Ausstellungseröffnung im Theaterpark vor vielen Gästen
Heimatklänge / Heimatdinge / Heimaterde / Heimatmaschine / Heimatmuseum
von Frank Sygusch

Die Gäste bei der Ausstellungseröffnung sind begeistert von den 5 Kisten voller Heimat (Bild: Frank Sygusch)
GIESSEN. Viele erstaunte Gesichter gab es gestern bei der offiziellen Eröffnung der Ausstellung „Heimat Giessen – Ein begehbares Stadtbild in fünf Abteilungen“.
Die 3 Giessener Schwätzer hatten extra ihren Stehplatz mitten im Seltersweg verlassen und suchten den Weg in den Theaterpark, entlang durch die Löwengasse, um sich mit dem Stadtengel und den Giessener Schlammbeißer zusammen auf den Weg zu machen.

"Geht´s da lang zum Theaterpark, dort wo die Heimat sein soll?" (Bilder: Frank Sygusch)

Aber wo sollte es hingehen?
Ah ja, in die Heimat! Aber wo ist Heimat? Etwa ein Ort, irgendwo-nirgendwo? Ist Heimat etwa eine Tüte voller Brausepulver ganz süß. Eine Erinnerung aus der Kindheit, in der alles anders war; schöner, größer, weiter, dichter, duftiger, aufregender, intensiver …anders als die Vergänglichkeit. Oder ein Nimmerland, nie mehr Heimat, als du tragen kannst? Ist die Heimat eine Sehnsucht, die verborgen bleibt, weil die Sucht davorspringt.

„Heimat ist es, das die Abenteuer entbindet“, schrieb es einmal ein deutscher Musiksoziologe und Philosoph und tatsächlich: jeder kann die Fragestellung auf der Suche seiner eigenen Heimat in der Ausstellung wiederfinden. Dann, wenn aufmerksam auf die Richtungen geachtet wird, die in den 5 Kisten ausgebreitet und versteckt sind. Es sind unzählige Hinweise und schöne Gegenstände, alltägliche Objekte und kleine Utopien, die aus der eigenen und persönlichen Vergangenheit geborgen werden müssen, wenn Heimat zugänglich werden will.

Der Giessener Schlammbeißer holt frisches Wasser für die Heimat (Bild: Giessen-Server.de)
Studierende der Soziologie haben zusammen mit Giessener Schülerinnen und Schüler, den Werkstätten der JVA Butzbach und dem Stadttheater fünf Installationen entwickelt und in den öffentlichen Raum in Giessen aufgestellt. Das wird Wirkung zeigen, so wie gestern, als die Gäste bei der Eröffnung staunend über die Ausstellungsgegenstände miteinander ins Gespräch kamen.

Die Kiste "Heimaterde" wird für das Publikum geöffnet (Bild: Frank Sygusch)
Plötzlich, wenn ein Gegenstand den Weg in die eigene Erinnerung freilegt, ein Objekt auf einen Gedanken trifft, der vergessen schien, dann rutschen die Sinne mit ihren Wahrnehmungen durcheinander und das Glück scheint greifbar nah zu sein.

An der Kiste "Heimatmaschine" gibt es Knöpfe und Lichtschalter (Bild: Giessen-Server.de)
Über Wochen haben die Ausstellungsmacher Objekte, Ideen, Kulturelemente gesammelt und haben gewerkelt, gemalt, geschweißt, gebaut und verkabelt, bis alles fertig war und die Heimatkisten voll waren.

Der Giessener Engel ist herabgestiegen und hilft bei der Suche in der Heimatkiste (Bild: Frank Sygusch)
Jetzt können diese 5 Kisten besichtigt, bestaunt und gefragt werden. Bis zum 05. Juli besteht die Möglichkeit. Täglich von 09.00 Uhr bis es dunkel wird. Führungen finden samstags und sonntags um 11.00 Uhr statt; Performances täglich 15.00 bis 18.00 Uhr; am Samstag und Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr.

Eine Heimatkiste voller Heimaterde aus allen möglichen Heimaten (Bild: Frank Sygusch)
Führungen von Schulklassen sind nach Vereinbarungen möglich (Abdul-M. Kunze: 0641 -7957-16).

Heimatklänge können ertönen, so hell wie Sirenen und Gesang (Bild: Giessen-Server.de)
Giessen, 29. Juni 2007 / alle Bilder: Frank Sygusch (Giessen-Server.de)
Februar 2012
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