Umfangreicher Ausstellungskatalog wurde präsentiert

GIESSEN (mip/fsy). Gestern wurde die Ausstellung „Mäzene, Künstler, Büchersammler – Exlibris der Universitätsbibliothek Giessen“ eröffnet. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzen die Gelegenheit an der Präsentation teilzunehmen. Ein umfangreicher Katalog mit 216 Seiten ist als Buchform und „Band 57 der Berichte und Arbeiten aus der Universitätsbibliothek und dem Universitätsarchiv Giessen“ erschienen.

exlibris Alfred Bock
Der von Dr. Bernd Bader zusammengestellte Band enthält alle Exlibris der Ausstellung in farbigen Abbildungen und das in Orginalgrößen. Die Veröffentlichung beleuchtet und kommentiert die ausgewählten Blätter und Personen: „Herausgekommen ist ein buntes Kaleidoskop, das einen ungewohnten Blick auf die unerschöpflichen Schätze einer alten Universitätsbibliothek eröffnen möge“.

Dr. phil. Bernd Bader (Bild: Giessen-Server.de)
Exlibris dienen der Eigentumskennzeichnung von Büchern und dokumentieren sowohl Besitzanspruch als auch Besitzerstolz. Sie sind seit der frühen Neuzeit in Gebrauch und werden häufig von Künstlern gestaltet. Eine erste Blüte erlebte das Exlibris in der Zeit Dürers im 16. Jahrhundert. In den Einbänden klebten nun Exlibris in Form von kleinen grafischen Kunstwerken, die auf Papierbögen gedruckt wurden. Aus dem ursprünglich reinen Eigentumsnachweis entwickelte sich das Exlibris bald zu einer eigenständigen Kunstform.

In einer großen alten Bibliothek wie der Universitätsbibliothek Giessen gibt es viele Bücher mit Exlibris. In der Ausstellung wird aus all diesen Büchern eine repräsentative Auswahl gezeigt. Einen Schwerpunkt bilden Exlibris bedeutender Stifter und Mäzene der Universitätsbibliothek, an die im Jubiläumsjahr der Universität erinnert werden soll. Dazu gehören beispielsweise der Wormser Lederfabrikant Cornelius Wilhelm Freiherr Heyl zu Herrnsheim (1843-1923), der deutschbaltische Anatom Ludwig Stieda (1837-1918) und der Hamburger Jurist Herbert Krüger (1905-1989).

Einen weiteren Schwerpunkt bilden künstlerisch herausragende Exlibris wie die von Otto Ubbelohde (1867-1922), Blätter berühmter Besitzer wie August Wilhelm Schlegel (1767-1845) und Alfred Bock (1859-1932), prominente Giessener Professoren wie der Psychiater Robert Sommer (1864-1937) und der Kirchenhistoriker Gustav Krüger (1862-1940) sowie die ältesten Exlibris in der Universitätsbibliothek, die bereits aus dem 16. Jahrhundert stammen.

exlibris Gustav Krüger (Bild: Frank Sygusch)
Weitere Exponate, erläuternde Texte und der umfangreiche Katalog, der zur Ausstellung erscheint, beleuchten interessante Aspekte der gezeigten Exlibris, ihrer Besitzer und ihrer Künstler.

exlibris von 1545
Giessen, 04. Mai 2007 / alle Bilder: Giessen-Server.de (Frank Sygusch)
Mai 2012
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