GIESSEN (mip/r). Zum Auftakt der diesjährigen Jahresversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat HRK-Präsidentin Professor Dr. Margret Wintermantel eine stärkere Zusammenarbeit von Hochschulen und Wirtschaft angemahnt. "Wir haben die gemeinsame Verpflichtung, aus Forschungsergebnissen neue Technologien, Produkte und Dienstleistungen zu schaffen. Es geht dabei um nicht weniger als Wohlstand und Wohlergehen unserer Gesellschaft, und wir wissen, dass wir im internationalen Vergleich an dieser wichtigen Schnittstelle Nachholbedarf haben. Deshalb müssen wir dort gemeinsam noch besser werden", erklärte Wintermantel im Rahmen einer Pressekonferenz in Giessen.
Der Gastgeber Präsident der Universität Giessen Prof. Dr. Stefan Hormuth und die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz Prof. Dr. Margret Wintermantel (Bild: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Dass die Hochschulrektorenkonferenz ihre diesjährige Jahresversammlung diesem Thema widmet, zeige das große Interesse der Hochschulen an einer solchen Entwicklung. „Das betrifft sowohl Forschung und Innovation als auch Studium und Weiterbildung“, so die HRK-Präsidentin.
In Deutschland dauerten Innovationsprozesse vielfach zu lange, stellte die HRK-Präsidentin fest. „Das liegt weniger an unterschiedlichen Interessen von Unternehmen und Hochschulen, als daran, dass diese beiden Systeme noch zu sehr ihrer jeweils eigenen Logik verhaftet sind. Forschung an den Hochschulen endet oft, bevor Anwendungsbereiche hinreichend erkennbar sind. Und Unternehmen haben Probleme, die Potenziale von Forschungsergebnissen für ihre Ziele einzuschätzen. Deshalb brauchen wir dauerhafte Partnerschaften mit klaren Regeln, die Hochschulen und Unternehmen zum Vorteil gereichen.
Wintermantel erklärte, sie sehe Verpflichtungen auf beiden Seiten: „Die Hochschulen müssen in Forschung und Lehre hohe Qualität sicherstellen. Um in der Zusammenarbeit professionell agieren zu können, benötigen sie ein gutes Management. Auf Seiten der Wirtschaft sind langfristigere Planung und mehr Engagement bei der Förderung der Wissenschaft notwendig. Es ist bedenklich, wenn Unternehmen ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen abbauen oder den Bereich Aus- und Weiterbildung herunterfahren. Damit gehen wichtige Verbindungsstellen zu den Hochschulen verloren. Beide Seiten müssen aufeinander zugehen und sich stärker auf die Denkweise der anderen Seite einstellen.“
Die Universität Giessen feiert im Jahr 2007 das 400 jährige Jubiläum. Aus diesem Anlaß findet die zweitägige Jahresversammlung der HRK an der hessischen Justus-Liebig Universität in Giessen statt. Tagungsort sind das Stadttheater in Giessen und die neu restaurierte Aula der Universität. Die Festrede am heutigen Donnerstag hielt der Bundesminister der Finanzen, Peer Steinbrück.

Im Anschluss an die Festveranstaltung zu der Gäste aus Politik, Wirtschaft und den Hochschulen eingeladen waren, gab der Hessische Ministerpräsident Roland Koch einen Empfang im Foyer des Stadttheaters Giessen.

Prof. Dr. Margret Wintermantel, Ministerpräsident Roland Koch und Prof. Dr. Stefan Hormuth im Foyer des Stadttheaters (Bild: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
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Umrahmt wurde die Festveranstaltung von den Preisträgern des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Wettbewerbs Pauline Reguig, Violine und Emilio Peroni, Klavier

Pauline Reguig und Emilio Peroni (Bild: Frank Sygusch)
Das kulturelle Abendprogramm, im Anschluss an den Empfang, wurde vom Stadttheater Giessen mit der Opernaufführung von Richard Strauss gestaltet.
Giessen, 03. Mai 2007 / Bilder: Frank Sygusch (Giessen-Server.de)
Mai 2012
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