatz im IHK-Bezirk hat die Universi-tätsstadt Giessen mit 420 Prozent. Einen Gewerbesteuerhebesatz von 380 Prozent oder mehr haben inzwischen elf Kommunen; darunter sieben aus dem Vogelsbergkreis und vier aus dem Landkreis Giessen. Im Wetteraukreis liegt der höchste Hebe-satz bei 350 Prozent in Bad Nauheim. Den niedrigsten Hebesatz im IHK-Bezirk hat nach einer Absenkung um 50 Prozentpunkte auf 265 Prozent nun Glauburg.
Zahlreiche Erhöhungen der Grundsteuer
Für das Jahr 2011 haben mehr als ein Drittel der befragten Kommunen die Hebesätze der Grundsteuer angehoben. 23 Kommunen erhöhten die Hebesätze der Grundsteuer B um bis zu 110 Prozentpunkte (Alsfeld); die Grundsteuer A erhöhten 14 Kommunen um bis zu 70 Prozentpunkte (Alsfeld). Die Bandbreite der Hebesätze bei der Grundsteuer B reicht von 200 Prozent in Echzell und Wöllstadt bis 360 Prozent in Giessen; bei der Grundsteuer A von null Prozent in Linden bis 350 Prozent in Alsfeld.
Die Grundsteuer A wird auf Grundstücke der Land- und Forstwirtschaft und die Grundsteuer B auf bebaute oder bebaubare Grundstücke sowie auf Gebäude erhoben.
Die komplette Übersicht über die Hebesätze in den drei Kreisen des Kammerbezirks ist erhältlich bei der IHK Giessen-Friedberg, Doreen Franz, Tel. 06031 / 609-4105. Auch per E-Mail (franz@giessen-friedberg.ihk.de) können die Daten angefordert werden. Für alle Internetbenutzer stehen die Daten zum Download unter http://www.ihkgifb.de/GEWERBESTEUER-2011 bereit.
Giessen, 04. Februar 2011
Mai 2012
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