
MARBURG (fsy.) Musa Roba ist auch in 2006 der schnellste Läufer im Rahmen der Meisterschaft auf der 10 km Strassenstrecke in Hessen.
Als im Spätherbst des Jahres 2005 der 15-jährige Musa (Jg. 1989) die hessische Laufszene mit seiner Zeit von 29:44 Zeit im 10 km Strassenlauf in Bad Hersfeld überraschte, war allen Beobachtern klar, dass hier ein Supertalent sein Laufdebut in Hessen gab.

Knapp zwei Monate später im November 2005 siegte Musa auch bei den Deutschen Crossmeisterschaften in Darmstadt und kam vor dem deutschen Spitzentalent Robin Schembera ins Ziel, der im letzten Jahr als einziger Jugendlicher beim vergleichenden deutschen Leistungswettbewerb der Schulen „Jugendtrainiert für Olympia“ im 1000 Meterlauf mit 2:28,50 unter der 2:30er Min.- Marke geblieben war.


Gewann der junge Äthiopier, die beiden Wettbewerbe im letzten Jahr noch ohne offiziellen Startpass eines deutschen Vereins, verglichen ihn die fachkundigen Beobachter mit Tereffe Desaleng, der im Jahre 2000 ähnliche Erfolge als Jugendlicher erzielte und damals die deutschen Spitzenläufer mit seinen Ergebnissen im Cross-, Strassenlauf und auf der Bahn überrascht hatte. Tereffe Desaleng, der für die LG Eintracht Frankfurt startet und im letzten Jahr in 2005 nur etwa 4 Monate trainiert hatte, möchte sehr gerne wieder "richtig trainieren und laufen". Wegen seines unsicheren und seit über 6 Jahren andauernden Duldungsstatus fühlt er sich aber "im Kopf nicht frei", um auf hohem Leistungsniveau zu trainieren. Dennoch belegte er im letzten Herbst in Bad Hersfeld 2005 hinter Musa Roba mit einer guten Zeit von 30:10 den zweiten Platz.

"Das ist eine sensationelle Zeit. Musa Roba ist ein Juwel, ein riesiges Talent", schwärmte im vergangenen Jahr auch Lauftrainer Dieter Petscha von der TV Gelnhausen in Bad Hersfeld.
Dieter Petscha, Sportlehrer und wichtige Bezugsperson, betreut Musa auch am heutigen Samstag in Marburg bei den diesjährigen Hessischen Meisterschaften über 10 km auf der Strasse und erklärt uns, auf welchen Strecken er seine Stärken sieht..
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Auch ein Aufnahmeteam des hessischen Fernsehens war extra nach Marburg angereist, um den schnellen Läufer zu filmen. Der Beitrag über Musa Roba wird in einen Bericht eingebunden, der über die Einrichtung entsteht, in der Musa seit letztem Jahr lebt.


Wegen eines Muskelfaserrisses war Musa 7 Wochen lang verletzt gewesen und hatte lange pausieren müssen. Im Moment steht er wieder im Trainingsaufbau. Umso erstaunlicher muss man die erzielte Zeit von 30:22 einschätzen. Bereits vom Start weg konnte ihm keiner mehr folgen. Zu schnell war das Tempo für die anderen und einige der schnellsten hessischen Läufer wie Karl-Jürgen Austin vom PSV Kassel, Philipp Büttner vom TSV Friedberg-Fauerbach, der Schotte Chunky Liston von der LG Wettenberg, und Äthiopier Tereffe Desaleng von der LG Frankfurt Eintracht waren an diesem Nachmittag nicht am Start.
Es ist dem jungen Athiopier zu wünschen, der sein Heimatland und seine Familie verlassen musste, weil er zur Minderheit der Oromo gehört, denen eine gleichberechtigte Teilhabe am politischen Willensbildungsprozeß versagt bleibt und gesellschaftliche Ausgrenzung und Verfolgung droht, dass er in Deutschland eine neue Heimat findet, die ihn entsprechend seinen Fähigkeiten und Leistungsvermögen anerkennt und bestmöglichst fördern wird.
Mai 2012
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