Sonntag, 20. Mai, 20.00 Uhr
Auditorium Urbanum, Festzelt am Kirchenplatz im Rahmen des WissenSchafftStadt
und
Sonntag, 27. Mai, 18.00 Uhr im Theater am Löbershof im Rahmen des TanzArt ostwest

GIESSEN (fsy/mip). Unter der künstlerischen Leitung von Tarek Assam vollziehen die Tänzerinnen Magdalena Stoyanova, Masami Sakurai, Julia Christeiner und der Tänzer Andreas Bach von der Tanzcompagnie Giessen und Wissenschaftler des Labors für menschliche Bewegungsanalyse am Sportwissenschaftlichen Institut der JLU Giessen ein Crossover von zeitgenössischer Tanzkunst und technologisch gestützter Sportwissenschaft. Die Choreographie und Tonvideocollagen sind von Tarek Assam und Mirko Hecktor.

Stefan Kindermann (li.), Andreas Bach, Julia Christeiner und Dr. Mathias Reiser
Die Wissenschaftler Dr. Mathias Reiser, Stefan Kindermann und Heiko Maurer aus dem Arbeitsbereich Bewegungswissenschaft (Prof. Dr. Munzert) setzen dabei ein modernes Bewegungsanalysesystem (VICON) zur Analyse komplexer dreidimensionaler Bewegungen ein. Mit acht synchronisierten Infrarotkameras, die im Raum verteilt sind, erfassen dabei exakt die Bewegungsverläufe am Körper angebrachter Marker und berechnen die entstehenden Bewegungsparameter.

Infarotkamera für die Erfassung von Bewegungsabläufen
Sobald sich die tanzenden Körper in Bewegung setzen, werden die Bewegungsabläufe in allen Ebenen und um alle Achsen eingescannt, dubliert und die Abläufe der Bewegungsfolgen in Vektoren zerlegt.
Auf einer Projektionsfläche entstehen sich bewegende Lichtpunkte, die für die Zuschauer als sich bewegende Lichtpunkte sichtbar auf eine Leinwand geworfen werden.
Die Tänzerinnen und Wissenschaftler führen die Zuschauer auf eine Wahrnehmungsreise in die Welt menschlicher Bewegung und führen den Betrachter gleichzeitig an Grenzen der Wahrnehmungsfähigkeit. Perspektiven, Dimensionen und Blickwinkel eröffnen eine zweigeteilte Bühne mit den Tänzern, die an ihren Gelenkpunkten markiert sind, sowie einer daneben verorteten Projektionsfläche, die Raum für die Betrachter lässt.

Die Tänzerin Julia Christeiner mit den Markern an bestimmten Gelenkpunkten (Bild: Giessen-Server.de)
Die Betrachter können beide Hälften der Bühne sehen: die im realen Raum tanzenden Körper und einzelne sich bewegende Lichtpunkte auf der Projektionsfläche. Bilder von Menschen in Bewegung entstehen und das Bild vom sich bewegenden Menschen ergänzt sich aus den verinnerlichten Bildern unserer Erfahrungswelt.
Im Anschluss an den performativen Teil der Veranstaltung am 20. Mai wird es ein Publikumsgespräch mit Künstlern und Wissenschaftlern geben.
Giessen, 16. Mai 2007 / alle Bilder: Giessen-Server.de (Frank Sygusch)
Mai 2012
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