Von Tanja Löchel
GIESSEN. Auch nach der aktuellen Jubiläumsspielzeit zum 100. Geburtstag wird das Stadttheater Giessen weiterhin den Bürgern eine Fülle an spannenden neuen Produktionen bieten. „Weiter“ heißt daher das Motto der kommenden Saison 2007/08.
Intendantin Cathérine Miville, Operndirektor Markus Hertel, Generalmusikdirektor Carlos Spierer, Schauspieldirektor Dr. Dirk Olaf Hanke, Ballettdirektor Tarek Assam und der Leiter des Kinder- und Jugendtheaters Abdul-M. Kunze gaben im Rahmen einer Pressekonferenz detaillierte Informationen über den neuen Spielplan.
Die Spielzeit wird am 8. September 2007 mit einem Kernstück des Musiktheaterrepertoires, mit Mozarts „Don Giovanni“, eröffnet. Das in Giessen bereits bewährte Leitungsteam Helmut Polixa (Regie) und Stefan Rieckhoff (Bühne und Kostüme) wird das Werk szenisch umsetzen. Die Musikalische Leitung liegt in den Händen von GMD Spierer. „Unser Auftrag ist es für das Publikum zu spielen“, sagte Operndirektor Hertel. Die ausgewählten Musiktheaterstücke zeichnen sich daher durch eine hohe musikalische Qualität und eine starke dramatische Handlung aus. Das Erfolgsmusical „Oliver!“, nach Charles Dickens. „Oliver Twist“ hat am 20. Oktober 2007 Premiere. Bei dieser Produktion kommt dem Kinder- und Jugendchor eine bedeutende Rolle zu, auch die Titelrolle ist mit einem Kind besetzt.

In den Frühlingsfarben grün der jungen Blätter und orange ist das neue Spielheft 2007/08 gehalten
Ab dem 19. Januar 2008 wird dann „Werther“ von Jules Massenet in einer Inszenierung von Paul Esterhazy auf dem Spielplan stehen. Esterhazy war von 2001 bis 2006 Intendant in Aachen und arbeitet nun als freischaffender Regisseur. Das Publikum wird der Sängerin Giuseppina Piunti in dieser Produktion wieder begegnen. Die Premiere des Singspiels „Emma und Eginhard“ von Telemann ist am 8. März 2008. Der Barockspezialist Prof. Michael Schneider von der Frankfurter Musikhochschule übernimmt hier die musikalische Leitung. Unter den Gesangssolisten werden auch Gesangsstudenten zu hören sein.

Intendantin Cathérine Miville inszeniert zwei zeitgenössische Werke, in denen Malerei und Maler im Mittelpunkt stehen: Zum einen handelt es sich dabei um die 2006 im Museum Ludwig in Köln uraufgeführte Oper „Gala, Gala“ von Marc-Aurel Floros nach einem Libretto von Elke Heidenreich, zum anderen um die Oper „X-Mal Rembrandt“ von Eugen Zádor. Der Doppelabend hat am 10. Mai 2008 Premiere. Ab dem 14. Juni 2008 wird Umberto Giordanos Oper „Andrea Chenier“ konzertant aufgeführt. In Kooperation mit der Musikschule Gießen wird ab dem 22. Mai 2008 das Kindermusical „Motz und Arti“ für alle ab acht Jahre dargeboten. Eine Produktion von Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“ auf der TiL-Studiobühne rundet den Reigen der Musiktheaterstücke ab.
Frühlingsfarbe orange
Eine große Bandbreite, die vom Klassiker bis zum zeitgenössischen Werk reicht, hat auch der Schauspielspielplan. Als erstes Stück wird ab dem 22. September 2007 Schillers Trauerspiel „Maria Stuart“ gegeben. Das bekannte Regieteam Titus Georgi (Inszenierung) und Katja Wetzel (Ausstattung) wird „Verbrennungen“, ein Schauspiel von Wajdi Mouawad auf die Bühne bringen (Premiere: 3. November 2007). Der Autor bediene sich antiker Vorlagen, denn das Stück sei eine Art „Ödipus“- Paraphrase anhand von Zwillingen und der libanesische Bürgerkrieg bilde den Hintergrund, bemerkte Schauspieldirektor Hanke. Weitere Schauspielpremieren sind: „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza am 15. Dezember 2007 (Inszenierung: Cathérine Miville) und am 22. Dezember 2007 das Stück für alle ab 14 Jahre „Bis in die Wüste“ von Jean-Michael Räber in der Inszenierung von Astrid Jacob. Anton Tschechows Drama „Drei Schwestern“ wird ab dem 15. Februar 2008 gegeben. Auch hier übernimmt ein bekanntes Team die Leitung, nämlich Thomas Goritzki (Inszenierung) und Monika Gora (Bühne und Kostüme). Der Social-Fiction mit dem sprechenden Titel „Der alte Tänzer und ich haben Liebe gemacht“ von Journalisten Tomo Mirko Pavlovic hat am 19. April 2008 Premiere.
Auf der TiL-Studiobühne werden vier Stücke gegeben. Das spekulative Stück „Kopenhagen“ von Michael Frayn, ab dem 28. September 2007, behandelt die Begegnung des Physikers Heisenberg mit dem Ehepaar Bohr 1941 in Kopenhagen. Um eine Comedy über zwei Schauspieler handelt es bei „Der Messias“ von Patrick Barlow. Abdul-M. Kunze wird die Theaterfassung des Romans „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ inszenieren. Schauspieler Christian Fries übernimmt die Inszenierung von „I hired a Contract Killer“ nach dem gleichnamigen Film von Aki Kaurismäki.

Tanztheater mit vier neuen Produktionen
“Es gibt derzeit keine so spannende Entwicklung im Tanz wie im Flamenco“, sagte Tarek Assam. Daher widmet sich die Produktion „Fiesta“ ab dem 30. September 2007 dieser Tanzart. Auch der „Urfaust“ (Premiere: 5. April 2008) wird zum Thema für das Tanztheater. Auf der TiL-Studiobühne wird die Tanzkompanie die „Welt der Engel“ zeigen. „Windows in Faces“ ist der Titel eines weiteren Tanzabends, den Tarek Assam gemeinsam mit Irene Borguet-Kalbusch (Compagnie Irene K., Eupen) gestaltet.
Durch die ganze Saison hinweg werden auch wieder zahlreiche Stücke für Kinder und Jugendliche angeboten. „Die chinesische Nachtigall“ wird das Märchen zur Weihnachtszeit sein. Eine Piratin aus dem 16. Jahrhundert ist die zentrale Figur des Stücks „Tortuga“, das am 16. September in der TiL-Studiobühne Premiere hat. Ebenfalls erfährt die beliebte Reihe „Musik am Vormittag“ “Moderierte Konzerte nicht nur für Schüler“ eine Fortsetzung.
Abwechslungsreiche Musikprogramme und vorzügliche Solisten werden in 10 Sinfoniekonzerten den Zuhörern geboten.
Giessen, 27. April 2007 / Text: Tanja Löchel / Bilder: Frank Sygusch (Giessen-Server.de)
Mai 2012
Giessen Links
Stadt Giessen
Justus-Liebig-Universität
Fachhochschule Giessen
Tourist Information Giessen
Kunsthalle Giessen
Stadttheater Giessen (Jahresprogramm)
Mathematikum in Giessen (Jahresprogramm)
Botanischer Garten in Giessen
Liebig Museum in Giessen
Kümmerei in Giessen
Messe Giessen