GIESSEN (mip/r). Der Vorstand des Stadtverbandes Bündinis90/Die Grünen hat sich heute in einer Pressemitteilung für den sofortigen Stop der Wert-Prüfungen von Gen-Mais ausgesprochen und appelliert damit an den Präsidenten der Universität Prof. Dr. Stefan Hormuth in der Sache tätig zu werden. Im folgenden ist der Textlaut der Pressemitteilung aufgeführt.
„Nachdem Bundesminister Horst Seehofer (CSU) in der letzten Woche Handel und in Verkehr bringen des Saatguts der Genmaissorte MON810 gestoppt hatte, erwarten die Giessener Grünen Konsequenzen für die angelaufenen Wertprüfungen durch die Justus-Liebig-Universität Giessen.
Wenn eine Studie des Bundesamtes für Verbraucherschutz zum Ergebnis kommt, dass der Anbau von MON810 eine Gefahr für die Umwelt sein kann („berechtigter Grund zu dieser Annahme“) und damit die weitere Verwendung dieser Maissorte im regulären Anbau nicht mehr in Frage kommt, kann die Universität Giessen dies nicht ignorieren.

Die Universität feiert im Jahr 2007 den 400. Geburtstag (Bild: Giessen-Server.de)
Erstens ist die Fortsetzung der Wertprüfungen im Bereich der Giessener Weststadt (und auf Flächen in Groß-Gerau) sinnlos, da sie ihren entscheidenden Zweck – „die Feststellung der wesentlichen Anbau- und Verwertungseigenschaften“ (so lautete die bisherige Begründung durch das zuständige Institut für Pflanzenbau und –züchtung an der Giessener Unversität) – verloren hat.
Zweitens ist der weitere Versuchsanbau gefährlich, da der zu prüfende Gen-Mais die gleichen umweltgefährdenden Eigenschaften aufweist, wie der von Minister Seehofer aus dem Verkehr gezogene und die bisher von universitärer Seite bestrittene Gefahren, z. B. für benachbarte Imker bzw. deren Bienen, unter Berücksichtigung der neuen Studie nicht mehr ausgeschlossen werden kann.
Drittens kann die Universität Giessen ihrer wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Verantwortung nur gerecht werden, wenn sie die von Kritikerseite (u. a. BUND, Greenpeace) schon lange vorgebrachten und durch die neue Studie desBundesamtes für Verbraucherschutz bestätigten Argumente für die Gefährlichkeit gentechnisch veränderter Maissorten jetzt in ihre Überlegungen ernsthaft einbezieht.
Deshalb fordern Bündnis90/DieGRÜNEN in Giessen nochmals mit Nachdruck und im Bewußtsein großer Übereinstimmung mit einer breiten Mehrheit der Giessener Bevölkerung die Beendigung der Wertprüfungen von Gen-Mais, d. h. die sichere Beseitigung („Unterpflügen“) der ausgebrachten Pflanzen in Giessen und Groß-Gerau.
Der Vorstand des Giessener Stadtverbands der Grünen versteht dies auch als persönlichen Appell an Universitätspräsident Professor Stefan Hormuth jetzt entschlossen und angemessen zu handeln – nicht zuletzt um einen drohenden Schatten auf das 400. Jubiläumsjahr der Giessener Hochschule abzuwenden.“
Giessen, 17. Mai 2007 / Bild: Giessen-Server.de
Mai 2012
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