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Renommierter Biologe und Genetiker zu Gast in Giessen

Prof. Diter von Wettstein forscht im Rahmen einer Mercator-Gastprofessur der DFG gemeinsam mit Prof. Kogel zur Glutenunverträglichkeit – Stärkung des lebenswissenschaftlichen Forschungsschwerpunktes



GIESSEN (mip/r). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt an der Justus-Liebig-Universität die Einrichtung einer Mercator-Gastprofessur für den international renommierten Molekularbiologen und Pflanzenforscher Prof. Diter von Wettstein. Der deutschstämmige Wissenschaftler und frühere Leiter der Carlsberg-Laboratorien, Kopenhagen, arbeitet zurzeit an der Washington State University auf dem Gebiet der Zöliakie-Erkrankung, einer Glutenunverträglichkeit des Menschen. Zum Wintersemester 2007/08 startet die wissenschaftliche Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel am Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie der Universität Giessen, die über mehrere Jahre geplant ist.


Prof. von Wettstein wird am Interdisziplinären Forschungszentrum (IFZ) für biowissenschaftliche Grundlagen der Umweltsicherung zusammen mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Karl-Heinz-Kogel die Samenproteine von Weizen bearbeiten, die gerade für die entzündungsauslösenden Reaktionen bei Glutenunverträglichkeit verantwortlich sind. Eine Strategie zur Linderung der Krankheit wäre die Züchtung von hypoallergenen Weizensorten. Dies könnte biotechnologisch über eine Veränderung der Allergie auslösenden Proteinsequenzen in diesen Samenproteinen erreicht werden. Zu diesem Thema wird nun am Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie des Fachbereichs Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement geforscht.


Die Zöliakie (Synonyme: Glutenunverträglichkeit, Heubner-Herter-Krankheit) ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut auf Grund einer Überempfindlichkeit gegen Gluten, das in den Samen zahlreicher Getreidesorten vorkommende Klebereiweiß. Die Unverträglichkeit bleibt lebenslang bestehen, ist zum Teil genetisch determiniert und kann derzeit nicht ursächlich behandelt werden. Essen die betroffenen Menschen glutenhaltige Nahrungsmittel, entsteht eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Dadurch können Nährstoffe nur schlecht aufgenommen werden und verbleiben unverdaut im Darm. Nichttherapierte Zöliakie erhöht vor allem die Gefahr, an verschiedenen Krebsarten zu erkranken. Die Behandlung der Zöliakie besteht derzeit ausschließlich in einer glutenfreien Diät.


Der renommierte Molekularbiologe und Genetiker Prof. Dr. Diter H. Wettstein, geb. 1929 in Göttingen, wurde 1953 an der Universität Tübingen in Biologie und Biochemie und 1957 an der Universität Stockholm in Genetik (D.Sc.) promoviert. Von 1962 bis 1975 leitete er das Institut für Genetik an der Universität Kopenhagen und von 1972 bis 1996 die Physiologische Abteilung der Carlsberg-Laboratorien in Kopenhagen. Von 1975 bis 1988 war er außerdem Direktor des Carlsberg Plant Breeding Instituts und Professor an der Universität von Kopenhagen. Prof. von Wettstein ist Mitglied in zahlreichen internationalen Vereinigungen, u.a. der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften, und erhielt für seine wissenschaftlichen Arbeiten verschiedene Preise und Auszeichnungen.


Die von den Arbeitsgruppen in Giessen geplanten Arbeiten stehen auch im Zusammenhang mit dem kürzlich von der DFG bewilligten Forschungsverbund der Universität Gießen mit dem Paul-Ehrlich-Institut, Langen, und der Universität Erlangen mit dem thematischen Schwerpunkt „Lebensmittelallergene“. Durch die nun von der DFG unterstützte Mercator-Gastprofessur wird der Schwerpunkt Lebenswissenschaften in den Bereichen „Gesundheit“ und „Ernährung“ an der Justus-Liebig-Universität Giessen weiter gestärkt.


Mit dem Programm der Mercator-Gastprofessuren bietet die DFG deutschen Universitäten die Möglichkeit, hoch qualifizierte im Ausland tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu einem von der DFG finanzierten Aufenthalt in ihre Instituten einzuladen. Im Vordergrund des Gastaufenthaltes steht die Zusammenarbeit an gemeinsamen Forschungsvorhaben von Gast und Gastgeber.




Kontakt: Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel
Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie
IFZ, Heinrich-Buff-Ring 26-32, 35392 Giessen
Telefon: 0641 99-37491





Giessen, 01. Juli 2007


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