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Prof. Dr. B. Lorenz neue Leiterin am Zentrum für Augenheilkunde

Forschung und Lehre sowie konservative und operative Versorgung in der Augenheilkunde auf höchstem Niveau sichergestellt




GIESSEN (mip/r).          Der Dekan des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Giessen, Herr Prof. Dr. Wolfgang Weidner stellte gemeinsam mit dem Ärztlichen Geschäftsführer des Universitätsklinikums Giessen und Marburg (UKGM), Herrn Prof. Dr. Werner Seeger, Frau Prof. Dr. Birgit Lorenz als neue Leiterin der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde in Giessen vor. Die Augenspezialistin und Genetikerin hat am 01. August 2007 ihre neue Aufgabe übernommen.




Prof. Dr. Birgit Lorenz (Bild: Univ. Giessen)




Herr Prof. Dr. Seeger stellte fest: "Wir sind froh, dass die lange Tradition der Giessener Augenklinik - zuletzt vertreten durch Herrn Prof. Herbert Kaufmann - nun durch Frau Prof. Lorenz als hoch renommierte Spezialistin auf dem Gebiet der Augenheilkunde fortgesetzt wird."

Frau Prof. Dr. Lorenz war 1991 von der LMU München als Professorin an die Augenklinik des neu gegründeten Klinikums der Universität Regensburg berufen worden und leitete dort seit 1996 die dann neu eingerichtete Abteilung für Kinderaugenheilkunde, Strabismologie und Ophthalmogenetik.


Die Giessener Augenklinik deckt im Rahmen der Patientenversorgung den gesamten Bereich der Augenheilkunde ab. "Wir können alle Patienten rund um die Uhr adäquat und hochkompetent versorgen", betont Frau Prof. Lorenz. Sie verfolgt das Konzept der Modularisierung, in dem jeder Bereich durch Spezialisten besetzt ist. „In der neuen Augenklinik werden neben der bereits von meinen Vorgängern Herr Prof. Dr. Kaufmann und Herr Prof. Dr. Cüppers etablierten national und international hoch renommierten konservativen und operativen Strabologie und Neuroophthalmologie weitere Spezialambulanzen wie Kinderaugenheilkunde, Makulasprechstunde, Uveitis-Sprechstunde, Diabetes-Sprechstunde und Blepharospasmus-Sprechstunde eingerichtet."


Ein völlig neuer Schwerpunkt ist die Diagnostik, Therapie und humangenetische Beratung erblicher Augenerkrankungen. Hier hat Frau Prof. Lorenz durch ihre zusätzliche Weiterbildung zur Medizinischen Genetikerin besondere Expertise. „Wir erarbeiten im Rahmen von drittmittelgeförderten Forschungsprojekten neue diagnostische Möglichkeiten und werden in Zukunft auch neue therapeutische Ansätze anbieten können“, betont Frau Prof. Lorenz. Durch die Erweiterung apparativer diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten wird die Versorgung von Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration wesentlich verbessert. Als neuer leitender Oberarzt in diesem Bereich wird Herr Dr. Frank Weinand die Nachfolge von Herrn Prof. Sima Pavlovic als sein langjähriger Schüler antreten. „In Kürze werden wir über das modernste diagnostische Gerät auf diesem Gebiet verfügen“, sagt Frau Prof. Lorenz. Mittels eines lasergesteuerten Verfahrens können im Patientenauge optische hochauflösende Schnittbilder der Netzhaut erzeugt werden, mittels derer beispielsweise Gefäßeinsprossungen unter die Netzhaut bei altersbedingter Makuladegeneration als Hauptursache für schwere Sehbehinderung im Alter dargestellt werden können. „Hier haben wir die Chance, durch hochmoderne Therapieverfahren, die für den Patienten kaum belastend sind, die Erblindung zu verhindern“, so Frau Prof. Lorenz.


Zukunftsweisend ist das telemedizinische augenärztliche Screening von Frühgeborenen. Insbesondere Frühgeborene vor der 32. Schwangerschaftswoche haben ein hohes Risiko für eine gestörte Netzhautgefäßentwicklung, die unbehandelt zur Blindheit führen kann. „Mit der zeitgerechten Lasertherapie kann die drohende Netzhautablösung in den meisten Fällen verhindert werden, aber dafür muss die Gefahr rechtzeitig erkannt werden. Frau Prof. Lorenz hatte in Regensburg ein Kompetenznetz aufgebaut, in das 5 Kinderkliniken eingebunden waren. Mittels digitaler Spezialkameras wird der Augenhintergrund von den vorort tätigen Augenärzten aufgenommen und an das Reading-Center zur Beurteilung übermittelt. Dieses Reading-Center wird nun an die Giessener Augenklinik transferiert. Frau Prof. Lorenz plant, zusammen mit dem Klinikum ein überregionales Kompetenznetz aufzubauen. Sie wird diesbezüglich mit dem Screening-Zentrum Hessen kooperieren.


Herr Prof. Dr. Wolfgang Weidner, Dekan des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Giessen betont, dass Frau Prof. Lorenz im Bereich der Forschung mit Spitzengruppen auf dem Gebiet der Ophthalmogenetik zusammenarbeitet. Durch den gleichzeitigen Transfer ihres molekularbiologischen Forschungslabors von Regensburg nach Giessen, das in Zukunft noch durch einen derzeit an dem hochrenommierten gentherapeutischen Forschungslabor des CHU Nantes, Frankreich tätigen Wissenschaftler verstärkt werden wird, ist abzusehen, dass in diesem Bereich Spitzenforschung etabliert werden wird. Dafür sind Mittel bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft beantragt. „Wenn uns diese gewährt werden, dann können wir richtig durchstarten“, ergänzt Frau Prof. Lorenz.

Ein großes Anliegen ist Frau Prof. Lorenz die studentische Ausbildung und die möglichst umfassende Weiterbildung der Assistenten in allen Aspekten der Augenheilkunde, und das umfasst sowohl den konservativen als auch den operativen Bereich. Moderne Technologie schafft die Möglichkeit, operative Fertigkeiten sozusagen als „Trockenübung“ an Operationssimulatoren zu erwerben, so Frau Prof. Lorenz. An der Giessener Augenklinik entwickelt wurde der „Virtuelle Schielpatient“. Nun soll für die Studierenden ein Operationssimulator für die Chirurgie im Augeninnneren angeschafft werden. „So kommen die Studienbeiträge unmittelbarden Studierenden zugute“, sagt Frau Prof. Lorenz.

Für Frau Prof. Lorenz, die auch Präsidentin der von ihr 2001 gegründeten europäischen kinderophthalmologischen Gesellschaft „EPOS“ (www.epos-focus.org) ist, stehen aber vor allem anderen die Patienten und ihre Familien im Mittelpunkt ihres ärztlichen Handelns. Durch die Einrichtung weiterer Spezialsprechstunden, den Erwerb weiterer High-Tech-Geräte und die Etablierung zusätzlicher modernster Behandlungsmethoden wird die Augenklinik unter ihrer Leitung regional und überregional noch weiter an Bedeutung gewinnen.






Giessen, 08. August 2007 / Bild: Universitätsklinik Giessen


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