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Mathematikum Giessen Jahresprogramm Mathematikum

Premieren in Giessen: Spielzeit 2006 / 2007 / 2008 / 2009 / 2010 - Giessen-Server berichtet:

Tanzstück CASSANDRA von Tarek Assam uraufgeführt – Der Mythos führt direkt in unsere Zeit und zu aktuellen Konflikten In seinem neuen Tanzabend hat sich Tarek Assam mit dem Cassandra-Stoff auseinandergesetzt. Dabei betrieb der Ballettdirektor des Stadttheaters Giessen nicht nur archäologische Spurensuche in der griechischen Mythologie: Er beruft sich auch auf Christa Wolfs Erzählung „Cassandra“ von 1983 und kreierte ein sechsteiliges Tanzstück mit der Giessener Tanzcompagnie, welches aufgrund des Aufgreifens zeitloser Themen und Konflikte eine Aktualität für unsere Zeit birgt.

Von Füssen und Bällen - Uni TiLt in Giessen „Er fängt die Kugel im Flug, verlangsamt sie mit seinem Blick“ - Die Lautlichkeit der Stimme prägt den Raum - Medialisierte Ereignishaftigkeit und die Entgrenzung des Spielraumes

Tanzstück C’EST LA VIE - Premiere im Theaterstudo in Giessen Französisches Lebensgefühl ist Hauptbestanteil des neuen Tanzabends von dem aus Australien stammenden Choreografen David Williams und Stadttheaterballettchef Tarek Assam. Williams ist in Gießen nicht unbekannt, da sein erstes Engagement in Deutschland ihn 1991 ans Stadttheater führte. „C’est la vie“ (So ist das Leben) heißt das Stück. Es erzählt episodenhaft kleine Geschichten, die das Leben schreibt, und kommt ganz ohne Verklärung aus. Nach der Premierenvorstellung in der TiL-Studiobühne am Freitagabend war der Jubel beim Publikum groß: Die Mitglieder der Tanzcompagnie (Antonia Heß, Svende Obrocki, Magdalena Stoyanova, Eoin Mac Donncha und Meindert Ewout Peters) wurden mit stürmischem Beifall bedacht, wie auch die Choreografen und Ausstatterin Dietlind Konold. Die Tänzer hatten einen großen kreativen Eigenanteil an der Erarbeitung der Choreografie. Das Publikum feierte die Premiere mit stürmischem Beifall für die Mitwirkenden

Tanzstück Clandestino - Uraufführung im Stadttheater Giessen Heimlichkeiten, politischer wie privater Natur, sind das Thema des neuen Tanzstücks „Clandestino“ von Tarek Assam. Nach der Premierenvorstellung am Freitagabend im Stadttheater ernteten die Tänzerinnen –Morgane de Toeuf, Antonia Heß, Svende Obrocki, Magdalena Stoyanova – und Tänzer – Eoin Mac Donncha, Meindert Peters, Victor Villarreal Solis – minutenlang Beifall. Das spanische Wort clandestino heißt auf Deutsch heimlich, meint aber auch den illegal Eingewanderten. Wichtiger Bestandteil des Abends ist die Musik des politisch engagierten, spanischstämmigen und in Frankreich aufgewachsenen Musikers Manu Chao.

Tanz im Rathaus in Giessen Bilder von den Tanzminiaturen der Tanzcompagnie Giessen beim Tanz Art ostwest mit den Tänzerinnen und Tänzern Carine Auberger, Morgane de Toef, Svende Obrocki, Antonia Heß, Magdalena Stoyanova, Ewout Peters, Sven Getkant und Eoin McDonncha. Tanz im Rathaus: An mehreren Tagen fanden einstündige Führungen durch das Giessener Rathaus statt und zeigten an ganz ungewöhnlichen Orten, wie in den Fluren, im Atrium, auf Treppen, im Konzertsaal, im Parkhaus oder in der Kunsthalle wunderbare Tanzminiaturen.

Ensemble „bodytalk“ aus Bonn zeigt anregendes Tanztheater über Robert Schumann Ein Glanzlicht in Bezug auf die künstlerische Umsetzung war die Aufführung des Schumannstücks „Der Unvollendenich oder Warten auf den Tunnel am Ende des Lichts“ im Rahmen des internationales Festivals „TanzArt ostwest“ am Samstagabend im TiL. Das Schicksal Robert Schumanns, der in der privaten Nervenheilanstalt Bonn-Endenich 1856 starb, regte die Choreografin Yoshiko Waki, den Komponisten Rolf Baumgart und deren freies Ensemble „bodytalk“ (Bonn) zu diesem Tanzstück an. Ramponierte Möbel, ein auf die Seite gelegtes Klavier, ein hochkant gestelltes Bett, Matratzenstapel, ein kaputter Schaukelstuhl waren im Bühnenraum verteilt. In dieser Unordnung, Spiegel der geistigen Verwirrung, agierten Miranda Glikson (Mitglied der Tanzcompagnie Gießen), Katrin Schyns, Ziv Frenkel (Schumann), Rouzbeh Asgarian (Johannes Brahms, Gitarrist).

Interdisziplinäre Performance „John Cage Orgel Projekt Giessen“ Zum Auftakt des 7. Festivals „Tanzart ostwest“ kreierte die Choreographin und Filmkünstlerin Ana Baer Carillo, die derzeit an der Texas State University San Marcos unterrichtet, gemeinsam mit LeAnne Smith Stedman (Leiterin des Dance Departments der Texas State University), Ali Martinez (Senior Student) und Pat Stone das „John Cage Orgelprojekt Giessen“. Die interdisziplinäre Performance mit philosophischem Hintergrund und Premiere fand unter Mitwirkung der Tanzcompagnie vom Stadttheater Giessen im Atrium im Neuen Kulturrathaus statt. Die Bewegung-Raum-Zeit einbeziehende Aufführung wurde vom Publikum gefeiert.

Geglückte Uraufführung von  „Feiningers Fugen“ im Stadttheater Giessen / Ballettdirektor Tarek Assam und Ausstatter Lukas Noll erschufen wunderbar bewegende Bildwelten Plurimedial konzipiert ist das neue Tanzstück „Feiningers Fugen“, das am Samstagabend im Stadttheater Premiere hatte. Schlüssig wie intensiv setzte sich das Leitungsteam - Ballettdirektor Tarek Assam, Ausstatter Lukas Noll, Chordirektor und Dirigent Jan Hoffmann – mit Leben und künstlerischer Entwicklung des deutsch-amerikanischen Künstlers Lyonel Feininger (1871 bis 1956) auseinander. Durch das Zusammenwirken von Choreografie, Bühnenbild und Musik ist ein faszinierendes, bewegtes Gesamt-Kunstwerk entstanden. Der Tanzabend führte – nach der „Göttlichen Komödie“ – wieder verschiedene Ensembles zusammen. Neben der Tanzcompagnie, sind der Kammerchor Giessen-Wetzlar, der Hauschor des Stadttheaters, Gesangssolisten und das Stadttheater-Orchester beteiligt. Der Beifall für alle Mitwirkenden nach der Uraufführung wollte kein Ende nehmen, immer wieder mischten sich auch Bravorufe in den Applaus.

„oh my god! disco und diskurs“ im Theaterstudio in Giessen / Tanz als Metapher für Schreibbewegung, Transformationsprozess und performativen Inszenierungsakt /  „vorgetragen halb so schwer, vorgelesen um so mehr“
Eine spannungsgeladene Veranstaltungsform als performative Aufführungspräsentation und mediale Lernsituation fand unter dem neuen Veranstaltungs-Überbegriff „uni TiLt“ in Giessen statt. Die Veranstaltung ist aus einer Kooperation des Stadttheaters Giessen mit dem Institut für Germanistik der Justus Liebig Universität Giessen und mit Unterstützung des Zentrums für Medien und Interaktivität (ZMI) entstanden. Über 150 Personen, zumeist junge Studierende aber auch ältere Semester, wollten ins TiL, das Theaterstudio im Löbershof, und der große Andrang der Interessierten passte gleich bestens in den Diskurs. Denn alle Leute in der langen Warteschlange durften schließlich in den Theaterraum hinein! Sonst müssen ja manchmal einige draußen bleiben, wenn es Warteschlagen gibt, obwohl dann keiner weiß, wer eigentlich drin ist und warum.

Rhinozeritis grassiert im Stadttheater Giessen Ionescos „Nashörner“ gefielen und erschreckten in der Inszenierung von Thomas Goritzki. Gleichschaltung und Uniformierung, Individuum und Aufgabe der Individualität thematisiert Eugene Ionescos absurdes Schauspiel „Die Nashörner“, welches vor 50 Jahren in Düsseldorf uraufgeführt wurde. Die Premierenaufführung am 31. Januar im Stadttheater kam beim Publikum gut an. Thomas Goritzki, der schon oft in Giessen erfolgreich und auf handwerklich hohem Niveau inszenierte, brachte das Stück ideenreich auf die Bühne.

Uraufführung von Massimo Peruginis Tanzstück NICHT COOL Umsetzung von Gruppenprozessen traf den Nerv des Giessener Publikums. Starke Körper- und Gruppenbilder prägen die differenzierende Bewegungssprache des italienischen Choreografen Massimo Peruginis. Dieser hat in episodenhaft gereihten Sequenzen, inhaltlich anhand von Prozessen und Interaktionen zwischen Menschen die Thematik „Nicht Cool“ und das Gegenteil „Cool“ ausgelotet. Die Premierenvorstellung seines Tanzabends „Nicht Cool“ fand am Freitag in der TiL-Studiobühne statt. Im Rahmen von Coolness, welche die Distanz, kontrollierte Maske und Unantastbarkeit meint, und dem Uncoolen, was dahingegen für Gefühle, Angreifbarkeit, Verletzlichkeit und Natürlichkeit steht, bewegte sich Peruginis Choreografie.

DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE Premierenabend in Giessen Mit dem spartenübergreifenden Spektakel DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE startete das Stadttheater in die neue Saison 2008 / 2009. ber drei Stunden lang haben die 100 Mitwirkenden aus allen Ensembles des Hauses das Premierenpublikum emotional aufgerüttelt, in kathartischen Schrecken versetzt und viele Fragen aufgeworfen. Regisseur Thomas Goritzki hat aus den 14 233 Versen, die in 100 Gesänge gegliedert sind, eine aussagekräftige Bühnenfassung erstellt und diese in Hinblick auf die theatralen Mittel ideenreich in Szene gesetzt. So wurden Leitungsteam, Schauspieler, Sänger und Tänzer am Ende mit reichlich Applaus gefeiert.

Premiere RIGOLETTO Melodrama von Giuseppe Verdi Stadttheater Giessen eröffnete am Samstag den Reigen der Musiktheaterinszenierungen in der neuen Spielzeit 2008 / 2009 / Das Schicksal des Hofnarren und seiner behüteten Tochter berührte das Publikum. Der missgestaltete Rigoletto steht als Hofnarr im Dienst des Herzogs von Mantua, einem narzisstischen Frauenverführer. Zuhause hütet Rigoletto seine Tochter Gilda, die er von den Verführungskünsten des Herzogs fernhalten will. Trotzdem verliebt sich Gilda in den adeligen Lebemann, der sich bei ihr als Student ausgibt. Da engagiert Rigoletto den Berufsmörder Sparafucile. Doch der tödliche Stich trifft nicht den Herzog, sondern Gilda. Zwischen Symbolträchtigkeit und konventioneller, in psychologischer Hinsicht leider oft nur angedeuteter Personenregie bewegte sich Polixas Inszenierung. In Hinblick auf dem Emotionsgehalt gelingen ihm eindringliche Szenen.

FRÄULEIN JULIE Schauspiel von August Strindberg in der Studiobühne im Löbershof in Giessen Die Landschaften der Seele und die Grenzen der Selbstbefreiung /Intensiver Balanceakt konfrontiert Theaterbesucher mit Auswegslosigkeit und Traumwelten / Bühnenbild und szenische Momente in der Inszenierung von Katja Fillmann ausdrucksstark. Die Midsommernacht steht bevor, die Mitte des Jahres, wenn der Tag am längsten scheint und die Nacht sehr kurz und hell ist und überall in Schweden getanzt wird. Wunderbar das Bühnenbild (Cordula Körber) und die szenischen Momente, als das Licht zu kraftvollen Schatten wird und im stehenden Schlaf das lebendige Fensterbild von Kristin zu einem somnabulen Wachtraum gefriert. Gerade dann, wenn Kristin die Scheiben putzt und Julie und Jean über Reize und sozialen Status offen verhandeln. Für einen Moment ist die physikalische und psychische Schwerkraft ausser Kraft gesetzt und die Szene legt offen, was im Dasein aller passiert: Der Stoff aus dem die Träume sind formt die Welt.

Emma und Eginhard oder Die lasttragende Liebe im Stadttheater Gefeierte Neuproduktion von Telemanns Singspiel / Bürgerliche Adels- und Militarismuskritik sowie viele Turbulenzen rund um Liebe und Intrige, lebendig aufbereitet, unterhielt das Publikum. Mit vielen Bravorufen und lang anhaltendem Beifall sind die Mitwirkenden und das Regieteam von Georg Philipp Telemanns „Emma und Eginhard oder Die lasttragende Liebe“ nach der Premierenvorstellung am Samstagabend im Stadttheater vom Publikum gefeiert worden.

Die Dramatik der Seele auf die Theaterbühne gestellt Thomas Goritzki inszeniert „Drei Schwestern“ von Anton Tschechow / Hinreißender Theaterabend am Stadttheater in Giessen / Tolle Leistung des Schauspiel-Ensembles.
Weiße Schneeflocken, Sinnbild für weiße Flecken in unserem Dasein und die naturhafte Schönheit, sinken sanft und unaufhaltsam ins Leben zurück und auf die Theaterbühne; und Kraniche fliegen, weil Kraniche sind, um zu fliegen. Das rote und zarte Licht im dritten Akt, durchflutet den gesamten Bühnenraum und erlaubt es, dass in der rötlich atmosphärischen Dunkelkammer der Giessener Theaterbühne die schönsten und klarsten Belichtungen als Assoziationsbilder entstehen können.

Der Gott des Gemetzels – Schauspiel von Yasmina Reza Gelungene Inszenierung im Stadttheater Giessen / Magnethafte Dialoge aus kontradiktorischer Argumentationsform / Phantastisches Bühnebild von Lukas Noll / Die Rückkehr des Verdrängten.
Vier Schauspieler sind zwei Elternpaare auf der Bühne des Lebens und treffen sich zu einer gemeinsamen Aussprache und fürs Versicherungsprotokoll, weil sich die beiden elfjährigen Söhne auf dem Schulweg geprügelt haben. Bruno, dem Sohn der Gastgeber Véronique und Michel Houillé, fehlen nach der körperlichen Auseinandersetzung zwei Schneidezähne, die ihm Ferdinand, der Sohn von Annette und Alain Reille, mit einem Stock ausgeschlagen hat.

Uraufführung von Tarek Assams Tanzstück FAUST in Giessen Neue Sicht auf alten Stoff
In seinem neuen Tanzstück „Faust“ erzählt Tarek Assam, Chef der Giessener Tanzcompagnie, die bekannte Geschichte nach Goethes Tragödie (Erster Teil). Doch die Bilder und Bewegungssequenzen, die der Choreograf für die Szenen und Seelenzustände der Figuren entwickelt hat, wirken erstaunlich unverbraucht und bewegen sich dicht am heutigen Menschen.

Giessener Premiere von Massents Werther spaltet das Publikum - Der Weg einer empfindsamen Seele in den Selbstmord. Nach der Premiere von Jules Massenets Drame lyrique „Werther“ nach Goethe am Samstagabend im Großen Haus des Stadttheaters wurde das Sägerensemble mit reichlich Applaus und Bravorufen bedacht. Auch der am Pult überlegen agierende Generalmusikdirektor Carlos Spierer und das exzellent musizierende Philharmonische Orchester Giessen ernteten wohlverdienten Beifall. Nicht so der Regisseur Paul Esterhazy, der viele Buh-Rufe für seine recht ungewöhnliche Interpretation der Oper entgegennehmen musste.

Theaterpremiere: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran Mit den beiden Schauspielern Benjamin Strecker als Momo und Rainer Domke als Monsieur Ibrahim. "Als ich elf war, habe ich mein Schwein geschlachtet und bin zu den Huren gegangen." So fängt die Erzählung an, im Paris Anfang der 60ger Jahre. Dort lebt Momo zusammen mit seinem schwermütigen Vater im jüdischen Viertel in der Rue Bleue. In der Rolle des jungen Moses spielt der junge Schauspieler Benjamin Strecker herzergreifend und –zereißend das einsame Leben eines Kindes im Übergang zum Jugendlichen, das ohne Glück durchs Leben gehen muss, weil es sich permanent verlassen fühlt.

Don Giovanni - Premierenaufführung im Stadttheater Giessen Philharmonisches Orchester auf der Bühne platziert / Gedankentiefe Interpretation / Solistenensembles vorzüglich ausgewogen. Frenetisch gefeiert vom begeisterten Publikum wurden die Mitwirkenden und das Leitungsteam nach der Premierenaufführung von Don Giovanniam Samstagabend im Großen Haus des Stadttheaters. Mit dem 1787 in Prag uraufgeführten Dramma giococo von Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo da Ponte wurde die neue Spielzeit eröffnet.

Bemerkenswerter ECHO EFFECT von D. Gmuer und R. A. Bilibio Energie, Rituale und Impulse beeinflussten Choreografie und Publikum / Auftakt von TanzArt ostwest in Giessen
Zwar dauerte das Tanzstück „Echo Effect“ von Rita Aozane Bilibio und Damian Gmuer, das am Samstag im Schlachthof zum Auftakt des diesjährigen Festivals TanzArt ostwest uraufgeführt wurde, nur knapp eine Stunde, diese Zeitspanne aber war gehaltvoll ästhetisch verdichtet. Konzentrierte Ruhe und Energie freisetzende Verausgabung waren die beiden Pole des Kraftfeldes, in welchem sich die Aufführung bewegte.

Plastik – Tanzfigurationen nach Oskar Schlemmer Ausgehend von Oskar Schlemmers „Triadischem Ballett“ setzte sich Juliane Scherf in ihrer Diplominszenierung „Plastik“ mit dem menschlichen Körper im Liniennetz des Raumes, der Biomechanik und der Stilisierung des lebendigen Körpers zur Kunstfigur auseinander. Die Premiere fand im Rahmen des Festivals „TanzArt ostwest“ 2007 am in der TiL-Studiobühne in Giessen statt.

Welt der Engel von Tarek Assam und Mirko Hecktor uraufgeführt Geflügelte Wesen zwischen himmlischen Sphären und moderner Informationstechnologie Mit der Uraufführung von „Welt der Engel“ von Tarek Assam und Mirko Hecktor wurde das sechste Festival „TanzArt ostwest“ in der ausverkauften Til-Studiobühne eröffnet. Eine Stunde lang sandten und vermittelten die geflügelten Wesen auf der Bühne himmlische Botschaften.

TanzArt ostwest 2008 in Giessen Von Tango bis zur buddhistischen Erleuchtung reichte das Spektrum der aktuellen Tanztheatertendenzen. Sechs Ensembles aus Tschechien, Polen, Österreich und Deutschland haben in der traditionellen Gala im Rahmen des Festivals „TanzArt ostwest“ am Sonntagmorgen im Stadttheater in Giessen allen Freunden der Tanzkunst eindrucksvolle Ausschnitte aus ihren Stücken dargeboten.

Aujourd´hui au Stadttheater de Giessen: Méli-Mélo Mit den Augen einer Malerin für Farben und Komposition gelingt es der 23-jährigen Mélodie Lasselin aus Frankreich in ihrer eigenen Choreographie Ausdruck und Versuchung im Tanzraum ineinander und zusammen zu führen. Es ist beachtlich und bewundernswert, wie die Tänzerin ihre autobiographischen Erinnerungen als méli-mélo verschmelzen, und die verschiedenen Schalen und Rollen ihrer Persönlichkeit im Tanz aufbrechen und sie abschließend vom Wind in Bewegungen davontragen lässt.

Operndoppelabend Gala, Gala / X-mal Rembrandt im Stadttheater Alles dreht sich um Musen, Meister und Mammon. Die schillernde Muse der Surrealisten Salvador Dal und Paul luard, Gala, steht im Mittelpunkt des collagenartigen Musiktheaterstücks von Marc-Aurel Floros (Musik) und Elke Heidenreich (Libretto). Im Bilderrausch schwelgen konnte anschliessend das Publikum während der witzig-satirischen Aufführung von X-mal Rembrandt. Die lebendig bühnenwirksame Musik stammt von Eugen Zdor, einem ungarischen Komponisten. Das Philharmonische Orchester meisterte die Wiedergabe der unterschiedlichen Musiken ihrer Charakteristik angemessen und mit Bravour.

Abenteuer, Rührung und Sozialkritik mitreißend dargestellt Die Premiere des Familienmusical Oliver! im Stadttheater Giessen war ein voller Erfolg! Jubelnde Beifallsstürme konnten die Mitwirkenden und das Regieteam nach der Premierenaufführung des Familienmusicals Oliver! von Lionel Bart nach Charles Dickens Roman Oliver Twist am Samstagabend im Stadttheater entgegennehmen. Die gekonnte Umsetzung ließ keine Wünsche offen und riss zu Recht das Publikum mit. Am Abend wurden Abenteuer und Rührung, durchsetzt mit einer Prise Sozialkritik, beste bühnenwirksame Musik, stimmungsvolle Kulissen, fantasievolle Kostüme und vieles andere mehr geboten.

Stadttheater Giessen: Premiere von Romeo und Julia - "Umarmt des Schlafes Bruder" Tanzstück von Tarek Assam nach der Musik von Sergej Prokofjew. Die Choreografie folgt dem bekannten Verlauf dieser tragisch endenden Liebesgeschichte, ist aber in Details modifiziert und um einige Musiknummern gekürzt. Das Ensemble wurde aufgestockt: die Anzahl der Tänzer/innen auf 16 verdoppelt, die der Musiker/innen um ein Drittel auf 60 erhöht. Die Einarbeitung so vieler Gastkünstler/innen kann nur als gelungen bezeichnet werden.

Fabelhafte Marlene / Tanzstück von Tarek Assam und Mirko Hecktor / Ausstattung von Suse Tobisch Dieses Tanzstück ist keine Nostalgietour, trotz wieder erkennbarer Elemente und Marlenes Gesang aus dem Off. Das Bestreben nach nostalgisch-naiver Erinnerung wird immer wieder durchbrochen durch harte Rhythmen, filmische überblendungen, krasse Lichtwechsel und darstellerische Elemente. Der zeitkritische Tenor überwiegt, so sind in der Bildprojektion die im Gleichschritt tanzenden Tiller-Girls auf den Berliner Variete-Bühnen der 20er Jahre mit dem Stechschritt der Militärs in Beziehung gesetzt, das vom Bombenkrieg zerstörte Deutschland wird mit dem Begleitprogramm für die amerikanischen Truppen kontrastiert, auf das die Dietrich sich mit ungeheurem Elan einließ, doch am Ende bleiben nur die endlosen Reihen der Kreuze auf den Soldatengedenkfeldern in Erinnerung.

GRENZTAGEBüCHER Tanzstück von Tarek Assam und Fabrice Jucquois Begeisterter Premierenapplaus für eine spannende und abwechslungsreiche Produktion Tarek Assam zählt zu den wenigen Choreographen, der gemeinsames Arbeiten bevorzugt, er hat auch für diese Produktion wieder einen Gastchoreographen dazu geholt: Fabrice Jucquois, der bei Jochen Ullrich und Hans Kresnik als Tänzer war. Choreographen überschreiten berufsbedingt ständig Grenzen, die der Nationen und ihrer Sprachen in international zusammen gesetzten Kompagnien und die des Körpers im ständigen Ausloten des Bewegungsvokabulars. Der übergang zum dritten, gemeinsamen Teil ist raffiniert integriert: der schwarze Vorhang wird ein Stück über dem Boden von einem Tänzer aufgehalten, die anderen kriechen nach und nach darunter hervor und erkunden die Vorbühne. Im neu arrangierten Bühnenbild die Rampen stehen einander seitlich gegenüber -, geht es um die Grenzen zwischen der Gruppe und dem Individuum oder einem Paar.

Rauschende Ballnacht im Audimaximum in Giessen Veranstaltungsauftakt des Doppeljubiläums mit dem Uni-Theater-Ball: 100 Jahre Stadttheater und 400 Jahre Universität. Empfangen wurden die gut 500 Gäste mit einem roten Teppich und Blitzlichtgewitter, wie bei einer Großgala in den Metropolen. Nach der Begrüßung der Gäste und gegenseitiger Gratulation - 100 Jahre Stadttheater und 400 Jahre Universität tanzten Theaterintendantin Catherine Miville und Universitätspräsident Prof. Stefan Hormuth den Eröffnungswalzer. Die vielen Tanzbegeisterten ließen sich nicht lange bitten und füllten die Tanzfläche vom Anfang bis zum Ende dieses langen Abends.

5. TanzArt ostwest Festival in Giessen startete mit Tanzstück Wellensittiche Die Gesichter der Tanzenden sind durch Schwimmbrillen und einen fedrigen Kopfputz entindividualisiert. Ihre Bewegungen nähern sich denen von Wellensittichen: kurze Beinchen durch Laufen in der Hocke, eifriges Putzen des Köpfchens, ruckartige Kopfdrehungen und schnelles Picken mit dem Schnabel. Da wird mit den Flügeln geschlagen, auf der Schaukel geschaukelt und auch mal das eigene Federkleid gerupft. Das Schnäbeln (=Küsschen geben) eines Pärchens und das Kopf-unter-den-Flügel-Stecken (=Schmusen) wird allerliebst dargestellt

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