
Die Stadtmitte mit dem Tagungsort "Stadttheater Giessen" am Berliner Platz war abgeriegelt (Bild: Giessen-Server.de)
GIESSEN (fsy). Bereits am ersten Tag kam es zu massiven Protesten in der Stadt und vor dem Stadttheater, wo die Festveranstaltung unter Anwesenheit von Ministerpräsident Koch und zahlreichen Vertreterinnen aus Politik und Wirtschaft stattfand. Die Festrede hielt der Bundesminister der Finanzen Peer Steinbrück.

Bundesminister Peer Steinbrück, Prof. Dr. Margret Wintermantel und der Hessische Ministerpräsident Roland Koch (Bild: Frank Sygusch)
Die Studierenden hatten bundesweit zu einer Demonstration in Giessen aufgerufen, um gegen die Studiengebühren zu protestieren und für mehr Demokratisierung in den Hochschulgremien zu werben.
Ein massives Polizeiaufgebot riegelte den Tagungsort hermetisch ab. Die Präsidenten der HRK, Frau Prof. Dr. Margret Wintermantel beklagte indirekt das massive Polizeiaufgebot in einem abschließenden Pressegespräch am zweiten Tag und zeigte Verständnis für den Protest der Studierenden. „Es wäre vielleicht gut gewesen, wenn gestern ein Vertreter der Studentenschaft mit auf dem Podium gesessen hätte“. Für den späten Nachmittag hatte die Präsidentin der HRK den Studierenden in Giessen ein Gespräch zum gegenseitigen Meinungsaustausch angeboten.

Am zweiten Tag fand vor dem Hauptgebäude der Universität ein Sit-in der Giessener Studierenden auf der grünen Wiese statt. Dort wurden die Teilnehmer der HRK mit lauter Musik und Transparenten auf den Protest aufmerksam gemacht.
In der neu gestalteten und frisch renovierten Aula der Giessener Universität sprach derweil der ehemalige Ministerpräsident Dr. Lothar Späth vor der HRK-Versammlung und ermunterte die Rektoren und Präsidenten der deutschen Hochschulen mit seinem schwäbischen Humor und Witz zu mehr Vertrauen in die eigenen Kräfte.

Dr. Lothar Späth
Die Universität Giessen war aus Anlass des 400 jährigen Jubiläums als Tagungsort für die Jahrestagung der Hochschulrektorenkonferenz ausgewählt worden.

400 Jahre Universität Giessen 1607 - 2007 (Bild: Frank Sygusch)
Zahlreiche Beschlüsse und Neuwahlen im Präsidium fanden am zweiten Tagungstag statt. Die Versammlung „forderte eine ehrliche Partnerschaft der Politik ein“, damit der die noch ausstehenden Aufgaben im Bologna-Prozess verwirklicht werden können. Dabei geht es um die Gestaltung des europäischen Hochschulraumes bis 2010 und die weitere Zukunft von Qualitätssicherung und Ausbau der Rahmenbedingungen für die Bildungslandschaft aller beteiligten Länder. Dazu erforderlich ist u.a. eine Angleichung der Zeitfenster des Studienbeginns, „damit Studierende, die z.B. in Lodz in Polen ihren Bachelor machen in Giessen oder anderswo in Europa ihren Master nahtlos anschließen können, ohne ein Semester zu verlieren“, so der Präsident der Giessener Universität Prof. Stefan Hormuth bei der abschliessenden Pressekonferenz.

„Das Ziel des Hochschulpakts, in den alten Bundesländern 91.000 zusätzliche Studienplätze bis 2010 zu schaffen, wird zwar von Bund und Ländern gleichermaßen angestrebt, die Kosten dafür sind jedoch insgesamt viel zu niedrig angesetzt. Zusätzlich führt das Konzept des Paktes zu unkalkulierbaren Finanzrisiken für die Hochschulen“.
Das ist das Ergebnis einer Recherche der HRK, das die HRK Mitgliederversammlung gestern in Giessen diskutiert hatte.
Giessen, 05. Mai 2007 / alle Bilder: Frank Sygusch (Giessen-Server.de)
Mai 2012
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