Städtische Kindertagesstätten brauchen mehr Personal
GIESSEN (mip/r). Bestätigt fühlt sich die SPD Giessen in ihrer seit einigen Jahren immer wieder gestellten Forderung nach mehr Personal für die städtischen Kindertagesstätten. Gaby Keiner, Jugendhilfeplanerin der Stadt,hat in ihrem Bericht im Jugendhilfeausschuss mit aller Deutlichkeit festgestellt, dass die Kindergärten der Stadt trotz des unbestrittenen Engagements der Erzieherinnen im Vergleich zu denen der freien Träger nicht mehr in der Lage sind,eine qualitativ hochwertige und den Bedürfnissen der Eltern entsprechende Arbeit zu leisten. Dies ist umso schlimmer, als die städtischen Einrichtungen vorwiegend in den Stadtteilen liegen, wo besonderer Handlungsbedarf besteht. Obwohl für den Haushalt 2006 auf Antrag der SPD 16 neue Stellen mehrheitlich (mit den Stimmen der Grünen, die damals noch in der Opposition waren) im Parlament beschlossen worden waren, ist dieser Beschluss vom Magistrat nicht umgesetzt worden. „ Es ist unverantwortlich, vor diesem Missstand die Augen zu verschließen. Das hat nicht nur pädagogische, sondern auch ökonomische Folgen. Das weitgehende Fehlen von Ganztagsangeboten in den städtischen Einrichtungen verhindert die Berufstätigkeit von Müttern. Selbst eine Halbtagstätigkeit ist unmöglich, wenn das Kind spätestens um halb eins abgeholt werden muss“, so die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Inge Bietz in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung.
„Abgesehen davon, dass in diesen Kindergärten ein besonderer Förderbedarf besteht, der mit der jetzigen Gruppengröße nicht zu schaffen ist“,so Bietz weiter.
Die Begründung, das Regierungspräsidium gestatte keine Ausweitung des Stellenplans ist nur bedingt richtig. So hat der Regierungspräsidentbei der letzten Genehmigung des Haushaltes mitgeteilt, dass bezüglich des städtischen Personals „meine Erwartungen übertroffen“ wurden. Das heißt im Klartext, hier wurde mehr eingespart als zwingend erforderlich. Die SPD fordert den Magistrat auf, sich umgehend mit dem RP in Verbindung zu setzen, um nachdrücklich auf diese Missstände aufmerksam zu machen und etwa im Sinne einer einmaligen Sondergenehmigung grünes Licht für eine Einstellung von mehr Personal im Kindergartenbereich zu erhalten. „ Es kann einfach nicht wahr sein, dass aus den genannten Gründen Kinder aus sozialschwachen und bildungsfernen Familien nicht die Förderung bekommen, die sie dringend benötigen. Die Bedeutung frühkindlicher Bildung und Erziehung ist doch heute unumstritten und gerade für diese Kinder und ihre Familien hat die Stadt eine besondere Verantwortung zu übernehmen“, so Bietz abschließend.
Giessen, 30. Mai 2007
Mai 2012
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