
GIESSEN (fsy). Aufgehängt hat man die Figur am Mast wegen Meuterei auf dem Schiff mit der roten Flagge; und dann schießt er sich doch zwei Kugeln durch die Birne, damit er endlich sehen kann. Egal, ob dunkle Farben oder pieksende Kakteen, Julia Oschatz sammelt Referenzbilder und daraus ergeben sich Installationen geboren aus Knetfiguren. Schwarzweiß ist für viele Fotographen eine Heimat, die man nicht mehr erreichen wird, weil das Papier durch den Bildschirm ersetzt wurde. Und wenn man jetzt seinem Auge traut, begibt man sich ins Abenteuer.

Unikopie 1/10 - EREHEWON / Julia Oschatz
Für Julia Oschatz ist schwarzweiß eine schöne Katze, ein Eisberg, ein Schneemann mit Pistole oder ein Floss, weil sie/er/es sich bewegt, wohin sie/er/es will, wie ein Schattenspiel oder ein Scherenschnitt in der Nacht auf weißem Hintergrund.

Die kleinen und die großen Bilder von Julia Oschatz dagegen sind wie Eisbrecher in der Sonne, assoziationsreiche Bildwelten und halbdunkel erreichen sie ihr Ziel, egal wo man sie aufhängt und ihre befilzten Puppen sind bizarr auf der Bühne, wie die Musik von Depeche Mode, früher ganz am Anfang in den kleinen Clubs noch blind vergraben ohne Medien und Ruhm. Wie der mutige Eisbär, der sich retten will und seine Haut riskiert und dafür die Kugel kassiert?

Eine wunderbare kleine Rauminstallation von Julia Oschatz wurde heute, am Samstag ab 19.00 Uhr in den Räumen des "Neuen Kunstvereins Giessen" vorgeführt.

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Julia Oschatz (Foto:Frank Sygusch)
Die neuen Menschen vom Kunstverein an der Ecke Nahrungsberg / Licher Strasse sind jung und nett und ihr Domizil, das noch vor ein paar Jahren eine bekannte Trinkhalle war, ist schon ein bißchen klitzeklein. Aber genau so etwas braucht die Kulturstadt Giessen, junge Künstlerinnen und Künstler und einen Abend, an dem viele Leute gekommen sind zur Eröffnung von: EREHWON von Julia Oschatz.



Julia Oschatz bewegt sich nahe an Grenzbereichen zur fiktiven, phantastischen und raumgreifenden Wirklichkeit. Als Grenzflächen dienen Leinwand und Bildschirm, um Projektionen von Wesen erscheinen zu lassen, die sich in imaginären Räumen verteilen: Auf See, zu Land, im Tanz oder als drehende Zielscheibe für weiße Schneebälle.

Dazwischen Bilder aus der Natur von dem Eisbär, der den kleinen Freitod schadlos ausprobiert. Alles wird romantisch verdichtet und die Animation wiederholt sich endlos als loop geschaltet im Kreislauf.

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Dauer der Ausstellung: 08. April bis 20. Mai 2006
Öffnungszeiten: Mi. 16-19Uhr, Sa. 14-17 u.n.V.
0171-800-1411
Mai 2012
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